Mittwoch, 14. Dezember 2011

[Rezension] Nikolai Jewdokimow - Xenia, die Sünderin





Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 191
ISBN:
Erscheinungstermin: 1962
Format: Hardcover

Verlag: Goldmann


Klappentext:
Dieser packend erzählte Roman ist das Erstlingswerk des jungen, der Kriegsgeneration angehörenden Autors. Jewdokimow hat den Mut aufgebracht, die Konflikte zwischen dem in Russland tief eingewurzelten Sektenwesen und dem Sowjetsystem dazustellen. Es überrascht, wie verbreitet heute noch – nach Jahrzehnten kommunistischer Herrschaft – der Hang russischer Menschen zu fast ekstatischer Religiosität in engen Religionsgemeinschaften ist. Die Inbrunst dieser Religionsübung lässt den Sektenmitgliedern die sozialistische Umwelt zu bloßer Staffage werden und führt zu unlöslichen, in Jewdokimows Erzählung erregend gestalteten Kollisionen mit der neuen Wirklichkeit. Ihr Opfer ist das reine, tief gläubige Mädchen Xenia.

„Xenia, die Sünderin“ hat bei der sowjetischen Literaturkritik erhebliches Aufsehen erregt. Man forderte den Autor mit großer Schärfe auf, dem Roman einen „positiven“ Schluss zu geben. Es gelang jedoch nicht, Jewdokimow zur Umarbeitung des Werkes zu bestimmen. Sein Roman ist für uns eines der interessantesten Beispiele für neue Impulse in der sowjetischen Gegenwartsliteratur.


Rezension:
Xenia wächst in einem kleinen Dorf in der Sowjetunion auf. Ihre Eltern Afanaij Sergejewitsch und Praskowja Grigorjewna sind tief religiöse Mitglieder der "Fünfziger". Sie haben ihre Tochter nach den Regeln der Sekte erzogen, Kino, Beisammenseien mit Nicht-Gläubigen, Literatur außerhalb der Bibel - all dies ist verboten, ja geradezu teuflisch. Die Familie geht geschlossen in der Kolchose arbeiten, jedoch wird von Seiten der Sekte erwartet, dass ein Großteil des Einkommens gespendet wird.

Das Oberhaupt der Sekte, Bruder Wassilij, leitet die Familie religiös an. Die Prophetin Jewfrosinja bespitzelt die Sektenmitglieder und hat Visionen, um die Schäfchen auf dem rechten Pfad zu halten.

Als Xenia ins heiratsfähige Alter kommt, will Bruder Wassilij sie mit Michail, einem Sektenmitglied einer anderen Gemeinde, verheiraten. Dieser ist der Idee grundsätzlich positiv eingestellt, zumal er Gefallen an Xenia findet. Doch Xenia hat im Dorf Alexej kennen gelernt, einen jungen Nicht-Gläubigen, der nach und nach tiefe Gefühle in ihr weckt. Diese beruhen auf Gegenseitigkeit, auch Alexej möchte sich mit Xenia eine Zukunft aufbauen. Als Michail jedoch erkennen lässt, dass er zur Hochzeit mit Xenia bereit ist, fleht diese ihn an, davon abzusehen, da sie ihn nicht liebe.

Doch Michail beharrt auf seinem Glauben und auf der Hochzeit, derweil versucht Alexej, Xenia aus den Fängen der Sekte zu befreien. Wird sie es schaffen, sich von ihrer Religion zu lösen?


In diesem Buch wird das schwierige Thema einer Religionsgemeinschaft und des freien Willens eines Mitgliedes beschrieben. Die Thematik an sich mag recht interessant sein, jedoch vermochte es der Autor leider nicht, mich an die Geschichte zu fesseln. Oftmals war es mir völlig unklar, warum Protagonistin Xenia so oder so gehandelt hat.

Bewertung: Note 4

Der Autor:
Leider nichts zu diesem Autoren gefunden.

Wie ich zu dem Buch kam:
Dieses Buch habe ich mir ausgeliehen, weil der Titel mit X beginnt und ich das Buch für die ABC-Challenge lesen wollte.



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