Samstag, 5. Mai 2012

[Rezension] Bryan Smith - Verkommen


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 379
ISBN: 978-3-865-52140-8
Erscheinungstermin: 16. März 2012 (1. Auflage)
Format: Taschenbuch

Verlag: Festa

Klappentext:
Jessica möchte einen günstigen Gebrauchtwagen kaufen. Als sie mit dem Besitzer alleine in dessen Wohnung ist, fällt er über sie her und vergewaltigt sie. Jessica will nur eines: Rache. Deshalb entführt sie den Mistkerl in die einsame Wildnis. Sie will ihn erschießen, er soll sterben. Aber die beiden befinden sich an einem bösen Ort. Die inzüchtigen Einwohner des Städtchens Hopkins Bend hüten seit Generationen ein grauenvolles Geheimnis - und Jessica kommt ihnen für ihre perversen Spiele gerade recht. Dieser Roman ist ein Albtraum in einem Albtraum in einem Albtraum.

Rezension:
Jessica Sloan will von Hoke Mitchell ein Auto kaufen, einen echten Klassiker. Alles scheint in Ordnung zu sein, doch als sie in sein Haus geht, um das Geschäftliche zu besiegeln, fällt er über sie her und vergewaltigt sie. Zum Schluss teilt er ihr noch mit, dass er ihr das Auto nicht verkaufen wird. Jessica steht wie neben sich, sie fährt nach Hause und holt sich ihre Waffe, die ihr Vater ihr zu ihrem 18. Geburtstag geschenkt hat. Dann fährt sie wieder zu Hoke, kidnappt ihn und zwingt ihn, in den Kofferraum seines Autos zu steigen. Sie fährt mit ihm raus aus Nashville in ein Waldgebiet um den Ort Hopkins Bend um ihn zu töten. Doch so weit kommt es nicht, denn bevor sie abdrücken kann, wird ihr im Wald aufgelauert. Es beginnt ein Wettlauf auf Leben und Tod ...

Pete Miller und Megan Phillips sind ein junges Paar auf dem Weg zu einem Musikfestival. Doch unterwegs geht ihnen das Benzin aus, sodass sie in der Kleinstadt Hopkins Bend Halt machen, um zu tanken. Pete geht in den kleinen Tankstellenkiosk und wird zusammengeschlagen, vergewaltigt und entführt. Megan bemerkt zuerst nichts davon, da sie vollkommen in ein Buch vertieft ist, doch als sie nachsehen will, muss sie feststellen, dass der Kiosk geschlossen ist. Sie sieht, wie Pete durch die Hintertür in einen Lieferwagen verladen wird und dieser mit ihm die Stadt verlässt. Auf sich allein gestellt macht sie sich auf die Suche nach ihm, nicht wissend, dass in dieser Stadt alles anders ist als anderswo. Als sie den örtlichen Sheriff Rich DeMars um Hilfe bittet, bezichtigt er sie des Mordes und sperrt sie ein, nur um sie später in einen Stripclub mit angeschlossenem Bordell zu verkaufen. Pete wird derweil von einer ortsansässigen Sippe gefangen gehalten und lernt seine Mitgefangene Justine kennen, die bereits länger in ihrer Gefangenschaft aushaart.

Abigail Maynard ist die zweite von drei Töchtern der Maynard-Sippe. Sie ist in Hopkins Bend geboren und aufgewachsen und dennoch unterscheidet sie sich grundlegend von allen anderen, denn mit ihren 20 Jahren hat sie noch immer kein Kind zur Welt gebracht - eine Unmöglichkeit in ihrer inzestverseuchten Familie. Ihre ältere Schwester Ruth hat immerhin 8 Kinder geboren, bevor sie starb und ihre 15-jährige Schwester Laura ist schon mit ihrem 3. Kind schwanger. Nur Abigail selbst war es bisher nicht vergönnt, Leben in sich zu tragen, egal von wem, nicht einmal ihr Cousin, der es bisher geschafft hat, alle Frauen ihrer Sippe zu schwängern, hatte bei ihr Erfolg. Derweil beschäftigt sich Abigail lieber mit dem Opfer für das große Sommerfest - Michelle Runyon, einer jungen Frau aus Philadelphia. Auch sie kam nach Hopkins Bend - wurde hier allerdings recht schnell von der Maynard-Sippe gefangen.

Alle Einwohner von Hopkins Bend arbeiten fieberhaft darauf hin, dass das große Sommerfest, dass am kommenden Wochenende stattfinden soll, reibungslos über die Bühne geht. Das in diesem Jahr so viele Opfergaben nach Hopkins Bend kommen und ihnen förmlich in ihre Vorratskammern fallen, scheint ein echter Glücksfall zu sein. Doch nicht jede Opfergabe ist bereit, so ohne weiteres ihr Leben zu lassen ...


Was für ein verkommenes Buch! In der Tat macht der Name dem Buch alle Ehre, von Inzest über sexuelle Gewalt bis Kannibalismus, fast jede noch so verkommene Vorstellung wird bedient. Der Plot ist sehr detailliert und schonungslos erarbeitet, den Schreibstil kann man unbedenklich als verkommen bezeichnen, angesichts der Tatsache, dass das Buch einige deftige Beschreibungen beinhaltet. Allerdings muss ich gestehen, so gut mir das Buch und vor allem auch der Plot gefallen hat, es fehlte für mich immer noch ein Stück dieses Gänsehautfeelings, das sich einfach nicht einstellen wollte, obwohl das Buch mit einigen Tabus bricht. Die Protagonisten sind sehr einzigartig gestaltet. Besonders interessant fand ich, dass sich diese während des Buches, das in einer kleinen Stadt spielt, nicht begegnen, sondern jeder alleine gegen die jeweilige Gefahr ankämpfen muss.



Bewertung

Der Autor:
Bryan Smith lebt in Tennessee/USA. Er ist Autor zahlreicher Horrorromane. Er schreibt mit einer explosiven Kraft. In Rekordzeit hat er sich an die Seite von Richard Laymon, Edward Lee und Jack Ketchum gekämpft, in die Riege der Kultautoren brutaler Thriller.

Zum Facebookprofil des Autoren kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:

Kleeblatt hat mir von dem Buch erzählt und da es mich interessiert, wurde es von mir in meine Bibliothek aufgenommen.


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