Freitag, 21. Februar 2014

[Rezension] Manfred Koch - Kaltfront



Leseprobe



Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Molden Wien; Auflage: 1 (7. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3854853238
ISBN-13: 978-3854853237
Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 3,2 cm

Inhalt gem. Molden-Verlag:
Eine junge Frau liegt nach einem Selbstmordversuch im künstlichen Tiefschlaf. 
Ihr Mann, ein erfolgloser Maler, glaubt den Grund für diese Verzweiflungstat zu kennen: eine viele Jahre zurückliegende Vergewaltigung. Jetzt bedrängt er seinen Bruder, ihm zu helfen, den unbekannten Täter zu finden, um sich an ihm zu rächen. Es ist nicht die erste Verschwörungstheorie, in der er sich verheddert ... Doch der Bruder weigert sich. Er hat genug andere Probleme am Hals: In der Ehe mit seiner Frau läuft einiges ebenso schief wie in der Kunstgalerie, die er mit ihr gemeinsam (und vom Geld ihres Vaters) betreibt. Eine frühere, totgeglaubte Freundin taucht auf rätselhafte Weise wieder auf, ein seltsamer Mann mischt sich in sein Leben ein. Doch sein Bruder lässt nicht locker, allmählich verflechten sich die dramatischen Handlungen und ein Plan wird sichtbar. Aber wer ist der Mastermind? Ein Drama um Liebe, Obsessionen, Gier, Schuld, Hass, Vergeltung, Intrigen, Lügen und Tod, das vor der Kulisse einer österreichischen Stadt mit ihrer sogenannten besseren Gesellschaft, der Kunst- und Festspielschickeria spielt und direkt in die eiskalten Abgründe der menschlichen Seele führt.

Zum Buch:
Alles fängt an dem Tag an, als Markus' Bruder ihn mitten in der Nacht anruft und ihm mitteilt, dass seine Frau Claudia auf der Intensivstation liegt, nachdem sie versucht hat, Selbstmord zu begehen.
Markus fühlte sich schon seit dem Tode der Eltern verantwortlich für seinen jüngeren Bruder Thomas. Die Eltern starben, als Markus gerade volljährig war. Er war mit der Erziehung des Bruders überfordert, konnte aber vieles mit Geld kompensieren, da ihre Eltern nicht mittellos waren. Thomas, der kleinwüchsig ist, hat den Tod der Eltern nie verwunden, der auch seine Psyche stark prägt.
Als Markus Roswitha kennenlernte, lebten beide Brüder auf. Sie zog für die letzten 3 Jahre ihres Studiums bei ihnen ein. Markus und sie führten eine sehr intensive Beziehung und auch Thomas verliebte sich heimlich in Roswitha.
Aber von einem Tag auf den anderen verließ Roswitha sie und hinterließ nur einen Zettel auf dem Küchentisch.
Von diesem Schlag sollten sich beide Brüder nie wieder erholen.

Als jetzt Thomas Frau Claudia im Krankenhaus im Koma liegt, dreht dieser völlig durch, glaubt er doch zu wissen, dass sie vor Jahren vergewaltigt wurde und sie das niemals wirklich verarbeitet hat.
Markus, der momentan seine eigenen Probleme hat, nimmt das alles nicht ernst. Er ist damit beschäftigt, die Kunstgalerie, die er und seine Frau auf Kosten des Schwiegervaters betreiben, am Leben zu erhalten und auch seine Ehe zu retten. Wer hat da schon Zeit für den Bruder, der eh nur ein Spinner ist? ...

Ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis ich in den Roman hineinkam. 
Es ist eine seltsame Konstellation, die Beziehung der Brüder zueinander. Markus, der sich immer für seinen Bruder Thomas verantwortlich fühlte, muss diesen über Jahre hinweg belügen, um dessen Psyche und Fiktion auf Roswitha nicht weiter zu belasten. Aber auch er kann das Thema Roswitha nicht ad acta legen, wenn auch aus anderen Gründen als Thomas.
Das ganze Maß von Markus Schuld kommt zum Ende zur Sprache.

In dem Buch geht es um die Beziehung der Brüder zueinander und dem gestörten Verhältnis zu Roswitha. Jeder der beiden verarbeitet das Verschwinden anders, aber ihr Lebensweg ist davon geprägt.

Ich weiß nicht wirklich, ob ich dieses Buch als Psychothriller bezeichnen würde, denn lange Zeit passiert nichts, was dieses Genre ausmacht. Erst nach der Hälfte findet man Elemente, die diese Bezeichnung verdienen. Die Geschichte plätschert anfangs ein wenig vor sich hin, ohne dass man als Leser eine Idee hat, wohin diese führen wird.
Die Protagonisten haben mich alle nicht überzeugt und ich möchte im realen Leben auch keinem von ihnen begegnen.
So ganz nebenbei gibt es noch eine kleine Nebenhandlung, in der eine Psychologin ihren Vater sucht und durch Markus hofft, diesen zu finden.

Die Geschichte hat mich nicht völlig überzeugt zurückgelassen und ich habe mich mit der Bewertung in diesem Fall sehr schwer getan. Die Bewertung würde ich zwischen 3 und 4 Pfötchen ansetzen, aber da wir keine halben Pfötchen vergeben, geht die Bewertung zugunsten des Angeklagten :-).

Bewertung:




Zum Autor:

(Text übernommen von Styriabooks.at)
MANFRED KOCH wurde 1950 in Graz geboren und lebt seit 1971 in Salzburg. Er war Werbetexter, Dramaturg und Regieassistent und ist seit 1980 freier Schriftsteller. Bekannt wurde er u. a. mit seiner satirischen Kolumne „Eingekocht“ in den „Salzburger Nachrichten“ und als Mitbegründer und Textautor des Salzburger Affronttheaters (ARD/ORF/SRGKabarettpreis „Salzburger Stier“ 1995). Neben Arbeiten für TV, Hörfunk und Theater schrieb Manfred Koch mehrere Bücher. 2011 erschien im Molden-Verlag sein Psychokrimi „Hexenspiel“.

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim



http://moldenverlag.styriabooks.at/


bedanken, der mir das Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

1 Kommentar:

Michael Petrikowski hat gesagt…

Neben den gesellschaftskritischen Betrachtungen der Salzburger Upperclass tun sich menschlichen Abgründen auf, die den Leser erschaudern lassen. Keine leichte Lektüre, aber am Ende dann doch ein Buchtipp!