Freitag, 29. März 2013

(Rezension] Petra Schier - Adelina 01: Tod im Beginenhaus




Leseprobe


Eckdaten:
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: rororo; Auflage: 6 (1. November 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499239477
ISBN-13: 978-3499239472
Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 11,6 x 2,8 cm

Inhalt gem. Rowohlt-Verlag:
Herbst in Köln. In einem Spital der Beginen stirbt ein verwirrter alter Mann. Und das war nur der erste Tote. Eine Seuche? Adelina, die Tochter des Apothekers, glaubt nicht daran. Doch wem nutzt der Tod der armen Kranken? So selbstlos sich die frommen Frauen um die Geistesschwachen kümmern, mit jeder Leiche rückt die Schließung des Beginenhauses näher. Adelina hegt einen Verdacht, und den will sie beweisen, so sehr ihr Vater um den Ruf seiner eigensinnigen Tochter fürchtet. Aber heiraten will die ohnehin nicht. Schon gar nicht ihren seltsamen Untermieter, den Medicus Burka. Oder vielleicht doch?

Zum Buch:
Seit Adelinas Mutter gestorben ist, versorgt sie den Haushalt, hilft ihrem Vater in dessen Apotheke und kümmert sich liebevoll um ihren geistig behinderten Bruder.
In ihrer freien Zeit hilft sie im Beginenhaus bei der Versorgung der Kranken.
Um sich ein wenig Geld zu verdienen, vermieten sie ein Zimmer an den neu hinzugezogenen Medicus Neklas Burda.
Ihr Vater, der langsam ein wenig verwirrt wird, will Adelina verheiratet wissen, was dieser so gar nicht gefällt.
Als im Beginenhaus ein älterer Mann stirbt, wird dem noch nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt, aber als es in kürzester Zeit weitere Tode gibt, hat Adelina den Verdacht, dass es sich um Vergiftungen mit Schirling handelt. Die Verantwortliche im Beginenhaus kann das nicht glauben.
Es geschehen weitere Morde und Adelina beginnt nachzuforschen, wem daran gelegen sein könnte, wenn das Beginenhaus geschlossen wird, denn genau das droht, da allgemein von einem Seuchenherd ausgegangen wird.
Nur der Medicus Neklas glaubt ebenfalls an die Theorie von Adelina und hilft ihr bei der Suche nach dem Mörder ...

Kaum zu glauben, dass es sich hier um das Erstlingswerk der Autorin Petra Schier handelt. Ich habe schon einiges von der Autorin gelesen und man kann selbst bei diesem Werk schon ihre Handschrift erkennen.

Wieder hat sie sich mit einem Roman in die Vergangenheit begeben, in das Köln um 1395.
Adelina, die Protagonistin ist eine Frau, die sich nicht nur um dem Herd kümmert, wie es zu damaliger Zeit die Rolle der Frauen war.
Sie ist gebildet, kann lesen und unterstützt ihren Vater in der Apotheke. Als er immer verwirrter wird, übernimmt sie immer mehr Arbeiten ihres Vaters.

Der Männerwelt hat sie abgeschworen, nachdem ihr damaliger Verlobter es vorgezogen hatte, die Verlobung kurz vor der Hochzeit zu lösen.
Als jedoch der Medicus Neklas Burda in ihr Leben tritt, beginnt sie, Gefühle für ihn zu entwickeln, die sie sich jedoch nicht gewährt und zulässt, denn sie hütet ein Geheimnis und glaubt nicht daran, dass sie noch geliebt werden kann, wenn es jemand erfährt.

Adelina ist eine Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt. Sie ist sympathisch, hilfsbereit und sehr aufopferungsbereit. Selbst als der Verdacht einer Seuche im Beginenhaus besteht, ist sie noch immer bereit, dort zu helfen, ungeachtet dessen, ob sie sich selbst anstecken kann oder nicht. Sie selbst glaubt nicht an eine Seuche, sondern ist der festen Überzeugung, dass es sich um Morde handelt.
Sie ist sprachgewandt und sehr überzeugend, so dass sie Neklas auf ihre Seite zieht und sie schließlich mit ihm gemeinsam ermittelt, wer die Toten auf dem Gewissen hat.
Eines ist ihr klar, es muss eine sehr skrupellose Person sein, die nicht einmal vor Kindern halt macht.

Wie von Petra Schier gewohnt, hat sie ihren Roman sehr gut recherchiert. Sie führt den Leser in ein frühes Köln, das er durch ihre Augen bildlich vor sich erstehen lassen kann.
Gekonnt verbindet sie die persönliche Ereignisse um die Protagonistin mit den Ermittlungen an den Todesfällen.
Schon mit dem Prolog macht sie den Leser auf die Geschichte neugierig.
Sie baut Spannung auf und kann ihn bis zum Ende halten. Auch wenn ich beizeiten einen Verdacht hatte, war ich doch nach der Lösung des Falls überrascht.

Petra Schier überzeugt schon mit ihrem Erstlingswerk, was ihre Recherchen angeht. Sie führt den Leser in ein Köln, dass man nur noch aus Geschichtsbüchern kennt. Sie macht den Leser mit diesem Köln vertraut und bringt ihm ein Stück Geschichte der Stadt Köln nahe. Selbst einige historisch belegte Protagonisten findet man in ihrem Roman wieder, so dass die ganze Geschichte noch authentischer wird.

Ich hatte eine angenehme Lesezeit mit ihrem ersten Teil der Reihe um Adelina, der Apothekerstochter und ich freue mich schon darauf, den Folgeband zu lesen.


Bewertung:




Zur Autorin:
(übernommen vom Rowohlt-Verlag)
Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet mittlerweile als freie Lektorin und Autorin. 


Die Bibliographie von Petra Schier und unsere Rezensionen findet ihr HIER

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