Donnerstag, 10. Oktober 2013

[Rezension] Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 496
ISBN: 978-3-442-73436-8
Erscheinungstermin: 3. April 2006
Format:
Taschenbuch
Verlag: btb


Klappentext: gem. btb:
Mitten im Unterricht verlässt ein Lehrer seine Schule und macht sich auf den Weg nach Lissabon, um den Spuren eines geheimnisvollen Autors zu folgen. Immer tiefer zieht es ihn in dessen Aufzeichnungen und Reflexionen, immer mehr Menschen lernt er kennen, die von diesem Mann, den ein dunkles Geheimnis umgibt, zutiefst beeindruckt waren. Eine wundervolle Reise – die vergeblich sein muss und deren Bedrohungen der Reisende nicht gewachsen ist. Endlich kann er wieder fühlen, endlich hat er von seinem Leben zwischen Büchern aufgeblickt – aber was er sieht, könnte ihn das Leben kosten …


Rezension:
Der 57-jährige Raimund "Mundus" Gregorius ist Lehrer für Griechisch, Latein und Hebräisch an einem Gymnasium in Berlin. In seiner Jugend besuchte er eben diese Schule und führt seine Lehrtätigkeit dort bereits seit 30 Jahren aus. Er ist beliebt bei seinen Schülern und von den meisten Kollegen geschätzt und dennoch, Mundus ist ein sehr stiller, in sich gekehrter Mensch. Zwar war er vor vielen Jahren mit einer ehemaligen Schülerin von ihm verheiratet, doch diese Ehe hielt nur fünf Jahre, zu groß war der Unterschied zwischen den Eheleuten.

Mit seinem ruhigen Leben ist es jedoch vorbei, als er mitten im Regen eine Frau auf einer Brücke sieht. Da der Gedanke, sie könnte sich von eben dieser stürzen, nicht allzu fern liegt, spricht er die junge Frau an. Schnell stellt sich heraus, dass die junge Frau nur Portugiesisch spricht und dennoch gelingt es Mundus, zu ihr durchzudringen. Sie begleitet ihn zu seinem Unterricht, verlässt diesen jedoch ohne ein weiteres Wort nach kurzer Zeit.

Mundus jedoch geht die Frau einfach nicht mehr aus dem Kopf. Es ist nicht so, dass er sich in sie verliebt hätte, aber sie beschäftigt seine Gedanken. Als er bei einem Buchhändler ein portugiesisches Buch entdeckt, erwirbt er dieses, obwohl der der Sprache nicht mächtig ist. Das Buch ist aus dem Jahre 1975 und von einem Amadeu de Prado geschrieben worden. Mit Hilfe eines Wörterbuches macht er sich daran, das Buch zu lesen und tatsächlich scheint es so, dass ihm auch die portugiesische Sprache förmlich zu zufliegen scheint. Irgendwas an den Texten des Portugiesen lässt Mundus keine Ruhe, sodass er sich mitten im Unterricht entschließt, diesen fluchtartig zu verlassen. Anschließend macht er sich auf die Reise nach Lissabon, um mehr über den Autoren und sein Leben in Erfahrung zu bringen. Es wird eine Reise voller Selbsterkenntnisse ...


Ich hatte deutlich mehr erwartet! Der Plot wurde sehr detailliert erarbeitet, zu detailliert für mich. Irgendwo zwischen Gegenwart und Vergangenheit des Amadeu habe ich mich und mein Interesse an dem Buch verloren. Die Figuren wurden sehr tiefgründig erarbeitet, jedoch konnte nicht eine auch nur annähernd mein Interesse erwecken. Irgendwie wirkten sie alle sehr tot auf mich, auch wenn sie noch am Leben waren, wobei "Leben" hier die Definitionssache zu sein scheint. Der Schreibstil hat mich am Anfang wirklich hoffen lassen, doch wirkte dieser das ganze Buch über monoton. Abschließend kann ich sagen, dass dieses Buch mich alles, nur nicht gefesselt hat und ich mir hier definitiv mehr erhofft hatte.


Bewertung
Der Autor: 
Pascal Mercier, geboren 1944 in Bern, heißt im richtigen Leben Peter Bieri und ist Professor für Philosophie an der Freien Universität Berlin. (übernommen von btb)

Wie ich zu dem Buch kam:

Im Rahmen einer Monatsaufgabe für eine Challenge nötigte ich ein Buch, das verfilmt wurde. Dieses Buch sollte als Leserunde gelesen werden und ich konnte mich mit meiner Wahl nicht durchsetzen, sodass ich zähneknirschend dieses Buch lesen "musste". Also hatte ich es mir fix besorgt, obwohl die Chancen, dass es mich umhauen würde, bereits zu dem Zeitpunkt gering waren und ich hatte mich nicht getäuscht. Das mir das Buch aber so wenig gefällt, damit hatte noch nicht einmal ich gerechnet.

1 Kommentar:

Nazurka hat gesagt…

Hui, endlich mal jemand, der da keine Lobeshymnen drauf preist. Der Roman gehört auch gar nicht zu meinem Lesegeschmack und von daher kann ich ihn dann wohl auch getrost weglassen.

Liebe Grüße,
Nazurka