Donnerstag, 14. Februar 2013

[Rezension] Antje Wagner - Ein Zimmer im Briefumschlag: Liebesbriefe aus Erfurt


Vorab ein paar Eckdaten:  
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 220 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 113 Seiten

Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN:
B00AQK4O06

Klappentext gem. Amazon:
Was geschieht, wenn der geliebte Mensch nicht antwortet? Wenn das Warten Raum greift und alles umher sich zu verändern scheint? Man beginnt, die Sehnsucht zu beschwören. Diese siebzehn Briefe, die entstanden sind, als Antje Wagner als Stadtschreiberin in Erfurt arbeitete, entwerfen die Stadt als eine rätselhafte Geliebte und zeichnen eine betörende Landkarte des Vermissens.


Rezension:
2006 erhielt Antje Wagner den Erfurter Stadtschreiber-Literaturpreis und konnte vier Monate (Frühjahr und Sommer) lang in Erfurt leben und schreiben (Schattengeschicht). Zur ihren Aufgaben während der vier Monate Aufenthalt gehörte eine wöchentliche Kolumne in der Thüringer Allgemeinen, doch anstatt eine typische Kolumne abzuliefern, beschritt Antje Wagner neue Wege - sie veröffentlichte jede Woche einen Liebesbrief an einen unbekannten Empfänger. 17 Liebesbriefe veröffentlichte sie und sie bekam sogar Antworten! Nach Beendigung ihrer Stadtschreiber-Karriere wurden alle Briefe in einem Werk veröffentlicht und es gab sogar einen 18. Liebesbrief, der nur in diesem Werk erschienen ist - Ein Zimmer im Briefumschlag ward geboren.

Bereits in ihrem allerersten Brief, gleich nach ihrer Ankunft verfasst, hat Antje Wagner es erneut geschafft, mich zu bezaubern. Es ist nicht nur der Brief an sich (wobei ich die Frage nach einer Kind-Abgabe in einer Synagoge schon ausgesprochen erquickend fand), nein, auch der Schreibstil und die Wortfindung haben mich bereits von den ersten Zeilen an gepackt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. In ihren Briefen erzählt sie dem unbekannten Empfänger, was sie erlebt hat, wie sie die Stadt fühlt und lässt den Leser Erfurt durch ihre Augen entdecken. Wie ihre Bücher, so sind auch ihre Liebesbriefe einfach wortgewaltig. Diese strahlen eine Intensität aus, die ich noch nie in einem Brief erlebt habe. Ich möchte nicht zuviel verraten, an dieser Stelle meine Empfehlung: Wenn ihr euch dort Worte und Bilder bezaubern lassen wollte, ihr Erfurt durch Antje Wagners Augen sehen und fühlen wollt, dann lest diese Liebesbriefe - und bleibt wehmütig zurück, denn einen solchen Brief bekommen im realen Leben wohl nur die wenigsten von uns.


Was soll ich sagen, außer: dass ich förmlich sprachlos bin. Wieder hat es Antje Wagner geschafft, mich zu bezaubern und in ihren Bann zu schlagen. Ich war noch nie in Erfurt und dennoch habe ich das Gefühl, dass ich diese Stadt kenne, die Menschen, die in ihr Leben, gerade so, als wäre ich selbst bereits über mehrere Wochen vor Ort gewesen. Noch immer bin ich hingerissen und eines weiß ich jetzt schon mit Bestimmtheit: Wenn ich mal die Gelegenheit erhalte, nach Erfurt zu kommen, dann werde ich mich mit den Liebesbriefen bewaffnen und mir Erfurt mit Hilfe der Briefe durch Antje Wagners Augen im realen Leben ansehen, ich werde die Pinguine suchen und auch vor Venedig werde ich nicht halt machen. Eines sei angemerkt: Antje Wagner hat das Potential, ihre Leser süchtig an ihren geschriebenen Worten zu machen und nun heißt es für mich leider wieder warten, auf neue Werke, die es genüsslich zu inhalieren gilt.

Bewertung: 

Die Autorin:
Antje Wagner wurde 1974 in Lutherstadt Wittenberg geboren. Sie schreibt Erzählungen und Romane für Erwachsene und Jugendliche. Sie lebt in Potsdam und arbeitet auch als Sprecherin und als Übersetzerin aus dem Englischen. (übernommen von bloomsbury)

Die Homepage der Autorin findet ihr hier.





Wie ich zu dem Buch kam:

An dieser Stelle möchte ich mir herzlich bei

bedanken, die mir diese wundervolle Sammlung zum Lesegenuss zur Verfügung gestellt hat. An dieser Stelle muss ich nochmals erwähnen: Ich benötige Nachschub!

Eine Kleinigkeit sei noch angemerkt: Diese wundervollen Liebesbriefe haben es geschafft, dass ich meine Scheu vor meinem E-Book-Reader überwunden habe, denn wenn ich auch das Gefühl von Papier zwischen meinen Händen vermisst habe, so würde ich doch den Lesegenuss, den mir die Briefe bereitet haben, nicht missen wollen.

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