Donnerstag, 30. Mai 2013

[Rezension] Stefanie Maucher - Fida


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 428
ISBN: 978-1-483-95751-7
Erscheinungstermin: 26. März 2013
Format:
Taschenbuch
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform 


Klappentext gem. amazon:
Nach einem Besuch in der Stadtbücherei wurde Laura zum letzten Mal gesehen. Was geschah mit ihr? Wie gehen ihre Eltern mit dem Verschwinden des einzigen Kindes um? Das erzählt Stefanie Maucher in ihrem neuen Thriller FIDA. Was würden Sie tun, wenn ihr Kind einfach verschwindet? Wenn Sie nicht wissen ob es noch am Leben oder schon tot ist? Würde Ihre Familie näher zusammenwachsen oder unter der Last auseinanderbrechen? Wann würden Sie die Hoffnung aufgeben? Und wie weit würden Sie gehen, wenn Sie den Täter finden?


Rezension:
Am 06.03.2012 wird die 13-jährige Laura Wenz zum letzten Mal gesehen. Sie war mit ihren Freundinnen in einer Drogerie und anschließend noch in der Bücherei. Doch genau dort, der Ort, an dem sie sich immer so sicher gefühlt hat, spricht sie ein älterer Mann an. Das ganze ist ihr unheimlich und sie verlässt fluchtartig die Bibliothek, um nach Hause zu gehen. Der ältere Mann bietet ihr später noch an, sie in seinem Auto mitzunehmen und Zuhause abzusetzen, doch Laura lehnt ab ... danach wurde sie nicht mehr gesehen.

Am 10.04.2013 geht Tatjana wie jede Woche die Strecke ab, die ihre Tochter hätte nehmen müssen, um nach Hause zu kommen und klebt Suchanzeigen auf. Irgendwer muss doch wissen, was mit ihrem Kind passiert ist. Sie wäre mittlerweile 14 Jahre alt - nein, sie ist 14 Jahre alt, denn Tatjana weiß tief in ihrem Inneren, dass ihr Kind noch lebt. Ihr Mann Jochen hat sich mit der Situation arrangiert, das Thema Laura wird Zuhause so gut wie nicht angesprochen, zu sehr schmerzt der Verlust und die Hoffnung schwindet mit jedem Tag, zumindest bei ihm. Auch um die Ehe von Tatjana und Jochen steht es nicht mehr zum Besten - das Verschwinden Lauras ist wie ein tiefer Graben zwischen ihnen und beide sind nicht in der Lage, eine Brücke zum anderen zu bauen. Was wird aus ihrer Familie, wenn Laura nicht wiederkommt?

Was derweil niemand weiß - Laura ist in der Nähe, ganz nah ist sie ihren Eltern, doch fliehen kann sie nicht. Sie wurde entführt und wird aufs Äußerste misshandelt und missbraucht, doch die Hoffnung, die Hoffnung auf Rettung ist nach wie vor da. Ihr Entführer plante schon lange, sich ihrer zu bemächtigen und an jenem Abend war Fortuna mit ihm und er nutzte seine Chance. Nun hat er sie und sie wird ihm seinen Traum von absoluter Dominanz erfüllen, doch zuerst muss ihr Wille gebrochen werden. Doch er hat da schon ein paar Ideen, deren Umsetzung ihn ausgesprochen befrieden und seinem Ziel von Mal zu Mal ein Stück näher bringen. Wie lange jedoch wird Laura durchhalten, bis sie vollends zerbricht?


Was für ein erschreckendes Buch!!! Der Plot wurde ausgesprochen detailliert und bildhaft erarbeitet - mir kam zwischendrin immer wieder das Grauen und der Hintergedanke "Hältst du das bis zum Ende durch?" - Jepp, habe ich!!! Die Figuren wurden facettenreich und tiefgründig erarbeitet, wobei ich mich ab und an gefragt habe, was muss das für eine Person sein, die sich solch einen grausamen Charakter wie dem des Entführers ausdenkt? Ans Herz gewachsen ist mir von Anfang an Laura - die unschuldig mit einer Situation klarkommen muss, an der die meisten innerhalb kürzester Zeit zerbrechen würden. Den Schreibstil empfand ich als ausgesprochen realistisch, also ich hätte während der Lektüre des Buches nur sehr ungern an einem verfallenen Haus vorbeikommen wollen. Als Fazit kann ich sagen, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat, die Figuren sehr ansprechend erarbeitet wurden und auch der Schreibstil einiges auf Lager hat, sodass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe. Leider, ein kleines Manko, was mir ein bisschen aufgestoßen ist: Der Entführer ist meines Erachtens viel zu gut bei der ganzen Geschichte bei weggekommen, da hatte ich mehr erwartet und im realen Leben hätte er auch mehr von mir bekommen!

Bewertung

 
Die Autorin:
Stefanie Maucher wurde 1976 in Stuttgart geboren und lebt, nach einem mehrjährigen Ausflug nach Graz in Österreich, mit einem Mann und zwei Kindern im Baden Württembergischen Schorndorf. Als situationsangepasste Lebenskünstlerin sammelte sie Erfahrung in verschiedenen Berufszweigen und widmet sich nun ihrem heimlichen Kindheitstraum, dem Schreiben spannender Geschichten. Sie veröffentlichte bereits den Roman Franklin Gothic Medium. Beim Verlag dotbooks erschien ihr Thriller Kalte Berechnung – Eine Rachegeschichte. Im März 2013 erschien ihre Kurzgeschichte Mängelexemplar in der Anthologie Mängelexemplare. (übernommen vom amazon)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
Irgendwie tauchte dieses Buch in letzter Zeit überall im Internet auf, wo ich mich rumgetrieben habe, sodass natürlich schnell das MUSST-DU-UNBEDINGT-AUCH-LESEN-Gefühl sich meldete. Also, was sollte ich machen, hab mir sodann fix das Buch gekauft und los gings.

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