Dienstag, 18. Dezember 2012

[Rezension] Andrea Reichart - Safranträume




Leseträume


Eckdaten:
Taschenbuch: 210 Seiten
Verlag: Oldigor Verlag; Auflage: 1., verb. Aufl. (26. Oktober 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3943697444
ISBN-13: 978-3943697445
Größe und/oder Gewicht: 20 x 12,4 x 1 cm

Inhalt gem. Oldigor-Verlag:
Als die phantasievolle und poetische Lara mit ihren Eltern nach Osteuropa ziehen muss, um Straßenhunde zu retten, bricht Rogers Welt zusammen. Ein Jahr später entdeckt er im Internet, was aus ihr geworden ist. Der begnadete Jungkoch kann mit dem Schock kaum umgehen. Seine Mutter Rita springt schließlich über ihren Schatten. Ihr geschiedener Mann soll sich anonym mit dem eigenen Sohn im Internet „anfreunden“. Kann er ihrem Jungen den Glauben an die Liebe zurückgeben? Und ihr vielleicht auch?
Eine Geschichte voller Poesie und Zuversicht – für alle, die gerade erst ins Abenteuer der Liebe aufbrechen und die, die nach Umwegen dorthin zurückfinden wollen.

Zum Buch:
Lara und Roger sind Freunde. Sie sind 14 Jahre, gehen in die selbe Klasse und helfen sich gegenseitig bei den Schularbeiten, die sie im Voyer vom Hotel Sorglos machen. Roger ist Legastheniker und lernt, indem Lara, obwohl sie stottert, für ihn laut vorliest.
Für die beiden bricht eine Welt zusammen, als Lara von ihren Eltern vor die vollendete Tatsache stellt, dass sie in 2 Tagen ihre Zelte in Deutschland abbrechen und in einem osteuropäischen Land neu anfangen wollen. Die Eltern haben sich den Tierschutz zur Lebensaufgabe gemacht. Sie retten Hunde und suchen für sie ein neues Zuhause. 
Roger und Lara halten durch Briefe Kontakt.
Roger, der jetzt ohne Lara auskommen muss, sieht in der Schule keinen Sinn, so dass er irgendwann anfängt, die Schule zu schwänzen. Als seine Mutter davon Wind bekommt, stellt sie ihm die Wahl, entweder er sucht sich eine Ausbildung oder er hat die Konsequenzen zu tragen.
Roger, der schon lange für seine 3 Geschwister das Essen macht, liegen die Gene eines Kochs im Blut, ist doch sein Vater, der die Familie wegen einer anderen Frau verlassen hatte, ebenfalls Koch.
Nach einer Woche Aushilfe in der Spülküche bei Direktor Sorglos im Hotel erhält er einen Ausbildungsvertrag. Er entpuppt sich als Glücksgriff, denn das ist genau das, was er will.
Als er seine Zwischenprüfung mit guten Noten besteht, schenkt ihm Sorglos einen Computer, mit dem er sich nunmehr auch ins Social Netzwerk einloggen kann.
Endlich hat er die Möglichkeit, mit Lara sich über das Internet zu verständigen. Was er aber von Lara findet, lässt ihn erkennen, dass das nicht mehr die Lara ist, die er kennt. Er verfällt in eine tiefe Krise, die ihn alles egal sein lassen.
Da fasst seine Mutter einen Entschluss. Sie kontaktiert ihren geschiedenen Mann und gemeinsam versuchen sie Roger anonym über das Netz wieder aufzurichten und für ihn als Vertrauenspersonen da zu sein...

Was für eine schöne, berührende Geschichte, die die Autorin dem Leser hier erzählt.
Eine Geschichte, die mit einer tiefen Freundschaft zwischen 2 Jugendlichen beginnt, die auch nach einer räumlichen Trennung nicht an Intensität einbüßt.

Aber es geht in dem Buch nicht nur um die beiden Jugendlichen. 
Es werden auch die Geschichten der Eltern erzählt.
Laras Eltern, die nichts so sehr lieben, wie die Herausforderung mit den Hunden, die sie retten wollen, sind so fanatisch in ihrem Tun, dass sie die Sorgen und Nöte ihrer Tochter nicht bemerken. Statt ihr ein wenig Freiraum zu gönnen, wird Lara für ihre Zwecke eingespannt, alles zum Wohle der Hunde.

Die Eltern von Roger sind geschieden, nachdem der Vater sich nach einer jüngeren Frau umgesehen hatte. Die Liebe blieb durch den Alltag auf der Strecke.
Der Vater kochte nunmehr in der Schweiz, hat aber nie die Hoffnung aufgegeben, dass seine Frau sich wieder besinnen möge und es doch noch einmal einen Neuanfang für sie geben möge.
Als die Mutter sich große Sorgen um Roger machte, wollte sie das nicht mehr allein durchstehen und hat sich an den Vater gewandt.
Die Idee, wie man dem Sohn helfen könnte, ließ auch die Eltern erkennen, was sie verloren hatten und sich neu kennenlernen.

Sehr einfühlsam ist es der Autorin gelungen, die zarte Liebe zwischen Roger und Lara zu erzählen, die aus einer tiefen Jugendfreundschaft entstand.
Die beiden Protagonisten sind sehr sympathisch gezeichnet und als Leser konnte ich mir sehr gut vorstellen, mit ihnen befreundet zu sein.

Ich schwankte des öfteren zwischen schmunzeln und dem Gefühl, dass mir vor Rührung die Tränen in den Augen standen. 
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, die Idee des Romans ist sehr gut umgesetzt und macht neugierig auf weitere Bücher der Autorin.

Die Gestaltung des Covers ist dem Buch 100 %ig angepasst und wunderschön gestaltet. Eine absoluter Hingucker, das die Augen des Lesers magisch anzieht.

Ein wunderschönes Buch, das meinetwegen gern ein paar Seiten mehr hätte haben können, damit ich mich ein wenig länger in der Geschichte hätte verlieren können.
Absolut empfehlenswert.


Bewertung:




Zur Autorin:

(übernommen vom Oldigor Verlag)

Andrea Reichart wurde 1960 in Oberhausen geboren, verbrachte ihre Kindheit in den USA und die weiterführende Schulzeit in Deutschland (Essen). Nach ihrer Buchhandelslehre studierte sie Germanistik und Anglistik (MA, 1989), arbeitete bis 2004 als wissenschaftliche Assistentin an der Universität Essen am Lehrstuhl von Prof. H. Wenzel und besaß von 1992 bis 2008 in Essen einen Verlag und eine Buchhandlung.
1986 erschien eine von ihr und Peter Gustav Bartschat zusammengestellte Stilblütensammlung aus dem Buchhandel bei Eichborn unter dem Titel ‚Bücher welken nicht‘. 

Von Andrea Reichart wurden gelesen und rezensiert:


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim


bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat



Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

1 Kommentar:

Chimiko hat gesagt…

Das klingt wirklich super!
Aber meine Wunschliste ist schon so lang @.@