Donnerstag, 6. Dezember 2012

[Rezension] Margie Orford - Blutrose (Band 2)

Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 382
ISBN: 978-3-442-36908-9
Erscheinungstermin: 9. März 2009 (1. Auflage)
Format: Taschenbuch

Verlag: blanvalet

Klappentext:
Profilerin Clare Hart ist froh, für ein paar Tage Abstand von Polizeikapitän Riedwaan Faizal zu bekommen, auch wenn der Auftrag sie in den heruntergekommenen Hafen von Walfis Bay in Namibia führt. Die brutalen Morde an vier Jungen, die auf der Müllkippe lebten und die offensichtlich jede Menge Gemeinsamkeiten aufweisen, interessieren dort offenbar niemanden. Schon gar nicht die Offiziere des nahe gelegenen Militärstützpunkts. Als Clare dringend nahe gelegt wird, nicht im Abfall zu stochern und Riedwaan in den Fall einsteigt, wird die Stimmung so explosiv, wie das Geheimnis, das unter der verdörrten Erde der afrikanischen Wüste schlummert …


Rezension:
Nach ihrem letzten Fall sind sich Profilerin Dr. Clare Hart und Captain Riedwaan Faizal näher gekommen. Faizal wünscht sich mehr Nähe zu Clare, doch das ist etwas, was sie ihm nicht geben kann. Sie braucht ihre Freiheit wie die Luft zum Atmen und ist nicht gewillt, diese kampflos auszugeben. Zum Bruch zwischen den Beiden kommt es, als Clare durch Zufall erfährt, dass Faizals Frau zurück nach Südafrika kommen will - er hatte es ihr nicht gesagt. Um Abstand zu bekommen, geht sie einem Hilfeersuchen aus Namibia nach, denn dort werden bei einer Mordserie ihre Fähigkeiten als Profilerin zur Aufklärung der Verbrechen benötigt.

Derweil findet Herman Shipanga, Hausmeister an einer Schule in Namibia, auf dem Schulspielplatz die Leiche eines Jungen. Es ist bereits der dritte Tote innerhalb weniger Wochen und er ist dargestellt, wie die anderen beiden auch. Captain Tamar Damases, Leiterin der Mordabteilung in Walfis Bay weiß, dass sie Hilfe bei der Aufklärung dieser Verbrechen braucht, doch wen außer ihr kümmern schon Straßenkinder? Tamar selbst ist hochschwanger und zieht nach dem Tod ihrer Schwester ihren Neffen und ihre Nichte groß. Die Hilfe von Clare kommt ihr gelegen, denn es scheint offensichtlich, dass es die Frauen sind, die diese Mordserie aufklären müssen, da die männlichen Polizeibeamten teilweise bekannterweise korrupt sind. Die Dritte im Bunde sie die Rechtsmedizinerin Helena Kotze, die Tamar und Clare bestätigen kann, dass auch das Dritte Opfer namens Kaiser auf die Gleich Art und Weise wie die Beiden anderen gestorben ist. Fest steht nur, die Jungen haben ihrem Mörder vertraut, der tödliche Kopfschuss erfolgte jeweils aus ca. 20 cm Entfernung.

Der einzige gemeinsame Nenner der Opfer scheint die Tatsache zu sein, dass es sich um Straßenkinder handelte und diese in einer Fußballmannschaft, trainiert von Mara Thomson, die ein soziales Jahr in Namibia macht, gespielt haben. Clare schafft es, Licht in einige Aspekte der Morde zu bringen, dennoch, wirklich näher kommen sie dem Mörder nicht. Merkwürdig ist auch, dass der Täter die Leichen anscheinend noch zusätzlich verstümmelte. Clare steht unter großem Druck, zumal auch Faizal nach Namibia gereist ist, um bei den Ermittlungen zu helfen und um Clare zurück zu gewinnen, doch die Zeit drängt, denn der Täter hat schon sein nächstes Opfer im Visier ...


Eine gelungene Fortsetzung! Den Plot fand ich wieder sehr gut ausgearbeitet. Immer wieder legt die Autorin Spuren zu einem Motiv und dennoch, ich habe es bis zum Schluss nicht herausbekommen, es war wirklich sehr kniffelig. Was mir besonders gut gefallen hat ist, dass die Autorin in diesem Band deutlich mehr über die Hintergründe und Vergangenheit offenbart, was ja ein Punkt war, den es im ersten Band zu bemängeln gab. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob mir Clare sympathisch ist, eine interessante Persönlichkeit ist sie aber allemal. Der Schreibstil wies einige kleinere Längen auf, was jedoch dem Lesefluss keinen Abbruch getan hat. Was mir allerdings sehr missfallen hat sind die Namen. Gerade bei einem Namen wie "Helena Kotze" bin ich dafür diese Figur für den deutschsprachigen Markt leicht umzubenennen, denn bei diesem Namen stieß es mir immer übel auf. Als Fazit kann ich nur geben, dass mir dieses Buch angenehme Lesestunden bereitet hat und ich mich bereits jetzt auf den 3. Band der Reihe "Todestanz" freue.



Bewertung

Die Autorin:
Margie Orford, als Tochter südafrikanischer Eltern in London geboren, zog im Alter von sechs Jahren nach Namibia, wo ihre Eltern im Estosha National Park Löwen erforschten. Margie wuchs in Windhoek auf und studierte in Südafrika. Auf dem Höhepunkt der Apartheid wurde sie als Redakteurin der kritischen Studentenzeitung "Varsity" verhaftet und ein Jahr lang inhaftiert. Ihre Abschlussarbeiten in Philosophie und Englischer Literaturgeschichte schrieb sie im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses. Wieder auf freiem Fuß, wollte sie die Welt sehen und reiste per Anhalter von der iranisch-türkischen Grenze bis nach Amsterdam. Zurück in Südafrika studierte sie bei dem Literaturnobelpreisträger J.M. Coetzee. Sie verbrachte zwei Jahre in England und kehrte nach der Geburt ihrer ersten Tochter in das inzwischen befreite Namibia zurück. Dort arbeitete sie als Publizistin, Journalistin und Filmemacherin. Neben ihren preisgekrönten Zeitungsartikeln und Reportagen veröffentlichte sie Sachbücher und ein großes wissenschaftliches Werk über weibliches Schreiben in Namibia. "Blutsbräute" ist ihr erster Roman, der Presse und Publikum im südlichen Afrika im Sturm eroberte. Die Idee zu ihm kam ihr, als sie für eine Reportage über Frauen- und Kinderhandel in Kapstadt recherchierte. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Töchtern in Kapstadt. (von blanvalet übernommen)

Zur Webside der Autorin kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:

Nachdem ich den 1. Band der Reihe gelesen hatte, stand es natürlich außer Frage, dass ich auch dem 2. Band habhaft werden musste.

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