Freitag, 6. September 2013

[Rezension] Tanja Wekwerth - Ein Hummer macht noch keinen Sommer



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (17. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 344247812X
ISBN-13: 978-3442478125
Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,6 x 2,4 cm

Inhalt gem. Goldmann-Verlag:
Einsame Herzen, heimliche Hauptstadthelden und ein Hummer namens „Howard“
Natalie Schilling ist knapp über vierzig, Moderatorin einer Büchersendung, Kochkolumnistin, Single – und in der Sinnkrise. Jetzt kann nur noch der Psychiater helfen. Doch wie es das Schicksal will, verliebt sich die Unglückliche prompt in ihren schwulen Therapeuten Theodor. Und der gehört eigentlich selbst auf die Couch: Seine Patienten nerven ihn, und sein Lebensgefährte – ein Maler in der „Hummerphase“ – will die Trennung. Verständlich, dass es ihm schwerfällt, sich auf die Sorgen anderer zu konzentrieren. Macht nichts, denn schließlich hat Natalie die Erkenntnis: Jeder ist seines Glückes Schmied. Und das Glück wiederum kommt in den seltsamsten Formen. Manchmal auch in der eines Apothekers oder eines kleinen Mopses.

Zum Buch:
Was verspricht mir ein Buch, auf dessen Rückseite steht, dass die Protagonistin sich in einen schwulen Therapeuten verliebt?
Hört sich für  mich nach Irrungen und Wirrungen, Spaß und guter Unterhaltung an.
Und auf genau das trifft man, wenn man sich auf das Buch der Autorin Tanja Wekwerth einlässt.

Natalie, Anfang 40, Single, ist mit sich und ihrem Leben unzufrieden. Sie moderiert eine Büchersendung mit Büchern, die sie nicht mag, die ihr aber aufgedrückt werden und schreibt Kochkolumnen. Kann es schlimmeres geben?
Es kann … nämlich wenn man das Gefühl hat, von Zwergen verfolgt zu werden.
Zeit, sich einem Psychologen anzuvertrauen. 
So trifft Natalie auf den Psychotherapeuten Theodor Silberstadt, der zwar um etliches älter ist als sie, aber trotz allem ein gut aussehender Mann. Kein Wunder, dass sie sich auch noch in ihren Therapeuten verliebt.

Theodor, schwul, und seit 25 Jahren mit David, einem Maler, liiert, hat so seine eigenen Sorgen. David trennt sich von Theo, weil er sich von ihm eingeengt fühlt und Theodor hat Probleme damit, das zu akzeptieren. Ihm wird alles zuviel, die Arbeit mit den Patienten überfordert ihn, er selbst bräuchte einen Therapeuten.
Obwohl er stets berufliches mit privatem trennte, entsteht zwischen ihm und Natalie eine besondere freundschaftliche Beziehung. 
Nur Natalie hat keine Ahnung, dass Theodor schwul ist …

Es scheint anfangs alles ziemlich hoffnungslos für die drei Protagonisten Natalie, Theodor und David zu sein.
Das Umfeld von Natalie hat sich verändert. Ihre Freundinnen sind verheiratet, haben Kinder, nur sie hat den Sprung noch nicht geschafft. Sie fühlt sich einsam und zudem noch von Zwergen verfolgt.
Theodor und David sind seit 25 Jahren ein Paar, das zwar getrennt lebte, sich aber liebte. Da David sich eingeengt fühlt, trennt er sich von Theodor. Der fällt in ein tiefes Loch. David lacht sich gleich einen neuen Lover an, der ihm dann wie eine Laus im Pelz sitzt.

Mit dieser Anfangssituation ließ die Autorin ihre Fantasie spielen und brachte neue Akteure ins Spiel. Theodors Mutter Hertha, eine liebenswerte Frau, die nicht nur ihren Sohn liebt und ihm kluge Ratschläge gibt, sondern die auch David tief in ihr Herz geschlossen hat. David und Hertha sind gemeinsam ein herrliches Gespann, das mich mehr als einmal zum schmunzeln brachte.
Der Möchtegerngalerist und Apotheker Rudolf Euter mit seiner Tochter Rosie platzen mitsamt ihrem Hund Feivel in Davids Leben. Nicht zu vergessen die Zecke Tim, die sich David als Model ins Haus geholt hatte, aber dann nicht mehr loswurde.

Es gibt viel Potential für Fettnäpfchen, Missverständnisse, Irrungen und Wirrungen und Tanja Wekwerth tobt sich voll aus, sehr zur Freude des Lesers.
Ich habe mich den Protagonisten verbunden gefühlt, mit ihnen gelitten, mir öfter an den Kopf gefasst (so nach dem Motto, wie konntest du nur), mich mit ihnen gefreut und bin gemeinsam mit ihnen durch die Fettnäpfchen gestampft.
Ein einfühlsames Buch, dem man anmerkt, dass es mit Liebe  geschrieben wurde.
Ein Buch über Liebe, Vertrauen, Einsamkeit, aber auch Hoffnung. Das Buch ist gewürzt mit einer gehörigen Portion Humor und Situationskomik. Es lässt den Leser die Gegenwart ausschalten und verschafft ihm damit vergnügliche Lesestunden.

Bewertung:


Zur Autorin:

(Text übernommen vom Goldmann-Verlag)
Tanja Wekwerth wollte eigentlich schon immer schreiben. Ihr Lebensweg führte sie aber zunächst nach Paris, wo sie mehrere Jahre lebte und als Model und Übersetzerin arbeitete. Zurück in Berlin flog sie als Stewardess für Lufthansa - ein Beruf, der sie zu ihrem ersten Roman inspirierte – und schrieb 12 Jahre lang ihre Kolumne "Tanjas Welt" für die Zeitschrift Laura.






An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin 



bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

1 Kommentar:

Sabine Büchersüchtig hat gesagt…

Hallo Monika,

dieses Buch steht schon eine Weile auf meiner Wunschliste und nun hab ich es gleich (dank deiner Rezi) gleich bestellt.

Liebe Grüße von
Sabine