Montag, 25. Juni 2012

[Rezension] Mechtild Borrmann - Wenn das Herz im Kopf schlägt


Vorab ein paar Eckdaten:  
Seitenanzahl: 237
ISBN: 978-3-937-00170-8
Erscheinungstermin: 28. Februar 2006 
Preis: 9,50 EUR (D)
Format: Taschenbuch
 
Verlag: KBV


Klappentext:
"Von den Schreien wird sie wach. Von der Stille danach. Sie stolpert barfuß die steile Holztreppe hinunter, stößt sich den Zeh an der Schwelle zur Spülküche, drückt ihr ganzes Gewicht gegen die schwere Tür. Das Neonlicht beißt in ihren Augen. Vom Küchentisch tropft Tee die Wachstuchdecke hinunter und sammelt sich zu einer Pfütze auf dem Linoleumboden. Die dicke Kanne liegt reglos auf Bauch und Tülle. Ein Stuhl ist zerbrochen. Ihr Herz schlägt im Kopf." Der alte Gietmann ist tot. Sie finden seine Leiche grausam zugerichtet auf einem Feldweg inmitten der endlosen Felder des Niederrheins. Noch am gleichen Tag erscheint in der örtlichen Tageszeitung seine Todesanzeige. "Begrenzt ist das Leben, doch unendlich die Erinnerung." Peter Böhm und seine Kollegen von der Kripo Kleve stoßen bei ihren Nachforschungen überall im Dorf auf Schweigen. Als drei Tage später eine weitere Männerleiche gefunden wird, macht sich unter den Bewohnern des Ortes Angst breit.

Rezension:
Am 13. April 1967 muss die 7-jährige Anna Behrens das Ende ihrer Mutter mit ansehen, nachdem der Vater sie in einem Eifersuchtsanfall verprügelt hat. Kurz darauf wird er wegen Mordes an seiner Frau verhaftet und begeht Selbstmord. Doch was geschah wirklich in jener Nacht?

Am 25. März 2000 erhält die nunmehr Erwachsene Anna Behrens, die als Übersetzerin für einen Verlag von zu Hause aus arbeitet, die Nachricht, dass ihre verstorbene Großmutter Johanna Behrens ihr eine Kate, 20 Hektar Weideland und einen Eichenhain in Kleve testamentarisch vermacht hat. Seit jener Nacht war Anna nicht mehr in Kleve gewesen, aufgewachsen ist sie nach diesen traumatischen Erlebnissen bei einer Tante und deren Mann. Lange hat sie gebraucht, um das Erlebte zu verarbeiten - doch es ist noch nicht vorbei. Im April 2000 fährt Anna nach Kleve, um ihr Erbe anzutreten. Die wenigstens sind begeistert darüber, dass Anna alles vererbt bekommen hat, am allerwenigsten Ludwig Lüders, der mit Johanna Behrens eine Erbpacht für das Grundstück vereinbart hatte. Doch es wurde nie etwas schriftlich aufgesetzt, sodass Lüders alle Investitionen umsonst getätigt hat, da er nunmehr nicht Eigentümer des erwarteten Grund und Bodens geworden ist. Anna ist wenig bekommen, sobald sie die Kate betritt, bricht alles wieder heraus, was sie so sorgsam in sich vergraben hat.

Anna verlässt Kleve und hat nicht vor, diesen Ort je wieder zu sehen. Kurze Zeit darauf ereignet sich ein Mord. Manfred Gietmann, Bauunternehmer und Landwirt, wird ermordet aufgefunden. Wer hatte ein Motiv ihn umzubringen. Peter Böhm, ortsansässiger Kriminalpolizist, nimmt die Ermittlungen auf. Er stößt auf Ludwig Lüders, der mit dem Ermordeten Streitigkeiten hatte, aber ein wirkliches Motiv ist nicht zu erkennen. Trotz intensiver Ermittlungen, kommt Böhm den Täter einfach nicht näher. 3 Tage später wird die nächste Leiche gefunden ... es handelt sich um Ludwig Lüders. Wer hatte einen Grund, diesen Umzubringen. Böhm beschließt, in der Vergangenheit zu forschen, denn beide Männer waren seit mehr als 30 Jahren Mitglieder eines Stammtisches im Ort. Wusste dieser Stammtisch etwas, dass er nicht wissen durfte? Welches Motiv hat der Mörder, nach und nach die mittlerweile älteren Herren zu ermorden, denn eines steht fest, Lüders war bestimmt nicht das letzte Opfer und in der Tat, der Mörder ist schon wieder auf der Jagd ...


Was für ein überaus interessantes Krimi-Debüt! Der Plot wurde sehr gut ausgearbeitet, gerade die vorgespielte ländliche Idylle mit den typischen Dorf-Protagonisten fand ich ganz hervorragend in Szene gesetzt. Auch die Figuren wurden sehr detailliert, jedoch sehr einzigartig ausgearbeitet, sodass jederzeit ein Wiedererkennungswert vorhanden war und ich nicht lange überlegen musste, wer wer ist. Den Schreibstil empfand ich als angenehm und leicht verständlich zu lesen, hätte mir jedoch an einigen Stellen eine etwas fesselndere Schreibweise gewünscht. Alles in allem ein sehr interessantes Debüt mit einem am Anfang nicht offensichtlichem Ausgang. 

Bewertung: 



Die Autorin:
Mechthild Borrmann, 1960 in Köln geboren, verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Kleve am Niederrhein. Sie arbeitete fünfzehn Jahre in verschiedenen pädagogischen Einrichtungen. Heute lebt sie in einem kleinen Dorf am Teutoburger Wald und führt in der Altstadt von Bielefeld ein Restaurant. Ihr erster Kriminalroman, „Wenn das Herz im Kopf schlägt“, ist 2006 erschienen.

Zur Webside der Autorin kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:

An dieser Stelle möchte ich mir herzlich bei



bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.


Keine Kommentare: