Freitag, 24. Mai 2013

[Rezension] Ann Rosman - Karin Adler 03: Die Wächter von Marstrand




Leseprobe


Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 1 (8. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3352008558
ISBN-13: 978-3352008559
Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 12,6 x 2,8 cm

Inhalt gem. Verlag Rütten & Loening:
Die Tote aus dem Moor
Nichtsahnende Spaziergänger entdecken im Moor von Klöverö eine weibliche Leiche mit einem toten Säugling im Arm. Kommissarin Karin Adler wird hinzugerufen. Für die Gerichtsmedizin ist die Sache klar: Die Moorleichen liegen schon eine halbe Ewigkeit dort. Die Akte wird daraufhin geschlossen. Doch einige Tage später wirft ein weiterer Todesfall neue Fragen auf: Eine Frau auf einem nahe gelegenen Gutshof wird tot aufgefunden. Nur ein Zufall? Oder haben die beiden Toten eine gemeinsame Geschichte? Der Fall lässt Kommissarin Adler nicht mehr los, denn sie vermutet mehr dahinter. Bei ihren Ermittlungen stößt sie bald auf ein tief bewegendes Frauenschicksal – die Spur führt zurück bis ins 18. Jahrhundert, in eine Zeit der Seeräuber, Schmuggler und Mörder im Freihafen von Marstrand.

Zum Buch:
Als im Moor Klöverö eine weibliche Frauenleiche gefunden wird, die einen Säugling im Arm hält, wird die Kommissarin Karin Adler mit ihren Kollegen auf den Fall angesetzt. Nach der Untersuchung der Leichen ist klar, dass sie dort schon länger liegen, ca. 200 Jahre. Auch wenn es kein Fall für Karin Adler ist, lässt sie diese Tote nicht in Ruhe und sie versucht herauszufinden, wer sie gewesen ist.
Gerade, als sie dabei waren, von der Insel wieder abzuziehen, werden sie erneut mit einer Frauenleiche konfrontiert. Diese ist auf der Insel in einem Plumpsklo zu Tode gekommen, wo sie von einer Wespe gestochen wurde. Die Tote, Jessica, war jedoch hochallergisch gegen Wespenstiche. An ihre Tasche mit der Spritze kam sie nicht heran, weil die Tür vom Klo von außen verriegelt war. Handelt es sich um einen Unfall oder hat hier jemand nachgeholfen? ...

Der vorliegende Roman ist bereits der 3. Teil mit der Ermittlerin Karin Adler.
Wie schon im 2. Teil arbeitet die Autorin auch hier mit verschiedenen Zeitebenen. Ein Erzählstrang spielt im ausgehenden 18. Jh., als die Insel Marstrand an der Westküste Schwedens seinerzeit ein Freihafen war. Es tummelten sich dort Schmuggler und Piraten, die mittels Kaperbriefe ehrbare Schiffe kaperten, die Besatzung töteten und die Schiffe ausraubten.
Die Ereignisse aus dieser Zeit werden dem Leser mittels eines Tagebuches, das bis zum heutigen Tage versteckt gewesen war, übermittelt. Es war eine grausame und gewalttätige Zeit. "Ehrbare" Kaufleute schmuggelten aus Geldgier Waren und töteten alle, die gegen sie hätten aussagen können. Alle wussten Bescheid, aber niemand traute sich, den Mund aufzumachen, um nicht sich oder seine Familie ins Visier der Schmuggler zu bringen. 

Das Tagebuch erzählt nicht nur die Zustände auf der Insel, sondern auch die Lebensgeschichte von Agnes, die aus ihrem Zuhause auf die Insel Marstrand als verkleideter Mann mit Namen Agne flüchtete, weil sie einen Mann heiraten sollte, dessen erste Frau es lieber vorgezogen hatte, ins Wasser zu gehen.
In Marstrand angekommen, dauert es auch nicht lange, bis sie aufgrund ihrer guten holländischen Sprachkenntnisse Arbeit bekommt. Es fällt ihr schwer, immer als Mann aufzutreten. 
Als sie eines Abends lebensgefährlich verletzt wird, droht ihre Tarnung als Mann aufzufliegen, aber sie hat großes Glück, dass Oskar ihr zu Hilfe kommt. Diesen wird sie später auch heiraten.

Die andere Zeitebene spielt in der Gegenwart auf der Insel. Vendela und ihr 15-jähriger Sohn Charlie machen jedes Jahr gemeinsam mit ihrem Bruder Rickard und seiner Frau Jessica Urlaub auf Bremsegard, einem Hof, den sie von ihrem Vater geerbt haben. Jessica macht sich nichts aus dem Hof, so dass sie und Rickard den Hof verkaufen wollen. Vendela und auch Astrid, deren Vater früher der Hof gehört hatte, sind entsetzt und versuchen das zu verhindern. Dann geschieht das Unglück mit Jessica.
Karin Adler hat nun die Aufgabe herauszubekommen, ob jemand so verzweifelt den Hof behalten wollte, dass er auch vor einem Mord nicht zurückschreckt.

Auch wenn diese beiden Zeitsträngen anfangs nichts gemein haben, nähern sie sich an und runden die Geschichte ab.

Leider kommen in dem Krimi Karin Adler und ihre Kollegen ein wenig sehr kurz weg. Ihre Ermittlungen sind nebenbei erzählt und spielen in dem Roman eine zweitrangige Rolle.
Der tragende Teil des Romans ist die Lebensgeschichte von Agnes und ihrer Familie und die Geschehnisse seinerzeit auf der Insel. Diese hat die Autorin jedoch hervorragend recherchiert, basieren viele Ereignisse, die sie benannt hatte, tatsächlichen Begebenheiten. Mit ihrem Roman hat sie diese dem Leser interessant und verständlich nahegelegt.
Auch ihre Liebe zum Segeln hat sie in dem Buch wieder gut vermittelt. Als Leser fühlt man sich auf einem Boot fast genauso zu Hause wie die Autorin selbst.

Wenn ich diesen Roman auch nicht wirklich als Krimi bezeichnen würde, weil die Spannungsmomente und die kriminalistischen Elemente fast gar nicht vorhanden sind, habe ich mit diesem Buch doch unterhaltsame Stunden verbracht. Die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart fasziniert mich immer wieder und das hat die Autorin hier sehr gut miteinander verknüpfen können, so dass ich mich mit diesem Buch gut unterhalten fühlte.

Bewertung:




Zum Autor:
(übernommen vom Aufbau-Verlag)
Ann Rosman ist passionierte Seglerin, deren Touren sie bis zu den Äußeren Hebriden geführt haben. Sie hat Universitätsabschlüsse in Computertechnologie und Betriebswirtschaft und lebt auf der Insel Marstrand.


Auf diesem Weg möchte ich mich recht herzlich beim Aufbau Verlag bedanken,

 

der mir dieses Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt hat.


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Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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