Freitag, 31. Mai 2013

[Rezension] Elke Schwab - Baccus-Borg 03: Eisige Rache





Leseprobe


Eckdaten:
Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Solibro Verlag; Auflage: 1 (4. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3932927540
ISBN-13: 978-3932927546
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 2,6 cm

Inhalt gem. Solibro-Verlag:
Als im verschneiten Saarland aus dem Hinterhalt auf Autos geschossen wird, beginnt für die Kriminalkommissare Lukas Baccus und Theo Borg eine dramatische Tätersuche, deren Bezüge bis nach Afghanistan reichen. 
In ihrem dritten Fall geraten sie selbst ins Fadenkreuz des Täters und müssen den Wahnsinnigen stoppen, ohne sein Motiv zu kennen. Je mehr dabei die Presse den Fall aufpeitscht, umso gefährlicher wird das Leben auch für die anderen Menschen in dem eingeschneiten Dorf. Es scheint fast so, als fühlte sich der Schütze dadurch angetrieben, weiter zu töten. So entwickelt sich ein eiskaltes Abenteuer mit kriegsähnlichen Zuständen. Die nur scheinbar beschaulichen Provinz offenbart dabei ungeahnte Abgründe.
Elke Schwab verknüpft geschickt einen klassischen Whodunit-Krimi in der Provinz mit dem aktuellen Thema der Kriegstraumata von aus Afghanistan heimgekehrten Bundeswehrsoldaten.

Zum Buch:
Das Ermittlerduo Lucas Baccus und Theo Borg befindet sich gerade auf der Rückfahrt aus dem kleinen saarländischen Ort Buweiler, als plötzlich auf ihr Auto geschossen wird. Sie können flüchten und es gelingt ihnen, sich vor weiteren Schüssen im Wald in eine Jagdhütte zu retten. Einem jungen Mann, der ihnen buchstäblich tot ins Haus fällt, gelingt dies leider nicht.
Kurze Zeit darauf geschehen weitere Morde, wieder an jungen Männern, so dass die Polizei von einem Serienmörder ausgeht. Die Toten waren Freunde, so dass die Kommissare einen Zusammenhang vermuten. Warum mussten sie sterben und welche Zusammenhänge bestehen zum zweiten Weltkrieg oder dem Krieg in Afganisthan? Oder sind etwa Drogen im Spiel? ...

Elke Schwab lässt mit diesem Roman ihre Ermittler Lucas Baccus und Theo Borg zum dritten mal gemeinsam ermitteln. Die beiden arbeiten bereits seit 10 Jahren zusammen und das merkt man ihnen an. Sie sind nicht nur Kollegen, sondern auch Freunde geworden.

Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, es ist Winter, kalt und die Spuren sind oftmals verwischt. Der Todesschütze scheint allgegenwärtig zu sein. Fragen werden gestellt, die beantwortet werden wollen. Wer besitzt noch eine Waffe und Munition aus dem zweiten Weltkrieg? Geht es darum, einen Drogendealerring in Buweiler auszuheben, wie es ihnen der Dorfpolizist weissagen möchte? 

Bei den Ermittlungen sind auch wieder alle anderen Mitarbeiter involviert, die dem Leser schon aus Band 2 bekannt sind. Die Kolleginnen Monika und Andrea haben die unerfreulichen Aufgabe, ständig bei den Obduktionen dabei sein zu dürfen, die dem Leser sehr anschaulich wiedergegeben werden.

Zu allem erhalten Baccus und Borg auch noch die Auflage, mit dem Zeitungsreporter Daniel Bauer zu kooperieren, damit die Darstellung der Polizei in der Presse nicht aus Ahnungen erfolgen muss.

Baccus und Borg kommen dem Todesschützen ziemlich nahe, denn sie geraten ebenfalls massiv in sein Fadenkreuz.

Auch dieser Roman ist wieder aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Zusätzlich zu den Ermittlungen der Kommissare werden die Gedankengänge des Schützen vermittelt. Zur besseren Abgrenzung sind diese kursiv dargestellt.
Elke Schwab macht es dem Leser nicht leicht, sich selbst zu strukturieren. Hat man anfangs eine Ahnung oder Vermutung, wer der Täter sein könnte, kippt man diese schon bald um, um sich neu zu orientieren. Auch wenn ich den Auslöser recht bald erraten hatte, war es bis zum Mörder selbst für mich ein weiter Weg. Immer neue Aspekte während der Ermittlungen nötigten mich, umzudenken.

Die beiden Ermittler Baccus und Borg sind mir sehr sympathisch, auch wenn sie an einigen Stellen ihre Kanten und Macken haben. Mit den beiden Frauen Monika und Andrea konnte ich nicht wirklich warm werden, dieses Rumgezicke ist nicht ganz so mein Fall. 
Wer mir aber wirklich gehörig gegen den Strich ging, ist der Kommissar Dieter Marx. Da ich nun wirklich nichts mit der Kirche am Hut habe, gingen mir die dauernden Bibelsprüche wirklich auf die Nerven. Bevor er den Mund aufmachte, um etwas zum Fall beizutragen, glänzte er mit einem Bibelspruch. Ob sich ein Kommissar das im wirklichen Berufsleben erlauben kann wage ich zu bezweifeln. Ich könnte jedenfalls nicht mit so einem Kollegen zusammenarbeiten.

Der Autorin ist es gelungen, die Spannung, die sie von Beginn an aufgebaut hat, zu halten bzw. zu steigern. Schon zu Anfang hält man den Atem an, als auf Baccus und Borg geschossen wird und als sie später massiv in die Schusslinie des Mörders geraten, bangt und hofft man mit ihnen, dass sie heil aus der Sache herauskommen.

Ein spannender saarländischer Regionalkrimi mit einem fähigen Ermittlerteam, die ich gern wieder bei ihren Ermittlungen begleitet habe.
   

Bewertung:




Zur Autorin:
(übernommen vom Solibro-Verlag)

Im Nordosten von Frankreich in einem alten elsässischen Bauernhaus entstehen die spannenden Krimis der gebürtigen Saarländerin Elke Schwab. In der Nähe zur saarländischen Grenze schreibt und lebt sie zusammen mit Lebensgefährte samt Pferden, Esel und Katzen.
Elke Schwab wurde 1964 in Saarbrücken geboren und ist im Saarland aufgewachsen. Nach dem Gymnasium in Saarlouis arbeitete sie über zwanzig Jahre im Saarländischen Sozialministerium, Abteilung Altenpolitik.
Schon als Kind schrieb sie über Abenteuer, als Jugendliche natürlich über Romanzen. Später entschied sie sich für Kriminalromane. Vor elf Jahren brachte sie ihr erstes Buch auf den Markt. Seitdem sind elf Krimis und drei Kurzgeschichten von ihr veröffentlicht worden. Ihre Krimis sind Polizeiromane in bester „Whodunit“-Tradition. Neben Baccus und Borg ist Hauptkommissar Kullmann eine ihrer Hauptfiguren.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag




bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


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Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

1 Kommentar:

Beatrix Petrikowski hat gesagt…

Na ja, der Kommissar mit den Bibelsprüchen würde mir auch auf die Nerven gehen. Ob sich das jemand in der Realität erlauben kann, mag man bezweifeln. Aber wieviel lässt man sich als Kollege gefallen, wenn das, was er dann zu sagen hat, Hand und Fuß hat? Vielleicht sieht man dann über diese Schwäche hinweg. Auf jeden Fall ein toller, spannender Krimi!