Montag, 8. Juli 2013

[Rezension] Sebastian Lehmann - Genau mein Beutelschema



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (24. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746629403
ISBN-13: 978-3746629407
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,4 x 2 cm

Inhalt gem. Aufbau-Verlag:
Ein Hipster kommt selten allein
Mark, Anfang 30, hat’s nicht leicht: Älterwerden an sich ist schon nichts Schönes, und spätestens wenn man mit Begriffen wie Postironie nichts mehr anfangen kann, weiß man, dass jung die anderen sind. Dann trifft er Christina, eine Frau, die ihm in jeder Hinsicht voraus ist – außer beim Alter. Ihr Werdegang ist schon mit Anfang 20 beeindruckender als Marks typische Berliner Bohème-Karriere, und er muss sich ins Zeug legen, um mit ihr mitzuhalten. Als er einem merkwürdigen Hipster-Schwund in Neukölln auf die Spur kommt, wird endgültig klar, wie hart das Dasein zwischen Nachtleben und Tagträumen sein kann. Schon bald muss er sich entscheiden – zwischen Musikertraum, Brotjob und Frau mit Stoffbeutel.

Zum Buch:
Mark, 31, wohnt in Berlin Tiergarten. Keiner wohnt in Tiergarten, deshalb sucht er sich seine Freizeit auch anderswo, beispielsweise in Neukölln. Dort wird er in einer Bar von einer Frau zum Tanzen aufgefordert, die sich als Christina Aguilera vorstellt, nachdem er sich Marky Mark genannt hatte. Sie ist mit Dr. Alban dort, der ihr WG-Mitbewohner ist.
Irgendetwas hat sie an sich, das Mark anspricht, denn als sie plötzlich mit Dr. Alban verschwindet, wünscht er sich nichts sehnlicher, als sie wiederzusehen, aber wie soll das funktionieren, wenn man in Berlin wohnt.
Dass Berlin scheinbar doch ein Dorf ist, stellt er am nächsten Tag fest, als er zufällig auf Dr. Alban trifft, der ihm einen Hinweis auf seinem unbeschriebenen Stoffbeutel hinterlässt, wo er Christina wiedersehen kann ...

Der Autor Sebastian Lehmann stellt dem Leser mit diesem Buch sein Erstlingswerk vor. Mit einem eigenen feinen Humor spricht er hauptsächlich die Altersklasse zwischen 20 und 30 Jahren an. 
Mark lernt in einer Bar Christina kennen. In dieser Bar wird zum größten Teil Musik aus den 90-er Jahren gespielt, Musik, an die man sich erinnert, wenn man die Zeit bewusst erlebt hat. 
Mark jedoch ist von dieser Zeit genervt, hat er sie doch schon in den 90-er Jahren von hinten bis vorne gekannt und jetzt die Retromusik dieser Zeit kann er schlecht tolerieren. Er ist genervt.
Christina hingegen, 21 Jahre alt, war damals noch ein Kind, so dass sie voll auf die Musik abfährt. Sie ist eine ausgesprochene Partygängerin.

Eigenartige Dinge passieren in Berlin. Immer öfter hört man, dass Personen aus Neukölln morgens in der U-Bahn Kurfürstenstraße wach werden und nicht wissen, wie sie dort hin gekommen sind. Wer will schon freiwillig nach Tiergarten, wenn man aus Neukölln kommt? Auch sieht man immer wieder Kapuzen tragende Typen auf der Straße.
Was hat das alles zu bedeuten?

Auch ich habe mich mit dieser Frage beschäftigt. Als Leser kann man sich, auch wenn man aus Berlin kommt, darauf ebenfalls keinen Reim machen. 
Der Autor hat sich intensiv mit den Berliner Bezirken Neukölln und Tiergarten vertraut gemacht und hat das dort vorhandene Ambiente sehr gut studiert und wiedergegeben.
Einiges habe ich wiedererkannt, anderes war mir neu. Der Autor hat mir eine Szene gezeigt, die altersmäßig nicht mehr meine ist, so dass ich mich persönlich mit vielen Sachen nicht mehr identifizieren konnte. Schon allein beim übermäßigen Alkohol- und dem gelegentlichen Drogenkonsum sträubt sich mein Gefieder. Ob die Partyszene wirklich real wiedergegeben ist oder ob es künstlerische Freiheit des Autoren war, kann ich nicht sagen, mich sprach dieses nicht an.

Was mir gefallen hat, war der humorvolle Schreibstil des Autoren, der mich ab und an schmunzeln ließ. 
Einige Dinge schienen mir jedoch recht weit von der Realität entfernt zu sein, als Beispiel das Thema Klone. Auch die laxe Einstellung zur Arbeit von Mark hält der Realität sicherlich nicht stand.
Verwundert hat mich, dass weder Mark noch Christina das Bedürfnis hatten, den wahren Namen des jeweils anderen erfahren zu wollen.

Ich habe lange überlegt, wie ich das Buch bewerten soll, ich schwankte zwischen 3 und 4 Pfoten. Halbe Pfoten vergeben wir nicht, so dass ich mich aufgrund des humorvollen Stils doch für 4 Pfoten entschieden habe.
Bei der Lesung mit dem Autoren habe ich bemerkt, wie die jungen Leute auf das Buch reagiert haben, von daher kann ich sagen, dass ich für dieses Buch definitiv zu alt bin.

Bewertung:




Zur Autorin:
(Text übernommen vom Aufbau-Verlag)
Poetry-Slam-Star Sebastian Lehmann – laut Marc-Uwe Kling ein „Hunter S. Thompson auf Club Mate“ – erzählt von Liebesleid und Beutelzügen einer Generation zwischen 90er Party, Hipstertum und Röhrenjeans. Er lebt in Berlin, wo er seine Texte mit viel Erfolg auf der „Lesedüne“ vorträgt; zudem tourt er seit Jahren über die bundesweiten Lesebühnen und moderiert den größten Poetry Slam Europas, den Kreuzberg Slam. „Genau mein Beutelschema“ ist sein erster Roman. www.sebastian-lehmann.blogspot.com





Auf diesem Weg möchte ich mich recht herzlich beim Aufbau Verlag bedanken,


der mir dieses Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt hat.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

1 Kommentar:

Beatrix Alfs hat gesagt…

Dass die Protagonisten keine richtigen Namen hatten, war ein Punkt, der mich auch verblüfft hat. Immer wieder war von den Club-Mate-Trinkern die Rede, was ich auch erst nicht einordnen konnte, da ich noch nie in Berlin war. Es hat einige Seiten gebraucht, bis ich mich auf den Schreibstil eingelassen habe und am Ende war ich auch von diesem Buch angetan. Jüngere Semester als ich dürften begeistert sein!