Freitag, 23. November 2012

[Rezension] Ines Thorn - Die Verbrechen von Frankfurt 04: Frevlerhand




Leseprobe


Eckdaten:
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: rororo (1. Oktober 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499259079
ISBN-13: 978-3499259074
Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 2,8 cm

Inhalt gem. Rowohlt-Verlag:
Wenn die Gräber sich auftun, ist die Hölle nah.
Ein mysteriöser Prediger schlägt die Bürger
Frankfurts mit dunklen Reden in seinen Bann.
Besorgt sieht die Richterswitwe Gustelies, wie
sogar ihre Freundin Jutta zu einer Jüngerin des glutäugigen Fremden wird. Als plötzlich in der Stadt Tote auftauchen – in offenen Gräbern,
gehüllt in weiße Gewänder – gerät der Höllen-
prediger sofort in Verdacht. Verkündet er nicht stets, die Erde sei in Wahrheit die Hölle? Wieder einmal muss Gustelies ermitteln – und kommt dem Mörder näher, als ihr lieb ist ..

Zum Buch:
Gustelies, eine Frau jenseits der 50, ist mit sich und der Welt unzufrieden. Als Witwe eines Richters führt sie nunmehr ihrem Bruder, Pater Nau, den Haushalt und fungiert als Pfarrhausköchin.
Auch von ihrer Tochter fühlt sie sich als Köchin und Babysitter ausgenutzt. Sie hat das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden und das lässt sie mürrisch werden.
Als sie auf dem Friedhof eine weibliche Leiche in einem weißen Kleid mit einem Aschekreuz auf der Stirn in einem ausgehobenen Grab liegen sieht, glauben ihr weder ihr Schwiegersohn, der Richter ist, noch ihr Bruder. Sie reden solange auf sie ein, dass sie selbst anfängt zu zweifeln.
Dann aber tauchen weitere tote Frauen auf, ebenso gekleidet wie die erste Tote.
Gustelies fühlt sich berufen, den Morden auf den Grund zu gehen und unterstützt ihren Schwiegersohn bei den Ermittlungen.
Schnell werden Vermutungen angestellt, dass es sich um den Prediger handeln könne, der gerade in Frankfurt jeden Tag aufrührerische Reden führt, dass das Leben hier auf Erden bereits die Hölle wäre. Die Damenwelt Frankfurts strebt zu dem attraktiven Prediger hin, der der Meinung ist, die Lösung wäre die Liebe und der im Anschluss seiner Predigt Küsse verteilt. 
Gustelies hat das Gefühl, dass alle Frauen verrückt geworden sind, was auch ihre beste Freundin Jutta mit einschließt.
Sie lässt sich jedoch nicht beirren und schenkt ihre ganze Aufmerksamkeit der Aufklärung der seltsamen Morde. Wird es ihr gelingen, die Gemeinsamkeiten zwischen den Toten zu erkennen und den Mörder zu finden? ...

Obwohl es schon der 4. Teil um Gustelies und ihre Familie ist, ist es für mich das erste Buch, das ich von der Autorin überhaupt gelesen habe.

Sie führte mich in das mittelalterliche Frankfurt, wo man anhand der Namen noch die Berufe der Leute erkannte. Mit klaren und einfachen Worten ließ sie mich am Leben in Frankfurt teilhaben. Die Atmosphäre auf dem Römer, auf dem der Prediger seine Reden hielt, war förmlich zu spüren.

Die Protagonistin Gustelies, an den Namen musste ich mich erst mal gewöhnen, ist eine Frau über 50, die inzwischen mit ihrem Alter Probleme hat. Sie fühlt sich alt und hat das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, was sie unzufrieden werden ließ. Ihre Ängste und Auseinandersetzung damit kann man sehr gut nachvollziehen.
So beschließt sie von einem Tag auf den anderen, mal nur an sich zu denken und stellte das Kochen und Bemuttern von Pater Nau und der Familie ihrer Tochter ein, sehr zum Entsetzen aller Beteiligten.
Mit großem Einsatz widmet sie sich der Aufklärung der Mordfälle, die nur Frauen betrafen. Mit ihrem eigenen Charme, ihrem großen Herzen und Engagement holt sie sich die Informationen, die sie braucht und hilft somit ihrem Schwiegersohn, der die Mordfälle eigentlich ermitteln sollte. Oftmals ist sie ihm einen Schritt voraus.
Im Laufe ihrer Ermittlungen trifft Gustelies auch auf ihre erste große Liebe. 
Zu der damaligen Zeit wurden die Ehen zweckmäßig von den Eltern arrangiert, so dass ihre Liebe damals keine Chance hatte.
Obwohl der Goldschläger der Vater eines der toten Mädchen ist, fängt das alte Herz von Gustelies wieder an in seiner Gegenwart schneller zu schlagen. 
Sehr einfühlsam hat die Autorin diese damalige Liebe wieder erweckt und als Leser hofft man für Gustelies, dass daraus mehr werden würde.

Ines Thorn hat einen leicht flüssigen Schreibstil. Es ist leicht, die verschiedensten Protagonisten ins Herz zu schließen, mit ihren verschobenen Macken und Kanten. 
Auch wenn es ein Krimi ist, findet man hier Humor, Trauer, Liebe, mit liebenswerten und teils auch mit gestörten Charakteren. Es ist eine ausgewogene Mischung, die uns das Leben zu der damaligen Zeit in Frankfurt näher bringt.

Reiheninfo von "Die Verbrechen von Frankfurt":
01: Galgentochter
02: Höllenknecht
03: Totenreich
04: Frevlerhand
05: Satanskind


Bewertung:



Zur Autorin:
(Text von Rowohlt-Verlag)
Ines Thorn wurde 1964 in Leipzig geboren. Nach einer Lehre als Buchhändlerin studierte sie Germanistik, Slawistik und Kulturphilosophie. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Von Ines Thorn wurden gelesen und rezensiert:

 

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag

bedanken, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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