Mittwoch, 24. April 2013

[Rezension] Paola Predicatori - Der Regen in deinem Zimmer




Leseprobe


Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 238 Seiten
Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 1 (6. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3351035209
ISBN-13: 978-3351035204
Originaltitel: Il mio inverno a Zerolandia
Größe und/oder Gewicht: 19,6 x 12,4 x 2,4 cm

Inhalt gem. Aufbau-Verlag:
Das Glück ist ein sachtes Murmeln
Als Alessandra mit 17 ihre Mutter verliert und allein mit der Nonna zurückbleibt, scheint ihre Welt stillzustehen. Wütend gegen das Leben, das einfach so weitergeht, verbannt sie sich selbst in die letzte Bank neben Gabriele, genannt Zero, den Klassen-Loser. Wie eine unnahbare, einsame Schneekönigin zieht sie sich zurück in die eisigen Weiten „Zerolandias“, wo nichts und niemand ihre zerbrechlichen, zärtlich-schmerzhaften Erinnerungen stört. Schon gar nicht der schweigsame Zero, der sie ebenso ignoriert wie den Unterricht und nur vormittagelang auf seinem Allzweckblock herumkritzelt. Bald stellt Alessandra jedoch fest, dass ihr Banknachbar ein begnadeter Zeichner ist und hinter seiner verschlossenen Miene sehr viel mehr Einfühlungsvermögen besitzt als die meisten ihrer Mitschüler. 
Rau in der Beschreibung ihrer erschütterten Gegenwart, poetisch in den Erinnerungen an die Mutter, erzählt Alessandra die Geschichte eines unerträglichen Verlustes und einer zarten, linkischen, vielleicht unmöglichen Liebe.

Zum Buch:
Alessandra ist 17 Jahre und hat schon ihre Mutter beerdigen müssen, die an Krebs starb. Es war ein 2-jähriges zähes Sterben, das sie und ihre Großmutter begleitet haben. Alessandra ist völlig verstört und kann die Welt nicht mehr verstehen.
Als sie nach der Beerdigung den ersten Tag wieder zur Schule geht, ist sie ein anderer Mensch, alles vorgegangene ist vorbei und sie zieht einen Schlussstrich darunter. Sie setzt sich nicht wie gewohnt auf den Platz neben ihre Freundin, sondern geht bis zur letzten Bankreihe und setzt sich neben Gabriele, Zero genannt. Gabriele ist ein Niemand, den nichts und Niemand interessiert. Er interessiert sich nicht für den Unterricht oder für einen Klassenkameraden. Mehr oder weniger sitzt er dort seine Zeit ab, wenn er denn überhaupt dort erscheint. Er ist Zero, eine Null und die letzte Bank wird von nun an Zerolandia genannt, denn auch Alessandra hat sich dadurch ins AUS gebracht.
Auch wenn sie während der Schule keinen Kontakt zueinander haben, bahnt sich außerschulisch eine zarte Liebesbeziehung zwischen den beiden Außenseitern an, aber hat diese Liebe eine Chance? Gabriele kommt aus einem zerrütteten Elternhaus und Alessandra hat noch lange nicht den Tod ihrer Mutter verkraftet ...

Bei der Lesung zu diesem Buch musste ich erfahren, dass das Buch eigentlich zu den Jugendbüchern zählt. Mir ist während des Lesens nicht einmal in den Sinn gekommen, dieses aufgrund des vorherrschenden Themas Tod das unter Jugendbuch zu verbuchen, obwohl es um zwei jugendliche Protagonisten geht. 

Das Buch ist in zwei Hauptstränge unterteilt. Zum Einen geht es um Alessandras Beziehung zu ihrer Mutter und deren Sterben.
Die Diagnose Krebs wurde gestellt, als es für Heilung bereits zu spät ist. Der 3-Frauen-Haushalt, bestehend aus Großmutter, Mutter, Alessandra, versucht die letzte Zeit zu nutzen und das beste daraus zu machen. Die schwerkranke Mutter ist immer noch diejenige, welche die anderen aufrichtet, wenn es gar nicht mehr geht, bis auch sie keine Kraft mehr hat.
Nach dem Tod der Mutter, die nur 37 Jahre alt wurde, fällt Alessandra in ein tiefes Loch.

Strang 2 erzählt von der zarten beginnenden Liebe zwischen Alessandra und Zero. Zero, der Außenseiter, zu dem sie sich nur gesetzt hatte, weil sie am normalen Leben nicht mehr teilhaben will, weil ihr alles so geheuchelt  und falsch vorkommt, nimmt sie anfangs gar nicht wahr. Erst außerhalb der Schule kommen sie in Situationen, bei denen sie sich kennenlernen können. Es gibt Misstrauen, Missverständnisse und andere Widrigkeiten zu überwinden und selbst dann noch ist Alessandra nicht klar, ob sie nun eine Beziehung haben oder nicht.

Alessandra und Zero sind zwei Protagonisten, die zerrissen und einsam sind. Sie befinden sich in einer Einsamkeit, die sie zum Teil selbst gewählt haben.
Alessandra hat diese gewählt, weil für sie nach dem Tod der Mutter nichts mehr so ist wie es war, das Leben geht für sie nicht einfach so weiter.

Vom Erzählstil her macht es den Anschein, als würde Alessandra ihrer Mutter von ihrer Liebe und Beziehung zu Zero erzählen. Sie ist sich sicher, dass Zero ihrer Mutter gefallen hätte.
In Rückblicken erlebt der Leser die Beziehung zu ihrer Mutter und auch das Sterben mit allen Hoffnungen, die nicht in Erfüllung gehen.

Die Gestaltung des Covers gefällt mir sehr gut, zeigt es ein Mädchen, das einsam am Rand steht. 
Ich habe die Autorin gefragt, was der Originaltitel auf deutsch heißen würde und sie antwortete: "Mein Winter in Zerolandia". Den Titel hätte ich persönlich auch übersetzt besser gefunden.

Es ist ein Buch, das mich nachdenklich gestimmt hat, das von Tod, Liebe und Freundschaft handelt, aber auch von Hoffnung.
Das Ende ist offen und gemäß der Autorin könnte es eventuell eine Fortsetzung geben.


Bewertung:



Zur Autorin:
(Text übernommen vom Aufbau-Verlag)
Paola Predicatori, geboren in Senigallia (Marken), ist Buchhändlerin und lebt in Mailand. „Der Regen in deinem Zimmer“ ist ihr erster Roman.









Auf diesem Weg möchte ich mich recht herzlich beim Aufbau Verlag bedanken,


der mir dieses Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt hat.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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