Montag, 23. Dezember 2013

[Rezension] Hortense Ullrich - Hühner Voodoo



Leseprobe



Eckdaten:
Broschiert: 288 Seiten
Verlag: Wunderlich (19. Juli 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3805250533
ISBN-13: 978-3805250535
Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,4 x 2,8 cm

Inhalt gem. Wunderlich-Verlag:
Es ist kein altruistischer Charakterzug, der Gwendolyn Herzog von Wohlrath dazu treibt, eine psychologische Praxis zu eröffnen. Sie braucht Geld. Dass sie gar keine Psychologin ist, stört sie nicht. Ihr erster Patient ist Frederick Ackermann, Enddreißiger, mit einem eher ungewöhnlichen Beruf – er ist Leichenbestatter in der 20. Generation. Schon als kleines Kind waren für ihn zwei Dinge ganz sicher: Er wollte das väterliche Unternehmen weiterführen und eine Familie gründen. Mit Letzterem scheint es aber nicht so recht zu klappen. Frederick hat eine extrem hohe Ausfallquote – weigern sich doch viele Frauen energisch, beim ersten Rendezvous von einem Leichenwagen abgeholt zu werden. Zu einem zweiten kommt es dann meist nicht mehr. Die verbleibenden Einzelexemplare, die tapfer dem morbiden Hauch, der Frederick umweht, die Stirn bieten, ereilt jedoch ein tragisches Schicksal: Sobald Frederick ihnen die Ehe anträgt, sterben sie. Und zwar auf der Stelle. Nachdem er die dritte Freundin auf diese Art verloren hat, sucht er Hilfe bei einer Therapeutin. Und landet bei Gwendolyn. Sie hat Freude an dieser skurrilen Geschichte – bis ein erneuter Todesfall sie zwingt, seine Erzählung ernst zu nehmen. Panik setzt ein, als sie erfährt, dass sich ihre Nichte Britta in Frederick verliebt hat. Nun muss sie mit allen Mitteln verhindern, dass Frederick Britta einen Heiratsantrag macht – zur Not auch mit Hühner Voodoo …

Zum Buch:
Schon, als ich das Cover zum ersten Mal gesehen hatte, war mir klar, dass sich dahinter eine skurrile Geschichte verbirgt und ich sollte mich nicht täuschen.
Gwendolyn, die von ihrem Anlagenberater erfährt, dass sie pleite ist, weil dessen Chef alles Geld veruntreut hat und abgehauen ist, lässt sich von dieser Nachricht nicht unterkriegen. Schließlich ist ihr in ihrem elterlichen Zuhause eine harte Schule des Überlebens antrainiert worden.
Kurzerhand beschließt sie, Psychologin zu werden und betreibt gemeinsam mit Bernadette eine Praxis, nur dass Bernadette nicht auf Psychologin macht, sondern auf die Kunst des Hühner-Voodoo vertraut.
Gwendolyns erster Patient ist der Bestatter Frederick Ackermann, nach dessen Heiratsanträgen die Frauen nicht mal soviel Zeit haben, ja zu sagen, da sie vorher sterben. Ausgerechnet in ihn verliebt sich auch noch Britta, Gwendolyns Nichte ...

Gwendolyn liebt ihr schönes und sorgenfreies Leben, das sie mittels 4 Ehemännern genießen konnte. Das ändert sich von einem Tag auf den anderen, als ihr klar gemacht wird, dass sie pleite isst. Da sie nicht zu den bescheidenen Menschen gehört, kommt eine Änderung ihrer Lebensumstände für sie nicht infrage, lieber lässt sie sich was einfallen.
Nicht mal ihrer Nichte Britta, die kurz darauf zeitweilig bei ihr einziehen will, weil sie mal wieder auf einen verheirateten Mann reingefallen ist, erzählt sie es. Lieber gaunert sie sich durchs Leben, geht in Hotels essen, indem sie dort den Gast miemt und lässt ganz nebenbei noch ein wenig Essen in ihre Tasche fallen, für zu Hause.
Also versucht sie, Britta wieder loszuwerden, indem sie ihr Arbeit sucht und darauf hofft, dass sie schnell wieder bei ihr auszieht.

Gwendolyn gehört nicht zu den Menschen, denen ich im realen Leben begegnen möchte. Sie ist der Typ Mensch, der sich an anderen bereichert und immer auf den eigenen Vorteil bedacht ist. Das ist ein Charakterzug, mit dem ich mich gar nicht arrangieren kann.
Dass sie sich selbst im großen Stil an ihrer Partnerin Bernadette bereichert hat, hat sie mir nicht gerade sympathisch gemacht. Diese wurde von Gwendolyn nach allen Regeln der Kunst ausgenommen und hat nicht einmal dagegen aufbegehrt.
Sie will nämlich den Menschen, die wegen des Hühner-Voodoos zu ihr kommen, wirklich helfen. 

Es ist eine Geschichte, die im realen Leben keinen Bestand hätte. Trotzdem macht es Spaß mitzuerleben, wie die Autorin ihre Idee mit dem Hühner-Voodoo umsetzt. Allein die Idee dazu und deren Umsetzung zeugen von deren Fantasie, der man sich schlecht entziehen kann.

Das Cover spricht für sich. Mich hat es zumindest neugierig auf deren Inhalt gemacht und es verspricht, was man bekommt. Eine etwas verrückte Geschichte, die nicht alltäglich ist, aber dennoch Spaß macht zu lesen.


Bewertung:





Zur Autorin:
(übernommen vom Rowohlt-Verlag)
Hortense Ullrich hat als Journalistin und Drehbuchautorin gearbeitet, bevor sie anfing Bücher zu schreiben. Über drei Millionen Leser sind Fans ihrer humorvollen, schrägen Geschichten, und ihre Bücher sind in über zwanzig Sprachen übersetzt worden. Sie ist verheiratet, hat zwei erwachsene Töchter, acht Jahre mit ihrer Familie in New York gelebt und wohnt nun in Bremen.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

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Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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