Dienstag, 30. Juli 2013

[Rezension] Jess Walter - Schöne Ruinen



Leseprobe




Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Karl Blessing Verlag (1. April 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3896674994
ISBN-13: 978-3896674999
Originaltitel: Beautiful Ruins
Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 4,2 cm

Inhalt gem. Blessing-Verlag:
Eine herzzerreißende, komische und verrückte Liebesgeschichte
Ein verschlafener Ort an der ligurischen Küste im Frühjahr 1962: Pasquale hat von seinem Vater eine Pension geerbt, und wenn er nicht gerade in der Brandung steht, um mühsam einen Strand anzulegen, vermisst er ein Felsplateau, auf dem ein Tennisplatz entstehen soll. Denn Pasquale hat eine Vision: Er will aus Porto Vergogna einen glamourösen Ferienort machen, der Touristen aus aller Welt anlockt, am liebsten aus Amerika.
Dann checkt tatsächlich eine junge amerikanische Schauspielerin in seiner Pension ein, und Pasquale verliert sein Herz an sie. Mit ihr kommt die Welt nach Porto Vergogna – die Verheißungen des fernen Amerika, der Glamour von Cinecittà und schließlich sogar ein sturzbesoffener Richard Burton. Und als die Amerikanerin wieder abreist, ist für Pasquale nichts mehr, wie es war. Ein Steinchen ist ins Mittelmeer gefallen, das noch Jahrzehnte später seine Wellen an die Pazifikküste spült, als der alte Pasquale in Kalifornien nach dieser längst verlorenen Liebe seines Lebens sucht – zusammen mit einem abgebrühten Hollywood-Produzenten, dessen resignierter Assistentin und einem selbstverliebten Möchtegern-Drehbuchautor, der zufällig Italienisch kann. Ein erfrischender und lebenskluger Roman voller Witz und Dolce Vita um hochfliegende Träume, tiefe Abgründe und die Ironie unserer Existenz.

Zum Buch:
Pasquale ist ein Träumer. Er hat das Hotel seines Vaters geerbt, in dem er mit seiner kranken Mutter und seiner Tante lebt. Das Hotel ist genau wie das Dorf, in dem er lebt, klein und wie von der Außenwelt abgeschnitten und zwischen Felsen eingekeilt. Es ist nur vom Meer aus zu erreichen.
Pasquale träumt trotzdem von dem großen Ansturm amerikanischer Gäste.
Als dann tatsächlich eines Tages die amerikanische Schauspielerin Dee Moray vor seiner Tür steht, kann er sein Glück nicht fassen. Aber sie scheint schwer krank zu sein. Er verliebt sich in sie ...
Nach 50 Jahren macht er sich auf den Weg nach Amerika, um Dee Moray zu finden, seine Liebe, die er auch nach so vielen Jahren nie vergessen hat ...

Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen, beginnend im Jahr 1962 in Italien in einem kleinen Ort namens Porto Vergogna.
Dee Moray, eine kranke amerikanische Schauspielerin kommt irrtümlich auf die kleine Insel. Pasquale fährt für sie nach Rom, um für sie einiges auf den rechten Weg zu bringen. Er kommt mit Richard Burton zurück, kurz darauf verschwindet Dee Moray aus seinem Leben.

Im Wechsel der Erlebnisse aus dem Jahr 1962 spielt die Handlung in der heutigen Zeit.
Pasquale, inzwischen ein alter Mann, hat sich auf den Weg nach Amerika gemacht, um Dee Moray zu suchen. In der Hand hat er nur eine alte Visitenkarte vom Filmproduzenten Michael Deane, die er ihm vor vielen Jahren in die Hand gedrückt hatte. Gemeinsam mit ihm, seiner Assistentin Claire und einem jungen Möchtegerndrehbuchautoren machen sie sich auf den Weg zu Dee Moray, jeder mit einer anderen Motivation im Kopf.

Die Geschichte ist faszinierend aufgebaut. Aus dem tatsächlich 1962 gedrehten Film "Cleopatra" mit Elizabeth Taylor und Richard Burton als Ausgangspunkt werden im Wechsel die fehlenden Jahre zwischen 1962 und dem Heute erzählt. Der Werdegang der amerikanischen Schauspielerin Dee Moray mit allen Höhen und Tiefen ist dabei der rote Faden. 

Der Leser erhält einen recht interessanten Einblick in die Welt des Films und vor allem der Filmemacher. Da wird teils über Leichen gegangen, nur um Werbung für einen Film zu machen. Die Beziehung Taylor / Burton ist legendär, zumindest meiner Generation sind die beiden ein Begriff, auch wie die Beziehung der beiden ablief. Das hat der Autor sehr gut recherchiert. 
Richard Burton wird hier im Roman jedoch eine weitere Liebesgeschichte angedichtet, die durchaus so hätte ablaufen können. Er war ein Frauenheld und Trinker, das hat der Autor Jess Walter auch sehr gut nachvollzogen.

Als Leser erhält man aber auch einen kleinen Einblick in die Musikbranche, man erlebt Versuche, ein Buch zu schreiben und ist bei einer Theateraufführung dabei, die ein Stück aus dem Leben spielen. 
Der Autor hat sich mit vielen Themen beschäftigt, ist aber nur beim Thema Film etwas mehr in die Tiefe gegangen.

Ein wunderbar geschriebenes Buch mit Vergangenheitsbewältigung, Korruption, Liebe, Hoffnungen und begrabene Träume.
Ein Buch, das manches mal ein wenig schwermütig ist, aber nie langweilig.

Bewertung:


Zum Autor:
(Text übernommen vom Blessing-Verlag)
Jess Walter arbeitete als Journalist, bevor er Buchautor wurde. Neben preisgekrönten Kriminalromanen schrieb er ein Sachbuch über das Rechtssystem in den Vereinigten Staaten, das er gemeinsam mit Christopher Darden, einem der bekanntesten Anwälte der USA, verfasste und für das er den Pulitzer-Preis erhielt. Jess Walter lebt mit seiner Familie in Spokane, Washington.


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim



bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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