Freitag, 4. Januar 2013

[Rezension] Mia Morgowski - Dicke Hose




Leseprobe


Eckdaten:
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: rororo (1. Dezember 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499259230
ISBN-13: 978-3499259234
Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12,4 x 3,2 cm

Inhalt gem. Rowohlt-Verlag:
Frauen tragen Prada. Männer dicke Hose.
Um seinem besten Kumpel einen Gefallen zu tun, springt Alex kurzfristig als Verkäufer bei Miucci ein. Die Luxusmarke für Handtaschen und Damen-Unterwäsche ist natürlich so gar nicht seine Welt. Aber verkaufen, denkt er, kann man alles. Doch plötzlich soll Alex pinkfarbene Samtanzüge tragen und Gucci von Pucci unterscheiden. Dabei weiß er nicht mal, was eine Clutch ist, geschweige denn wie man sie hält! Was tun? Um seine neue Chefin zu beeindrucken, macht Alex erst einmal einen auf dicke Hose. Zu dumm nur, dass Victoria so verdammt attraktiv ist – und ihn schon bald durchschaut ...

Zum Buch:
Alexander Held, ein eher erfolgloser Immobilienmakler, trifft sich gern mit seinem Freund Florian bei Ben in der "Goldquelle". Dort sind sie gerade dabei, über ihren Urlaub zu reden, der in ein paar Tagen losgehen soll, da erleidet Florian einen Schwächeanfall. Obwohl er den nächsten Tag schon wieder nach Hause entlassen wurde, soll er in ein Krankenhaus, um diverse Untersuchungen vornehmen zu lassen.
Damit ist der Urlaub geplatzt. Zu allem bittet Florian Alexander auch noch, dass er ihn in seinem Geschäft, wo er Geschäftsführer ist, solange vertritt und auch seinem Vater nichts sagt, damit dieser sich keine Sorgen macht. In dem Geschäft würden Handy- und Laptoptaschen verkauft und Alex als Makler, der behauptet, es gäbe nichts, was er nicht verkaufen könnte, hätte sicherlich keine Probleme damit.
Alex, der nicht nein sagen kann, lässt sich darauf ein und findet sich schon kurz darauf in besagtem Geschäft ein.
Dort trifft er auf den schwulen Verkäufer Kai und die Verkäuferin Victoria, die sich ihm als Geschäftsführerin vorstellt. Aber in dem Geschäft werden keine Handy- oder Laptoptaschen verkauft, sondern Handtaschen und Mode der italienischen Marke Miucci.
Bevor Alex weiß wie ihm geschieht, stellt er sich den beiden als Florians Bruder vor, der demzufolge ebenso ein Sohn von Signor Micolucci ist, dem Chef des Ladens und damit löst er eine Welle von Lügen aus, die nicht mehr zu stoppen ist ...

Mia Morgowski legt hier einen ausgesprochen humorvollen Roman vor. Wenn man das Genre Chick-Lit mag, wird man mit diesem Werk einige entspannte und lustige Stunden verleben.

Der Protagonist Alexander, der genauso wie sein Freund Florian gern ein wenig aufschneidet, wenn es um den beruflichen Erfolg geht, wird genau aus diesem Grund von Florian gebeten, ihn während seiner Abwesenheit im Geschäft zu vertreten.
Da er gerade zu der Zeit Urlaub nehmen wollte, passt es zeitlich ganz gut und so ein bisschen Geschäftsführer spielen, kann ja wohl nicht so schwer sein.
Nicht vorhersehbar war für Alex, dass er sich dort gleich mit einer Lüge bekannt machen muss und leider bleibt es nicht bei der einen.
Alex nimmt so ziemlich Fettnäpfchen mit, das sich ihm bietet und reitet sich mit den Lügen, die sich wie eine Spirale um ihn winden, immer tiefer in den Sumpf hinein, aus dem es scheinbar kein Entrinnen mehr gibt.

Der Roman wurde aus der Sicht von Alexander geschrieben. Dabei finde ich nicht wichtig, was in den Dialogen gesagt wird, sondern viel interessanter und  aussagekräftiger sind die Dinge, die nicht gesagt werden. Sehr detailliert gelingt es der Autorin, dem Leser die Sichtweise von Alexander mitzuteilen, indem er nur "denkt". Die gedachten Kommentare, die er glücklicherweise seiner Umwelt nicht mitteilt, machen den eigentlichen Reiz dieses Buches aus. 
Mia Morgowski muss sich sehr gut mit der Psyche von Männern beschäftigt haben, um das dem Leser so glaubhaft mitteilen zu können. 
Nachdem ich nach ca. der Hälfte des Buches dieses einmal umdrehte und mir da wieder bewusst wurde, dass das Buch wirklich von einer Frau geschrieben wurde, habe ich sie dafür bewundert.  

Auch wenn Alexander ein Chaot und Lügner ist, hat er meine Sympathie gehabt. Nach all den Lügen habe ich zwischendurch schon fast nicht mehr daran geglaubt, dass er da wieder heil rauskommt.
Sehr gelungen fand ich die Verbindung, die die Autorin mit dem eigentlichen Beruf von Alex als Makler mit dem Aushilfsjob vom Geschäft geschlagen hat. Aber auch hier wieder Lügen über Lügen.
Die Autorin lässt in ihrem Buch neben den Hauptprotagonisten auch eine Reihe von Nebenfiguren erscheinen, die teils sympathisch sind und auch ihre Macken und Kanten haben, aber auch Personen, denen man nicht in der Realität begegnen möchte.

Als sehr gelungen finde ich die Covergestaltung mit dem Küken. Dass dieses Küken auch noch als Daumenkino auf so gut wie jeder Seite unten erscheint, ist eine geniale Idee, zumal es auch passend zum Inhalt ist.

Es ist ein Buch, bei dem man total abschalten und die Seele baumeln lassen kann. Man muss nicht mitdenken, sondern einfach nur die Missgeschicke und Lügen von Alexander auf sich wirken lassen. 
Ich habe mich mit diesem Buch wunderbar unterhalten und empfehle es gern weiter.    

Bewertung:


Zur Autorin:
(Text vom Rowohlt-Verlag)
Mia Morgowski ist gebürtige Hamburgerin. Viele Jahre hat sie als Grafik-Designerin in verschiedenen Werbeagenturen gearbeitet. 2008 erschien ihr Debütroman «Kein Sex ist auch keine Lösung», der es auf die «Spiegel»-Bestsellerliste schaffte und sich bisher fast 200 000-mal verkaufte. Die Verfilmung kam im Herbst 2011 in die Kinos.


Von Mia Morgowski wurden gelesen und rezensiert:
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An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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