Freitag, 3. Januar 2014

[Rezension] Lorenzo Morelli - Auf kulinarischer Wanderschaft zwischen Paris und Neapel



Leseprobe



Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Edition Styria in Verlagsgruppe Styria; Auflage: 1 (23. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3990110640
ISBN-13: 978-3990110645
Größe und/oder Gewicht: 27,6 x 23 x 2,6 cm

Inhalt gem. Editon Styria:
Lorenzo Morelli, Kosmopolit, Gastrosoph und Genießer, hat sich auf die Spur klassischer europäischer Rezepte begeben. 
Es sind herrliche und wunderbar köstliche Rezepte, begleitet von persönlichen, lustigen und skurrilen Anekdoten. Zugleich handelt es sich um Rezepte, die zum sprichwörtlichen Bestand des Familienlebens geworden sind. Diese Rezepte hat niemand wirklich erfunden, sie sind – so der Gedanke Morellis – „ immanente“ kulinarische Gedanken, Gerichte, die man bereits in der Luft spürt. Ergänzt werden sie mit historischen Zitaten, die zeigen, mit welch erstaunlicher Menschlichkeit sich bereits in der Vergangenheit unsere Vorfahren an das Thema Essen herangetastet haben. Eine faszinierende Entdeckungsreise vom Familiären zum Universellen und vom Universellen zum Familiären: das kulinarische Erbe Europas.

Zum Buch:
Mit dem vorliegenden Buch erhält man nicht nur exzellente Gerichte zum nachkochen und genießen, man geht mit ihm auch auf Wanderschaft in die unterschiedlichsten Länder.
Die Vorstellung der Rezepte ist garniert mit Erinnerungen des Autors aus seinem Leben.

Das Buch ist unterteilt in die folgenden Rubriken:
- Vorspeisen
- Pasta & Riso
- Fisch
- Gemüse
- Geflügel
- Fleisch
- Kaninchen & Wild
- Dessert

Lorenzo Morelli nimmt den Leser / Koch / Bäcker mit auf die Reise seiner Wanderschaft zwischen Paris und Neapel.
Viele bekannte Gerichte werden vorgestellt, ein klein wenig abgewandelt und akribisch genau vorgestellt. Dazu bringt der Autor Erinnerungen aus seinem Leben und allgemeines zum vorgestellten Gericht.
Spaghetti alla Carbonara fehlen genausowenig wie Ratatouille, Cheesecake oder die Quiche Lorraine.

Ein klein wenig Geschichte zu den verschiedenen Rezepten kann ebenfalls nachgelesen werden. So erfährt man beispielsweise, dass die Quiche im 16. Jh. noch aus Brotteig zubereitet wurde. Dass das französiche Wort Quiche vom deutschen Wort Kuchen abstammte, war mir auch bis dato nicht bewusst. Selbst auf Hinweise für die Quiche, wie Blätterteig statt des klassischen Mürbeteigs zu nutzen, verzichtet der Autor nicht.

Zu jedem Rezept findet man ebenfalls alte historische Texte. Sei es ein Zitat aus einem Roman, eine ältere überlieferte Rezeptur des Gerichtes oder einfach allgemeines zum Rezept, lesenswert ist es auf alle Fälle.

Interessant sind auch die kleinen Einblicke in die Erinnerungen des Autors, selbst von der Zeit des Kennenlernens seiner Frau lässt er den Leser teilhaben. Sie und ihre Schwestern wurden nicht gerade im Kochen von Hause aus unterrichtet, so dass er sie und ihre Schwestern gern bekochte.
Auch sehr viel familiäres lässt sich erfahren, Erinnerungen an seinen Vater kommen vor wie auch andere. 

Ein Buch, das Freude macht. 
Als ich es das erste Mal in der Hand hatte, war mir noch nicht klar, dass unter den vielen ausgewählten Rezepten auch wirklich einfache, gut nachkochbare dabei waren. So edel, wie das Buch optisch wirkt, habe ich das nicht erwartet, war demzufolge angenehm überrascht.

Die Rezepte werden sehr schön durch wunderbare Fotos vorgestellt, da läuft einem schon beim bloßen Anblick das Wasser im Mund zusammen.
Ebenfalls fantastische Fotos gibt es von seiner Wanderschaft, die die Ursprünglichkeit der Landschaft, wie alte schwarz/weiß Fotos, oder typisches darstellen. Da fehlt weder ein Foto von einem Pub noch ein Foto vom Kreml in Moskau.
Das Buch spricht den Leser in vieler Hinsicht an. Kulinarisches, geschichtliches, familiäres und tolle Fotos sind exakt aufeinander abgestimmt.

Das Einzige, was in dem Buch fehlt, ist ein Glossar der Begriffe, die nicht geläufig sind. Ich musste recht häufig googeln, um zu wissen, was der Autor eigentlich meinte. Zesten, Pignolien oder auch Scherzel, um nur einige zu nennen sind scheinbar österreichische Begriffe, die man in Deutschland nicht kennt, zumindest ich kannte sie nicht.

Das ist wieder ein Koch-/Backbuch, das ich wärmstens empfehlen kann. 

Hier noch ein kleiner Blick auf meine Gerichte, aber bedenkt bitte, ich bin kein Fotograf :-)

 Cheesecake (SEite 214)
 Gratin Dauphinois (Seite 112)
 Quiche Lorraine (Seite 36)
Spaghetti Aglio olio e Peperoncino (Seite 72)













Bewertung:


Zum Autor:
(übernommen von Edition Styria)
Lorenzo Morelli studierte Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität Brüssel, die Liebe führte ihn nach Österreich, wo er zunächst für die französische Botschaft Vorträge über Lebensmittel und Wein hielt. Seine Passion wurde ihm zum Lebensinhalt und inzwischen schreibt er über alle möglichen kulinarischen Themen. Sein Schwerpunkt ist die lebendige Kulturgeschichte des Essens und Trinkens. Lorenzo Morelli lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in Hallstatt im Salzkammergut.\x0D\x0ABei Pichler erschien von ihm zuletzt „Auf kulinarischer Wanderschaft zwischen Paris und Neapel“

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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