Mittwoch, 8. Mai 2013

[Rezension] Britta Orlowski - St. Elwine 03: Zitronentagetes




Leseprobe


Eckdaten:
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Aaronis Collection; Auflage: 1 (10. Oktober 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3936524629
ISBN-13: 978-3936524628
Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 14,8 x 2,8 cm

Inhalt gem. Aaronis-Verlag:
Neues aus St. Elwine ...
Floriane lebt nun schon einige Jahre mit ihrem Sohn Kevin in St. Elwine.
In das ferne Havelland schickt sie Briefe und gaukelt ihren Eltern die Geschichte einer intakten Familie vor. In Wirklichkeit jedoch verschlechtert sich ihre ohnehin angespannte finanzielle Lage immer mehr. Wie immer halten die Quilterinnen zusammen und schließlich macht Charlotte einen sensationellen Vorschlag.
Marc ist der beste Kumpel den man sich nur vorstellen kann. Dann jedoch geschieht das Unfassbare: Nach einer feuchtfröhlichen Betriebsweihnachtsfeier ereignet sich ein Verkehrsunfall.
Als auch noch sein Vater wieder auftaucht, ist nichts mehr wie es einmal war.
Die Situation wird immer bedrohlicher als ein Erpresser seine Familie in Schach hält.


Zum Buch:
Floriane, allein erziehende Mutter hat sich in St. Elwine eingelebt. Sie hat mehrere Nebenjobs und kommt finanziell gerade so über die Runden. 
Marc, der beste Freund von Joshua Tanner und dessen Compagnon in der Firma hat nach einer Weihnachtsfeier einen schweren Unfall. Letzten Endes muss ihm ein Bein abgenommen werden und er fühlt sich nicht nur schlecht, sondern als Krüppel. Gerade zu dieser Zeit verlässt ihn auch seine langjährige Freundin Amy. Er fühlt sich nutzlos und ungeliebt, die Zuneigung, die ihm sein Vater entgegenbringt, will er nicht, da er nicht verzeihen kann.
Floriane, die immer versucht, nach außen hin eine Frohnatur zu sein und anderen Menschen zu helfen, versucht auch, Marc wieder aufzurichten. 
Da prallen zwei einsame Menschen aufeinander, die sich zwar mögen, aber kann daraus mehr werden? ...

Wer einmal in St. Elwine war, will dort nicht mehr weg, egal, ob als Protagonist im Buch oder als Leser desselben. So jedenfalls ergeht es mir. Ich fühle mich wohl in diesem Städtchen, indem es inzwischen von vielen Bekannten wimmelt und die mir ans Herz gewachsen sind.

Mit diesem Buch hat die Autorin Floriane und Marc verewigt. Beide sind schon aus Band 1 "St. Elwine" bekannt, nur dass sie jetzt beide ihren eigenen Roman bekommen.
Den sportlichen Marc trifft es schlimm, als er durch einen schweren Unfall sein Bein verliert. So wie es aussieht, reicht das noch nicht, denn auch seine Manneskraft scheint ihm nicht mehr zu gehorchen. Er wird vorübergehend böse, zynisch und ungerecht, denn warum soll es anderen besser gehen, wenn es ihm schlecht geht und er sich im Selbstmitleid suhlt?
Seinen Vater negiert er und lässt ihn nicht an sich herankommen, zuviel ist früher passiert. Doch er muss einsehen, dass er auch in der Beziehung nicht über alle Fakten verfügte und er lernt, sich auch mit seiner Vergangenheit auseinander zu setzen.
Floriane, die sich mehr schlecht als recht wacker schlägt, bringt sich und ihren Sohn Kevin durchs Leben. Sie hat viele Freunde, die ihr gern helfen würden, doch ihr Stolz lässt das nicht zu. Nicht einmal ihren Eltern, die weit weg in Deutschland leben, sagt sie, wie es ihr wirklich geht, nur ungern würde sie diese enttäuschen.

Eine zarte Beziehung baut sich zwischen Floriane und Marc auf, beide geben einem Verhältnis keine Chance, zu groß ist die Angst beim jeweils anderen, abgewiesen zu werden. Sie machen es sich nicht leicht, überspielen vieles mit einem flotten Spruch, was der andere dann auch nicht ernst nimmt.

Als Leser ist man mehr als einmal in Versuchung, die beiden zu nehmen und zu schütteln, damit sie zur Besinnung kommen. Was dem Leser beizeiten klar ist, braucht bei den beiden lange Zeit.

Dieser Roman dreht sich aber nicht nur um die Liebesgeschichte von Marc und Flo. Spannung ist vorprogrammiert durch die Tatsache, dass Marcs Vater bedroht und erpresst wird. Lange schwebt auch der Leser im Ungewissen, wie sich letztendlich alles auflösen wird.
Auch steht immer die Frage im Hintergrund, was es mit seinem Unfall und dem Unfallopfer auf sich hat.

Aus einem anfangs durch Marcs Unfall depressiven Verlauf der Geschichte, gelang die Handlung an Fahrt. Als Leser ist man hautnah an Marcs Genesung dabei und verfolgt fasziniert die Ereignisse, die sich auftun. 
Beim Lesen habe ich mit Marc gelitten, ihn innerlich angestoßen und seine Hoffnungen geteilt, wie ich auch Anteil nahm am Leben von Flo.
Neben diesen beiden Protagonisten lief aber auch das Leben der anderen weiter, mit ihren Ängsten, Sorgen und Nöten.

Wenn es nach mir ginge, könnte sich die Autorin in St. Elwine ein Häuschen kaufen und sich dort niederlassen. So wäre gewährleistet, dass der Kontakt nicht abbricht und ich als Leser öfter aus diesem Städtchen lesen würde.
Ich habe gehört, dass sie bereits an einem neuen St. Elwine-Buch schreibt und bin schon jetzt neugierig darauf. 
Britta Orlowski ist eine Autorin, die ich definitiv im Auge behalten werde.


Bewertung:
Zur Autorin:
(Text übernommen vom Aaronis-Verlag)

Ich wurde im Jahr 1966 geboren – eine Schnapszahl ich weiß, meine Eltern hätten gleich stutzig werden sollen. Stattdessen zogen sie mich mit viel Liebe, Wärme und schönen Geschichten auf. Sie nahmen meine zahlreichen kreativen Experimente gelassen hin und nährten meine ohnehin uferlose Fantasie noch mit zauberhaften Erzählungen über Spielzeug, welches zum Leben erwacht, sobald ich des abends eingeschlafen sei.
So wuchs ich also in meiner Geburtsstadt Rathenow auf, absolvierte die zehnklassige polytechnische Oberschule und erlernte den Beruf der stomatologischen Schwester in der Kreispoliklinik.
Ich angelte mir einen netten Mann, dem ich sage und schreibe im taufrischen Alter von fünf Jahren zum ersten Mal begegnete und ihn sogleich aus tiefstem Herzen verabscheute. Zum Glück änderte ich später meine Meinung - wir heirateten und gründeten eine Familie. Ihm verdanke ich meine lieben Söhne, die überhaupt die schönsten Babys der Welt waren.
Im Erziehungsurlaub wurde mir rasch langweilig. Beim Aufräumen stieß ich auf die Manuskripte aus meiner jugendlichen Sturm- und Drangzeit. Ich begann erneut Geschichten zu schreiben - nur so für mich. Wenige Jahre später infizierte ich mich mit dem Patchworkvirus und hänge seitdem an der Nadel. Doch auch das Schreiben ließ mich nicht mehr los. Nach einigen Überlegungen kam ich zu dem Schluss, dass es bestimmt einen Weg gibt, beide Hobbies zu verbinden. So entstand mein erster Roman „Rückkehr nach St. Elwine“.
Da mir der Abschied von meinen Hauptfiguren am Ende so schwer fiel, war die Idee geboren, daraus mehr zu machen. Eine lockere Serie, mit in sich abgeschlossenen Geschichten, die stets am gleichen Ort, dem fiktiven Küstenstädtchen in der Chesapeake Bay, spielen. 


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag



bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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