Mittwoch, 23. Oktober 2013

[Rezension] Sam Millar - Karl Kane 02: Die satten Toten








Eckdaten:
Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Atrium-Verlag, Hamburg (1. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3855355118
ISBN-13: 978-3855355112
Originaltitel: The Dark Place
Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 12 x 2,4 cm

Inhalt gem. Atrium-Verlag:
Belfast. Pathologe Tom Hicks hat schon viele Leichen gesehen, doch so etwas hat er noch nicht erlebt: Der Körper der jungen Frau, die vor ihm auf dem Seziertisch liegt, ist deformiert. Sie hat kurz vor ihrem Tod Unmengen gegessen. Hicks informiert seinen Freund, den Privatdetektiv Karl Kane. Kane nimmt Ermittlungen auf. Schon bald taucht eine weitere Leiche mit dem gleichen Merkmal auf: In Belfast geht ein Killer um, der seine Opfer mästet, bevor er sie tötet. Und während Kane zunehmend verzweifelt nach dem Mörder sucht, kidnapt dieser Kanes Tochter.

Zum Buch:
Karl Kane erhält von einem jungen Mädchen den Auftrag, nach ihrer verschwundenen Schwester Martina zu suchen, die vor 14 Tagen spurlos verschwand. Bei seinen Recherchen stößt er auf andere verschwundene Mädchen, die inzwischen tot aufgefunden wurden. Ihre Todesursache war immer die gleiche, alle wurden vor ihrem Tod wie Gänse gemästet bzw. im wahrsten Sinne des Wortes gestopft, und allen wurden Leber und Nieren entnommen. Recht bald kristallisiert sich ein Verdächtiger heraus, dem schwer beizukommen ist.
Alles eskaliert, als die Tochter von Karl Kane in die Fänge des Mörders gerät ...

Dies ist nun der 2. Band um den Privatdetektiv Karl Kane. Man muss den 1. Teil nicht gelesen haben, um diesen hier zu verstehen. Man kommt sehr gut in die Geschichte hinein, einige Ereignisse aus der Vergangenheit werden der Verständlichkeit halber kurz angerissen.

Wieder spielt die Geschichte in Belfast. Einst als eine der vier Städten mit B genannt, die man möglichst meiden sollte. Aber inzwischen gehört Belfast nicht mehr in die Kategorie von Beirut, Bagdad und Bosnien.
Und doch ist es ebenfalls eine Stadt unter vielen, in denen das Verbrechen nicht schläft. 
Momentan treibt ein Serienmörder in Belfast sein Unwesen. Er entführt junge Mädchen und mästet sie, bevor er ihnen nach ihrem Tod Leber und Nieren entnimmt. Ob er sie anschließend isst, bleibt eine Vermutung.

Karl Kane sucht diesen Mörder, zumal ebenfalls das Mädchen Martina, das er im Auftrag ihrer Schwester suchen sollte, zu den Opfern des Mörders gehört.
Sehr bald scheint er den Mörder gefunden zu haben, nur ist es eine Person, die Macht hat und diese ausspielt. Spenden für die Polizei behindern die Polizeiarbeit und blockieren diese. Kane ist mehr oder weniger auf sich allein gestellt. Zumal er auch noch immer mit seinem Ex-Schwager Wilson, dem jetzigen Polizei-Inspector im Clinch liegt.
Hilfe sucht und findet er bei seinem Freund Tom Hicks, dem Pathologen, der ihn mit Informationen auf dem Laufenden hält. Aber auch seine Lebensgefährtin und Sekretärin Naomi hält zu ihm, trotz seiner Eskapaden, die er sich ab und zu leistet.
Er geht bei seiner Suche nach dem Mörder ungewöhnliche Wege, sucht Verbündete oder Informationsgeber in Milieus, die nicht gut für ihn sind. Mehr als einmal wird er zusammengeschlagen, aber er gibt nicht auf, um die Wahrheit zu finden und letztendlich die Beweise gegen den Mörder.
Er ist geradlinig und ehrlich, auch wenn er sich ab und an gezwungen sieht, nicht alles zu sagen.
Ich mag diesen Typen, der einen skurrilen Humor hat, immer blank ist, aber die Wahrheit sucht. 

Dem Autor ist es wieder gelungen, mich mit seinem Buch in seinen Bann zu ziehen. Er schreibt flüssig und die Handlung ist logisch und nachvollziehbar aufgebaut. Was fehlt, sind leider ein paar Hintergrundinformationen, die den Roman ein wenig abgerundet hätten. So bleiben die Motive des Mörders leider unbenannt, als Leser bleiben einem da nur Vermutungen.
Sehr gut jedoch zeigt er die korrupte Verbindung zwischen Macht / Geld und Polizei, die mehr als beängstigend ist.

Ich würde es begrüßen, wenn die Serie weitergeführt würde, denn ein Wiedersehen mit Karl Kane ist es immer wert, gelesen zu werden.


Bewertung:



Zum Autor:
(Text übernommen von Atrium-Verlag)
Sam Millar wurde in Belfast geboren. In den 70er Jahren verbrachte er acht Jahre hinter Gittern, nachdem er auf dem Höhepunkt der Unruhen in Nordirland ohne Gerichtsbeschluss inhaftiert worden war. Wieder auf freiem Fuß, ging er in die USA, wo er 1993 einen der schwersten Raubüberfälle in der US-amerikanischen Geschichte initiierte und über sieben Millionen Dollar erbeutete. Millar wurde gefasst, später begnadigt und kehrte nach Belfast zurück, wo er seitdem Kriminalromane schreibt. Er stand auf der Shortlist zum Grand prix de littérature policière, wurde mit dem Brian Moore Award und dem Aisling Award for Art and Culture ausgezeichnet.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Reiheninfo:
01: Die Bestien von Belfast
02: Die satten Toten
03: Die kalte Kralle

Von Sam Millar wurden gelesen und rezensiert:



Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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