Dienstag, 22. Oktober 2013

[Interview] Das Katzenpersonal befragt FREDERIC BRAKE

Auch Frederic Brake, der Autor der Bücher

als Frederic Brake


als Dave Nocturn


erklärte sich bereit, dem neugierigen Katzenpersonal ein paar Fragen zu beantworten.




Frederic, für uns Unwissende, stellst du dich uns kurz vor?
Ich ein Tastenquälender Hobbyfotograf mit zuvielen Ideen und zuwenig Zeit. Außerdem bin ich Ehemann, Vater und Lektor. Manchmal schreibe ich ein Hörspiel (z.B. für Lady Bedfort), oder produziere ein Hörbuch (z.B. den ersten Band von Armageddon, als Lesung mit Tom Westerholt). Gelegntlich lese ich live (und in Farbe). Ich bin über vierzig (hat da jemand was von "alter Mann" gesagt?), bin also ein Kind der Siebzieger, oder, wie Jochen Malmsheimer immer sagt, der schlechten Zeit. Das prägt.

Du schreibst auch unter Pseudonym – wie kam es dazu?

Naja, als ich meine erste Gehversuche als Autor gemacht habe, war ich einfach ... feige. Ich wollte es unter dem Deckmäntelchen des Tarnamens machen. Außerdem passte der Name Dave Nocturn zu dem meisten, das an Ideen in meinem Kopf spukte, einfach besser. Ich war schon fast drauf und dran, den guten Dave zu beerdigen, da kam Armageddon. Zombies können also auch (Pseudo) Leben retten.:)

Wie schwer ist es deiner Meinung nach, sich als Autor auf dem deutschen Buchmarkt zu integrieren?
Das kann man so pauschal nicht beantworten, weil der Markt keine homogene Masse ist. Es ist eine Ansammlung von Nischen. Manche sind kommerzeill sehr erfolgreich, manche sind potentielle Nobelpreis-Kandidaten-Brutstätten.

Warum hast du angefangen, Bücher und Geschichten zu schreiben?

Da muss ich etwas ausholen. Hol dir schon mal einen Kaffe. Alsoooo ... Schuld ist eigentlich meine Frau. Für ihren Chor sucht sie allvorweihnachtlich eine lustige Weihnachtsgeschichte, die sie dann vorliest. Irgendwann habe ich  in einem Anflug von Megalomanie gesagt, ich schreibe eine. So entstand »Wie Rudolf die rote Nase bekam«, als Leseprobe auf meinem Blog www.hinterhofderfantasie.wordpress.com zu lesen. Die Geschichte gefiel ihr zwar, vorgelesen hat sie sie aber nicht. Also habe ich sie (die Geschichte, nicht meine Frau, die liebe ich nämlich)  der Meute zum Fr... äh ... dem geneigten Publikum online vorgestellt. Und dann habe ich weitergemacht. Manchmal extremst frustriert (Tipp an alle Neuautoren: Sich als Autor öffentlicher Kritik auszusetzen, hat was von Automasochismus. ES!TUT!WEH!), manchmal echt euphorisiert, weil drei Monate nach meinem Online-Debut die erste Geschichte im Print erschien. Im gleichen Jahr konnte ich (beim leider letztmalig ausgetragenen) William-Voltz-Award den dritten Platz belegen.

Wie sieht dein normaler Tagesablauf aus?
Wecker auschalten. Wecker verfluchen. Ins Bad wanken (da habe ich gelegentlich Ähnlichkeit mit meinen Romanzombies), aus dem Knautschhaufen ein Gesicht kneten, mit der Familie frühstücken und mich auf die Räder zu meinem Brotjob machen. Daselbst den Großteil der Hellstunden verbringen, nach Hause düsen, Zeit mit der Familie verbingen und dann schreiben, lektorieren oder Interviews geben.

Welches Buch erweckte deine Liebe zur Literatur?

So´n Ding mit gedruckten Buchstaben. Ich lese fast alles.

Welches Buch würdest du jedem Leser ans Herz legen?
Tucholskis »Lächeln der Mona Lisa«. Gibsons »Mona Lisa Overdrive«, Neal Stephensons »Snow Crash«. Streich das. Bücher sind einfach toll, warum soll ich eins bevorzugen?

Passend dazu, welches war das schlechteste Buch, das du je gelesen hast?
Eindeutig »Battlefield Earth«. Wer dachte, der Film wäre schlecht ... der ist echt gut dagegen.

Welches Buch liegt aktuell auf deinem Nachttisch?
»Komm ma lecker bei mich bei« von Hennes Bender. Und der 11. Band Armageddon-Serie. Der ist nämlich gerade im Lektorat.

D'Shor B'On Shai: wie kamst du auf die Idee zu diesem süßen kleinen Kerlchen ähm ich meine natürlich gefürchteten Dämon?
Wie ich im Vorwort zu »Hölle, LTD« geschrieben habe, war er der größte Schreihals auf den dunklen Hinterhöfen meiner Fantasie. Will sagen. er war zu dem Zeitpunkt der Charakter, der am heftigstens darauf gedrängt hat, in einer Geschichte sein Unwesen zu treiben. Außerdem konnte ich die Mistgabel im Rücken nicht länger ignorieren. 
 

Herzlichen Dank an Frederic Brake für die Beantwortung der Fragen.

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