Mittwoch, 18. Januar 2012

[Rezension] Natascha Kampusch - 3096 Tage




Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 284
ISBN: 978-3-471-35040-9
Erscheinungstermin: 7. September 2010
Format: Hardcover

Verlag: List


Klappentext:
Natascha Kampusch erlitt das schrecklichste Schicksal, das einem Kind zustoßen kann: Am 2. März 1998 wurde sie im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg entführt. Ihr Peiniger, der Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil, hielt sie in einem Kellerverlies gefangen – 3096 Tage lang. Am 23. August 2006 gelang ihr aus eigener Kraft die Flucht. Priklopil nahm sich noch am selben Tag das Leben. Jetzt spricht Natascha Kampusch zum ersten Mal offen über die Entführung, die Zeit der Gefangenschaft, ihre Beziehung zum Täter und darüber, wie es ihr gelang, der Hölle zu entkommen.


Rezension:
Am 17. Februar 1988 wurde Natascha Kampusch in eine sich auflösende Familie hineingeboren. Ihre Eltern standen kurz davor, sich zu trennen und ihre großen Schwestern waren bereits außer Haus und führten ihr eigenes Leben. Von beiden Elternteilen wurde sie geliebt, wobei ihre Mutter hier ihre Gefühle nicht so deutlich wie ihr Vater zum Ausdruck bringen konnte. Natascha Kampusch wuchs eher behütet auf, auch wenn die Gegend, in der sie groß wurde, nicht zu den "feinen" Gegenden gehörte.

Doch auch die Liebe zu ihrem Kind konnte die Ehe der Eltern nicht retten. Sie trennten sich und Natascha verbrachte eine Ferienwoche im Februar 1998 mit ihrem Vater in Ungarn - es sollte der letzte Urlaub und das letzte familiäre Zusammentreffen für viele Jahre sein.

Am 2. März 1998 bat sie, im Alter von 10 Jahren, dass ihre Mutter sie nicht mehr zur Schule fahren möge, da sie ja schon groß sei und den Weg auch alleine gehen könnte. Insgeheim war es ihr peinlich, sich vor dem Schulgelände von ihrer Mutter verabschieden zu müssen und damit für Getuschel unter den anderen Schülern zu sorgen. An diesem Morgen ärgerte sie sich morgens über ihre Mutter und verließ die Wohnung ohne Abschiedsworte - für mehr als 8 Jahre. Noch auf dem Schulweg wurde sie in einen weißen Kastenwagen geschubst und entführt.

3096 Tage muss dieses junge Mädchen und später junge Frau unter menschenunwürdigen Zuständen leben - in einem Kellerverlies, teilweise ohne Licht, ohne frische Luft, ohne Nahrung, dafür mit Gewalt. Nach 3096 Tagen gelingt ihr die Flucht, denn sie weiß, nur einer von beiden, entweder sie, oder ihr Peiniger, können überleben. Doch damit ist ihre Geschichte noch nicht vorbei ...


In diesem Buch berichtet uns Natascha Kampusch, was ihr widerfahren ist, wie sie in dieser Situation gewachsen ist und es geschafft hat, nicht unter dem Druck zu zerbrechen und sich selbst treu zu bleiben. Sie gibt uns einen Einblick in das Leben, das sie mehr als 8 Jahre lang führen musste, Situationen ihres "Alltages", die schrecklicher nicht sein könnten und dennoch hat es diese junge Frau geschafft, gestärkt aus ihr hervorzugehen.

Bewertung

Die Autorin:

Natascha Maria Kampusch wurde bekannt nach ihrer Flucht aus einer langjährigen Freiheitsentziehung. Im Jahr 1998 wurde die damals zehnjährige Österreicherin vom arbeitslosen Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil in Wien entführt und mehr als acht Jahre in seinem Haus in bei Wien gefangen gehalten. Als Kampusch 2006 im Alter von 18 Jahren fliehen konnte, führte ihr Auftauchen zu einem weltweiten Medienecho.

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.

Wie ich zu dem Buch kam:

Dieses Buch stand seit seiner Erscheinigung auf meiner Wunschliste, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es diese einst junge Mädchen geschafft hat, diesen Wahnsinn zu überstehen und den Mut zu finden, sie selbst zu bleiben. Als ich es die Tage in der Bibliothek entdeckte, habe ich es sofort entleihen müssen.


Kommentare:

Merle.. hat gesagt…

Ich habe das Buch auch vor einiger Zeit gelesen, oder besser geasgt geFRESSEN! Ihre Geschichte ist unfassbar...

Sabine hat gesagt…

Hallo meine Liebe!

Mir ist ihre Geschichte nicht ganz koscher (für mich passt da einiges nicht zusammen) und Natascha Kampusch kommt so unsympathisch rüber, dass ich das Buch niemals freiwillig lesen würde...

Ich hab etwas für dich:
http://buechersuechtig-sabine.blogspot.com/2012/01/stockchen-bucher-tag-in-einem.html

Liebe Grüße
Sabine