Mittwoch, 4. September 2013

[Rezension] Christiane Lind - Das Haus auf der Blumeninsel



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Knaur TB (3. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426513331
ISBN-13: 978-3426513330
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 3,2 cm

Inhalt gem. Knaur-Verlag:
Die junge Laura flieht vor ihren Erinnerungen nach Madeira in das Haus am Leuchtturm, das ihrer Familie gehört. Wie ihre Vorfahrin, die Blumenmalerin, verfällt auch sie sofort dem Zauber der Insel. Auf der Suche nach weiteren Blumenbildern findet Laura Briefe, in denen eine Mutter ihrer Tochter ihre Liebe offenbart. Ihre Nachforschungen führen Laura in die Zeit zwischen den Weltkriegen und zu zwei Schwestern, die denselben Mann geliebt haben. Eine von ihnen traf eine folgenschwere Entscheidung, deren Spuren Laura auch heute noch begegnet. Doch welche Verbindung haben sie zu ihrem eigenen Leben?

Zum Buch:
Als Lauras Mann stirbt, stirbt auch sie innerlich. Sie kann ihn und die Zeit mit ihm nicht vergessen und fällt in ein tiefes Loch, aus dem ihre Schwester versucht, sie herauszuziehen.
Letztendlich gibt sie nach und geht für eine Weile nach Madeira, wo ihre Großtante Grace ein Haus am Leuchtturm besitzt.
In dem alten Haus findet sie Briefe, die schon sehr alt sind. Briefe, die eine Amelia an ihre ungeborene Tochter geschrieben hat, Briefe, die ans Herz gehen.
Kann es die Amelia sein, die seinerzeit ein Buch mit selbstgezeichneten Blumen herausgebracht hat, die man die Blumenmalerin genannt hat?
Dieses Buch war der Anlass für Lauras Liebe zu Blumen und zum Garten.
Die Neugierde ist erwacht, aber wird es ihr gelingen, nach 80 Jahren die Geheimnisse, die es um Amelia gibt, zu lüften? …

Die Geschichte beginnt 1929, als Amelia die Briefe an ihre ungeborene Tochter schreibt.
Ihre Schwester Bethany hat ihr ihre Liebe genommen, ihren Liebsten Zachary, und ihn geheiratet, obwohl sie wusste, dass Amelia von ihm schwanger war.
Bethany war ein Kind, das alles beanspruchte, was Amelia gehörte. Da ihr niemand gewachsen war, bekam sie auch all ihren Willen erfüllt. Sie log und denunzierte erfolgreich, sie kam damit immer durch.

Als dann Bethany eines Tages eine nicht wiedergutzumachende Entscheidung trifft, zerstört sie das Leben vieler nachhaltig.

Durch die gefundenen Briefe und Erinnerungen wechselt die Geschichte abwechselnd durch die Zeiten der damaligen und der folgenden Generationen. Man liest von unglücklichen, aber auch starken Frauen der Familie, mögen sie Amelia, Emma, Grace oder auch Laura heißen. Keine von ihnen hatte es leicht, aber alle waren oder sind stark und zur Liebe bereit.
Jede dieser Frauen ist ein starker Sympathieträger und ich als Leser habe mit ihnen gelebt, geliebt und gelitten. Nicht eine dieser Frauen hat aufgegeben, manchmal war nur der Tod stärker. Die Hoffnung hatte sie nie verlassen.

So nach und nach wird auch das ganze Ausmaß sichtbar, das Bethanys Entscheidung als Urspung hatte. Die Auswirkungen gehen bis in die heutige Zeit und noch immer gibt es jemanden, der darunter leidet.

Anfangs hatte ich ein paar Probleme beim Herstellen der Zusammenhänge durch das Wechseln der Zeiten und den vielen Namen. Nachdem ich mich eingelesen und die Zuordnung der Personen hergestellt hatte, war das kein Problem mehr. Schließlich muss man die Protagonisten ja irgendwann kennenlernen.

Ein wunderbar geschriebenes Buch, das mich meine Umwelt während der Lektüre hat vergessen lassen. Ich lebte durch die Zeiten und war fassungslos über die neidische Boshaftigkeit einer Frau, die das Leben vieler zerstört hatte, die ihr Leben lang nicht einmal auf die Gefühle anderer Rücksicht genommen hat.

Die Bücher, in denen die Gegenwart mit der Vergangenheit verknüpft ist und letztendlich eine Einheit bildet, sind meine bevorzugte Lektüre.
Das hier ist so ein Buch. Ein Buch voller Liebe, Leid, Hoffnungen, Sehnsüchte, aber auch Bösartigkeit, das ich nicht aus der Hand legen konnte.
Auch ist es der Autorin gelungen, die Schönheit der Insel Madeira dem Leser bildlich nahezubringen.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

Bewertung:


Zur Autorin:

(übernommen vom Knaur-Verlag)
Christiane Lind hat in Sozialwissenschaften promoviert und neben zahlreichen Kurzgeschichten einen historischen Roman und ein Jugendbuch veröffentlicht. Reisen ist ihre große Leidenschaft, die sie nach Cornwall und auf die Blumeninsel Madeira führte. Sie war sofort fasziniert von der Farbenpracht und Atmosphäre der Insel und hat sich davon für ihren Roman inspirieren lassen.








An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin


sowie der 



bedanken, die mir das Rezensionsexemplar für eine Leserunde zur Verfügung gestellt haben.


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Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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