Dienstag, 8. Mai 2012

[Rezension] Scott Mebus - Der Auserwählte (Band 1)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 384
ISBN: 978-3-789-14263-5
Erscheinungstermin: 27. Februar 2009
Format: Hardcover

Verlag: Oetinger

Klappentext:
Götter, Geister, Abenteuer! Siehst du die Wahrheit hinter den Dingen? Rory traut seinen Augen kaum: Mitten in Manhattan sieht er einen steinernen Löwenkopf, der zum Leben erwacht, eine Kakerlake, die auf einer Ratte reitet und einen Indianer, der ihn aus der Ferne beobachtet. Kurz darauf erfährt er, dass er ein Auserwählter ist, der Dinge sehen, die anderen verborgen bleiben. Diese Entdeckung bringt ihn in große Gefahr, denn gemeinsam mit dem Zauberer Hex, dem Papierjungen Toy und seiner Schwester gerät er in ein unglaubliches Abenteuer in einer Parallelwelt mitten in Manhattan – der Welt der Munsee-Indianer, die seit Jahrhunderten in Mannahatta gefangen sind. Bald schon steht er vor der schwierigsten Entscheidung seines Lebens …

Rezension:
Rory Hennessy ist 13 und lebt mit seiner Mutter und seiner 9-jährigen Schwester Bridget in Manhattan, New York. Der Vater hat die Familie vor vielen Jahren verlassen, sodass sich die Familie allein durchschlagen muss. Rorys Mutter geht den ganzen Tag arbeiten, sogar an den Wochenenden muss sie das teilweise tun und dennoch ist anscheinend nie genügend Geld im Haus, ein immer wiederkehrendes Streitthema in der Familie. Dieses Jahr ist es besonders schlimm, sodass Bridget nicht, wie gewöhnlich, die Ferien über in ein Ferienlager fahren kann, sondern Rory sich um seine kleine Schwester kümmern muss. Rory ist natürlich nicht begeistert, doch er weiß, dass die Familie zusammen halten muss.

Bridgets 9. Geburtstag soll dennoch etwas besonderes sein. Ihre Mutter engagiert den Zauberer Hex, dessen Tricks Rory jedoch schnell durchschaut. Er mag Zauberer nicht, da für ihn die Zauberkunststücke immer nur billige Illusionen sind und er sie jedes Mal durchschaut. Auch diesmal durchschaut Rory alle Tricks. Als er jedoch als Freiwilliger für ein Kunststück ausgesucht wird, gelingt dem Magier das, was noch nie jemanden gelungen ist. Er vollbringt einen Trick, den Rory nicht durchschauen kann. Rory ist anfänglich verwirrt, dann kommt er jedoch zu der Erkenntnis, dass es sich um eine sehr gelungene Illusion gehandelt hat. Irgendetwas hat sich jedoch in Rory verändert, das bemerkt er spätestens, als er sieht, wie ein Wasserspeier eine Taube verspeist. Es fällt ihm immer schwerer, an Halluzinationen zu glauben, als er eine Küchenschabe auf einer Ratte reiten sieht. Als sich diese später als Fritz M´Garoth mit seiner Reitratte Clarence vorstellt, weiß Rory, dass er sich unbedingt mit diesem Zauberer in Verbindung setzen muss, um herauszufinden, was genau passiert ist.     

Zusammen mit seiner Schwester Bridget macht er sich auf die Suche nach Hex, doch ihn zu finden ist gar nicht so einfach. Stattdessen sieht er plötzlich Indianer in der Stadt und begegnet allerhand skurrilen Gestalten und auch seine Schwester scheint diese Wesen sehen zu können. Als er Hex endlich ausfindig machen kann, erzählt dieser ihm etwas Unglaubliches. Es gibt eine Welt hinter dieser Welt, durch nur ein "Licht" kann diese sehen und mit Hilfe dieses "Lichts" ist es auch möglich, dass normale Menschen diese andere Welt sehen. Rory ist ein solches "Licht" und mit seiner Hilfe kann Bridget die Welt hinter der realen Welt sehen und ist bezaubert. Doch in dieser anderen Welt ist alles anders. In ihr regieren Götter. Für jede Gelegenheit gibt es einen Gott, es gibt einen Gott-Bürgermeister und einen Rat der 12 (Götter), die über die Stadt regieren. Doch diese Regierung ist nicht unumstritten - die Rasselwache hat es sich zum Ziel gemacht, die Fehler im System aufzuzeigen. Bei der Rasselwache handelt es sich um 5 Götterkinder, die selbst zwar unsterblich sind, jedoch nie Götter sein werden. Hex hat Rory von der Vertreibung der Munsee-Indianer berichtet und dass es die Aufgabe des "Lichts" ist, diese zu befreien. Rory zögert erst, muss aber einsehen, dass seine Familie in Gefahr ist, solange er seine Aufgabe nicht erfüllt hat. Zusammen mit Bridget, Hex, der Rasselwache und dem letzen freien Munsee Wampage macht er sich auf in das Abenteuer, die Munsee aus ihrer Gefangenschaft zu befreien. Doch Verrat lauert überall, sogar in den eigenen Reihen ...


Was für eine bezaubernde Geschichte! Der Plot ist ganz wundervoll und phantastisch ausgearbeitet, überall wimmelt es von historischen Persönlichkeiten in Geister- und Götterform und auch den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm und einfach zu lesen. An einigen Stellen hätte ich mir allerdings etwas mehr Action gewünscht. Die Figuren wurden sehr detailliert und facettenreich in Szene gesetzt, sodass ich zwischendurch immer wieder mit mir ins Hadern kam, wer auf welcher Seite steht. Auf jeden Fall handelt es sich hier um einen interessanten Auftakt zur Gods-of-Manhattan-Trilogie und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Band "Die Verschwörung".



Bewertung

Der Autor:
Scott Mebus arbeitet als Autor, Produzent und Regisseur für Fernsehen, Film und Theater und hat bereits einige Romane für Erwachsene veröffentlicht. Die Trilogie »Gods of Manhattan« ist sein Debüt als Kinderbuchautor. Scott Mebus lebt in Manhattan, dem Schauplatz der Abenteuer von Rory und Bridget, und er weiß, es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt…

Zur Webside des Autoren kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:

Immer wieder bin ich in meiner Bücherei um diese Reihe herumgeschlichen. Immer wieder wollte ich im Internet recherchieren und habe sie mir doch spontan - so ganz ohne Recherche - ausgeliehen.


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