Mittwoch, 20. Februar 2013

[Rezension] Gabriella Engelmann / Jakob M. Leonhardt - Im Pyjama um halb vier




Leseprobe


Eckdaten:
Broschiert: 237 Seiten
Verlag: Arena (Januar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3401067931
ISBN-13: 978-3401067933
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 20 x 13,4 x 3,2 cm

Inhalt gem. Arena-Verlag:
Lulu macht sich bei Facebook auf die Suche nach dem Ben, den sie auf der letzten Party kennengelernt hat. Sie findet … einen anderen, mit dem sie von nun an jeden Tag chattet. Sie erzählen sich Dinge, die sie sonst niemandem erzählen würden. Dinge, die unter normalen Umständen unausgesprochen bleiben. Und plötzlich entstehen Gefühle, gegenüber diesem Fremden, den man eigentlich gar nicht kennt.

Zum Buch:
Lulu sucht auf Facebook nach dem besten Freund von Marco, Ben Schumann. Da nicht jedes Profil ein Foto beinhaltet, fragt sie auf gut Glück irgendeinen Ben Schumann, nicht wissend, dass das der Beginn eine außergewöhnlichen Facebook-Freundschaft werden wird.
Lulu ist 16 Jahre, wohnt in Hamburg, und tanzt in ihrer Freizeit im Ballett, wo sie auch Marco, einen Tänzer, kennengelernt hat. Über Ben wollte sie ein wenig über ihn erfahren.
Ben ist 17 Jahre alt und lebt in München. Er ist begeisterter Basketballer und himmelt ein Mädchen namens Larissa an.
Als Lulu und Ben auf Facebook aufeinandertreffen sind sie sich noch fremd. Im Laufe der Zeit lernen sie sich kennen und machen einen Deal aus. Lulu darf ihn alles fragen, was Jungs betrifft und Ben darf sie in Sachen Mädchen kontaktieren. 
Fast jeden Tag gehen Nachrichten hin und her und sie selbst kommen sich immer näher ...

Das Phänomen Facebook ist schon erstaunlich. Nicht nur, dass man dort Freunde wiedertrifft, die man aus den Augen verloren hat, auch eine Fülle von Informationen und Nachrichten stürmt dort auf die User ein. Genausogut ist es aber auch eine Plattform, um Menschen kennenzulernen, egal, ob gewollt oder nicht.

Lulu und Ben lernen sich auf FB kennen, weil Lulu einen falschen Ben angeschrieben hat. Obwohl sich die beiden nicht kennen, weder persönlich noch vom Foto, entwickelt sich zwischen ihnen eine Abhängigkeit und Sucht nach dem anderen. Aufgrund der Anonymität ist es ihnen möglich, locker und ohne Scheu Fragen zum anderen Geschlecht zu stellen, die man sich nicht mal traut, dem jeweiligen Freund oder der Freundin zu stellen.
Was mir sehr gut gefallen hat, sind die gut überlegten Antworten. Da gibt es kein unqualifiziertes Gelaber, denn die beiden machen sich wirklich Gedanken darüber, was sie dem anderen antworten.
Einige Fragen wirken naiv, wenn man es als Erwachsener liest. Andererseits, wenn ich so zurückdenke, ist dieses Teeniealter auch eine Zeit gewesen, die voller Fragen war. Wer hat schon das Glück gehabt, jemanden konsultieren zu können, um zu erfahren, wie das andere Geschlecht tickt? 

Mir haben die "Gespräche" zwischen den beiden gefallen. 
Als sie sich eine Auszeit nehmen, in der sie nicht über ihre jeweiligen Beziehungen sprechen wollen, hat der Leser die Gelegenheit, die beiden und ihr häusliches Umfeld näher kennenzulernen.

Es gibt die auch Zeiten, wo sie sich zurückziehen. Sei es, weil es ein Thema gab, das einen von beiden nicht passte, oder sei es, weil einer dem anderen weh getan hat.
Durch die Anonymität haben sie die freie Wahl, die Beziehung über Facebook jederzeit zu beenden. 

Es ist nicht leicht, aufgrund von Geschriebenen zu erkennen, wie wahr das doch alles ist, was der andere von sich gibt. Zweifel kommen von daher auch erst von Ben, später bei Lulu auf. Diese Zweifel sind natürlich, wenn man sein Gegenüber nicht persönlich kennt. Aber hier heißt es dann, vertraue ich dem anderen oder nicht?

Die Geschichte um Lulu und Ben wurde im Stil eines Chats geschrieben. Zur leichteren Erkennbarkeit für den Leser wurden die männlichen Beiträge mit einem blauen und die weiblichen mit einem roten Icon versehen, was das Lesen merklich erleichtert.

Der Zeitrahmen umfasst 8 Monate, in denen der Leser an den Gesprächen der beiden teilhaben darf. Viel passiert in der Zeit mit den Protagonisten und in ihrem Leben.
Das Ende hat mich ein wenig überrascht und nachdenklich gemacht.

Ein wunderbares Jugendbuch, welches ich sehr gern weiterempfehle.


Bewertung:




Zu den Autoren:
(übernommen vom Arena-Verlag)
Gabriella Engelmann: Die gebürtige Münchnerin Gabriella Engelmann entdeckte in Hamburg ihre Freude am Schreiben. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin, Lektorin und Verlagsleiterin genießt sie die Freiheit des Daseins als Autorin von Romanen, Kinder- und Jugendbüchern. Märchen stand sie bisher skeptisch gegenüber – was sich mit "Weiß wie Schnee, rot wie Blut, grün vor Neid" schlagartig geändert hat.

Jakob M. Leonhardt: Jakob Musashi Leonhardt, geboren 1975, ist ein Weltenbummler und in Tokyo genauso zu Hause wie in Hamburg. Er hat einige Romane für junge Leser veröffentlicht und ist zudem als Musiker und Sounddesigner tätig. Zu seinen Leidenschaften zählen das Tauchen, japanischer Sencha-Tee sowie die Musik von Coldplay.



Die Bibliographie von Gabriella Engelmann und Rezensionen findet ihr auf unserer Autorenseite


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
 bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Bücher von Gabriella Engelmann (oder alias Rebecca Fischer), die bereits von uns rezensiert wurden:



Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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