Mittwoch, 3. April 2013

[Rezension] Nicole C. Vosseler - In dieser ganz besonderen Nacht




Leseprobe




Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
Verlag: cbj (25. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 357015534X
ISBN-13: 978-3570155349
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Größe und/oder Gewicht: 23,2 x 15,6 x 4,6 cm

Inhalt gem. cbj-Verlag:
Nach dem Tod ihrer Mutter muss Amber, die in einer deutschen Kleinstadt gelebt hat, nach San Francisco ziehen – zu ihrem Vater, den sie kaum kennt. Sie fühlt sich einsam und verlassen. Eines Abends begegnet sie dort in einem leer stehenden Haus Nathaniel, einem seltsam gekleideten Jungen. Er scheint der Einzige zu sein, der sie versteht. Aber er bleibt merkwürdig auf Distanz. Als Amber den Grund dafür erfährt, zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg: Nathaniel stammt aus einer anderen Zeit und die beiden können niemals zusammenkommen. Doch in einer ganz besonderen Nacht versuchen die beiden das Unmögliche …

Zum Buch:
Ihren Vater kennt Amber so gut wie nicht. Doch nach dem Tod ihrer Mutter hat er das Sorgerecht für sie und sie sieht sich genötigt, von einem Tag auf den anderen zu ihm nach San Francisco zu ziehen, in ein fremdes Land, fern von allem, was sie bisher hatte.
Obwohl ihr Vater vor Alleingängen in der Stadt warnt, gerät sie in eine Situation, wo sie vor Angreifern flüchten muss. Auf der Flucht vor ihnen kommt sie in ein leerstehendes Haus und fühlt sich in diesem geborgen. Irgendetwas ist in dem Haus, das sie auch später zu sich ruft, so dass sie letztendlich fast täglich zu dem Haus geht, wo sie viel Zeit verbringt.
Eines Tages lernt sie in dem Haus Nathaniel kennen, einen jungen Mann, den sie lange Zeit für einen Obdachlosen hält. Sie freundet sich mit ihm an und verbringt in dem Haus viele Stunden mit ihm. Sie kommen sich näher, so dass Amber bald hofft, von ihm geküsst zu werden. Aber immer, wenn sie ihm näher kommt, weicht er zurück. Als sie eines Tages die Initiative ergreift, muss sie voller Entsetzen feststellen, dass sie einen Geist vor sich hat und sie begreift, dass sie in der Lage ist, Tote zu sehen.
Ungeachtet dieser Tatsache lieben die beiden sich, auch wenn es für sie keine Zukunft geben kann. Als alle Hoffnungen schwinden, erzählt Nathaniel, dass es eine Nacht im Jahr gibt, wo er scheinbar materialisiert ist und in der Nacht könnten sie sich näher kommen.
Als diese Nacht näher kommt, können beide an nichts anderes mehr denken. Sie sind sich zum ersten Mal so nah, wie es Liebende sein können.
Aber diese eine Nacht fordert für beide einen sehr hohen Preis ... ihr Leben ...

Um es gleich vorweg zu nehmen, muss ich sagen, dass dieses Buch mein Monatsliebling vom März gewesen ist.
Die Autorin Nicole C. Vosseler hat es geschafft einen Jugendroman zu schreiben, der mich sehr berührt hat.
Mehr als einmal musste ich beim Lesen blinzeln, weil mir Tränen in die Augen stiegen.
Sehr authentisch und feinfühlig schreibt sie über den Tod von Ambers Mutter und wie Amber damit umging. Lange Zeit weigerte sie sich, zu weinen, schon gar nicht vor ihrer Mutter, um diese nicht noch zusätzlich zu belasten. Wie belastend das für ein gerade erst 16-jähriges Mädchen ist, mag man sich gar nicht vorstellen wollen. Ein ganzes Jahr hat das Sterben ihrer Mutter gedauert und Amber hat sie begleitet, sie und ihre Mutter versuchten noch, ein wenig Zeit miteinander zu haben.
Nach dem Tod geht sie mit ihrem Vater nach San Francisco, wo dieser als Professor an einer Universität arbeitet. Sie ist zweisprachig aufgewachsen, da ihr Vater Amerikaner ist, so dass sie sprachlich keine Probleme hat.
In der Schule tut sie sich schwer beim Finden von Freunden. Sie mag dieses Mitleid nicht, dass ihr in den meisten Fällen entgegengebracht wird, sobald ihr Gegenüber erfährt, dass ihre Mutter kürzlich verstorben ist.
Trotzdem findet sie Freunde, die auch ein nicht einfaches Vorleben haben. Abby, Shane und Matt gehen in die gleiche Schule und sie verbindet, dass sie alle 4 Geister sehen können. Sie sind schon ein eigenartiges Gespann, stehen aber füreinander ein.
Ambers Freunde lernen auch Nathaniel kennen und warnen Amber davor mehr in diese Beziehung hineinzulegen, als gut für sie ist.
Sie wissen, dass jeder Geist, der noch auf Erden wandelt, böse ist und deshalb noch nicht auf die nächste Stufe gegangen ist. Nur warum Nathaniel noch da ist, kann niemand erahnen, auch Nathaniel selbst hat keine Erinnerung mehr an sein Leben und seinen Tod.

Ein sehr mitfühlender Roman, in dem es nicht nur um Liebe, Trauer und Verlust geht. Es vermittelt dem Leser auch Freundschaft, Kameradschaft und Vertrauen, welche man sich erst verdienen muss.
Die Protagonisten sind Jugendliche mit allen Ecken und Kanten, aber durchweg sympathisch, auch wenn anfangs einige gewöhnungsbedürftig waren.
Selbst der Geist Nathaniel hat etwas rührendes an sich, als Leser fühlt man mit ihm verbunden und will wissen, warum er noch auf Erden wandelt. Was hat er sich zuschulden kommen lassen? Wird es überhaupt gelingen, nach 130 Jahren noch zu erfahren, wie er gelebt hatte?

Was der Autorin sehr gut gelungen ist, ist die Wiedergabe der Örtlichkeiten. Auch wenn ich noch nie in San Francisco war, hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass die Stadt mir nicht fremd ist. Die Stadt durch die Augen der Autorin zu sehen ist fast wie ein Besuch in ihr, so detailliert hat sie diese beschrieben.

Es ist ein Roman, in dem man sich fallen lassen kann. Man erlebt die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Amber und Nathaniel. Nathaniels Gedanken sind von der Schrift her kursiv hervorgehoben, so dass man keine Probleme der Zuordnung hat. 

Dieses Buch hat mich sehr berührt, ich habe mit Amber und Nathaniel gelebt, geliebt und gelitten und mehr als einmal feuchte Augen gehabt.
Es ist ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle und das nicht nur an jugendliche Leser.


Bewertung:




Zum Autor:
(übernommen vom cbj-Verlag)
Nicole C. Vosseler, geboren 1972 in Villingen-Schwenningen, studierte Literaturwissenschaft und Psychologie in Tübingen und Konstanz, bevor sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Mit ihren Romanen „Unter dem Safranmond“, „Sterne über Sansibar“ und „Der Himmel über Darjeeling“ feierte sie große Erfolge. Die Autorin lebt am Bodensee – mit knapp zweitausend Büchern unter einem Dach.


Von Nicole C. Vosseler wurden gelesen und rezensiert:



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei 
 
und dem Verlag


bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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