Samstag, 23. November 2013

[Rezension] Franziska Steinhauer - Nachtigall 08: Kumpeltod



Leseprobe



Eckdaten:
Broschiert: 374 Seiten
Verlag: Gmeiner; Auflage: 1 (4. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839213746
ISBN-13: 978-3839213742
Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 11,8 x 3 cm

Inhalt gem. Gmeiner-Verlag:
DUNKLE RACHE  Trotz heftiger Proteste wird ein Dorf in der Lausitz abgebaggert, auch der Friedhof muss dem Kohlebagger weichen. Bei ihrer Arbeit stoßen die Totengräber in einem alten Grab auf eine frische Leiche. Kommissar Peter Nachtigall wird zum Tatort gerufen, auf der Fahrt wird sein Wagen von der Straße gedrängt. Die Ereignisse überschlagen sich, als nach dem Fund einer Bombe ein großer Bereich in der Stadt geräumt wird und einer der evakuierten Mieter bei seiner Rückkehr eine grausige Entdeckung macht …

Zum Buch:
Die Kohle ist der Grund, warum Dörfer weichen müssen. Brieskowitz, ein Ort im Cottbusser Umland gehört zu diesen Dörfern. Dorf und Friedhof müssen umziehen, sehr zum Ärger der Einwohner. 
Als bei Ausgrabungen für die Umsetzung auf dem Friedhof eine Leiche zuviel in einem Grab gefunden wird, wird Kommissar Peter Nachtigall der Fall zugewiesen. Der Tote liegt im gleichen Grab wie sein Vater, obwohl beide verschiedene Nachnamen haben. Zufall oder Absicht? Wenn der Tote bewusst in dem Grab liegt, kann der Mörder nur ein Ortsansässiger sein, der weiß, dass es sich um das Grab des Vaters handelt.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Mord und den Drohungen der Gegner des Kohleabbaus? Es gibt weitere Tote und selbst Kommissar Peter Nachtigall entgeht nur knapp einem Mordanschlag ...

Ein brisantes und aktuelles Thema greift Franziska Steinhauer mit diesem Buch auf. Die Gemüter kochen hoch, wenn es um die Umsetzungen von Dörfern geht, die der Kohle weichen müssen.
Die Atmosphäre hat die Autorin sehr gut deutlich gemacht. 
Da ganz aktuell mein Onkel sich genau in der Situation befindet, dass er alles verliert, was ihm jahrelang gehört hat, selbst ein denkmalgeschütztes Haus muss der Kohle weichen, kann ich die Stimmung, die ihn befallen hat, in dem Buch wiederfinden.

Kommissar Peter Nachtigall und Michael Wiener, ein eingeschworenes Ermittlerteam, sind auf den Fall angesetzt. Michael Wiener ist noch ganz verstört von der Tatsache, dass er seinen Chef und Freund schon tot gesehen hat, denn er musste mit zusehen, wie dieser brutal von der Straße gedrängt wurde. Auch Peter Nachtigall macht die Tatsache zu schaffen, dass er sterblich ist und der Täter noch immer nicht gefasst wurde. 
Ablenkung bekommt er durch die Todesfälle, die irgendwie im Zusammenhang zu stehen scheinen. Alle Toten waren Kumpel und Freunde, aber wie passt das alles zusammen?
Sie ermitteln in alle Richtungen, ohne lange Zeit Land zu sehen. Statt den Mörder zu finden, lässt Franziska Steinhauer immer noch mehr Personen sterben. Einen erheblichen Anteil an den Ermittlungen nimmt auch der Pathologe Dr. Pankratz ein, dessen Arbeit die Autorin sehr gut wiedergibt. 

Der Krimi ist sehr breit gefächert. 
Sehr gut beschreibt die Autorin die Örtlichkeiten, so dass zumindest ich mich gut orientieren konnte, da ich die Gegend recht gut kenne.
Sie lässt sehr lässt viele Protagonisten in ihr Buch und ich muss gestehen, dass ich ein-zweimal die Übersicht über die Personen verloren hatte, was glücklicherweise aber nicht lange anhielt.
Die Art und Weise der Ermittlungen erscheint logisch und lässt sich sehr gut nachvollziehen, wirkt von daher auch glaubhaft.
Auch die Angst der Bevölkerung wegen der Umsetzung des Dorfes und die Drohungen der Abbaugegner lassen sich menschlich sehr gut nachvollziehen.

Dieses Buch ist bereits der 8. Fall für Peter Nachtigall. Ich kannte keines der vorhergehenden Bücher, was mir aber keine Probleme bei der Verständigung machte. Man kommt sehr gut in das Buch hinein, auch ohne die Vorgänger gelesen zu haben, obwohl ich mir bei einigen Andeutungen aus den vorhergehenden Teilen schon gewünscht hätte, ich wüsste, um was es gegangen ist, aber das lässt sich ja nachholen.

Ein Buch mit Lokalkolorit, Mord, Totschlag, Rache, Gier und Angst um die Zukunft, was will man mehr.

Bewertung:



Zur Autorin:
(Text übernommen vom Gmeiner-Verlag)
Franziska Steinhauer wurde 1962 in Freiburg geboren und lebt seit 1993 in Cottbus. Sie studierte Pädagogik mit den Schwerpunkten Psychologie und Philosophie. Ihre psychologisch fundierten und ausgefeilten Kriminalromane um Peter Nachtigall ermöglichen dem Leser tiefe Einblicke in pathologisches Denken und Agieren. Mit besonderem Geschick verknüpft sie dabei mörderisches Handeln, Lokalkolorit und Kritik an aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Um ihr Wissen im Bereich der Kriminaltechnik auf eine breitere Basis zu stellen, studiert sie Forensic Sciences and Engineering an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) in Cottbus im Masterstudiengang.


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Reiheninfo:
01: Racheakt
02: Seelenqual
03: Narrenspiel
04: Menschenfänger
05: Wortlos
06: Gurkensaat
07: Spielwiese Rezension
08: Kumpeltod

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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