Dienstag, 29. April 2014

[Rezension] Chris Lind - Cassandra 01: Kein Gott wie jeder andere



Leseprobe



Eckdaten:
Broschiert: 200 Seiten
Verlag: Sieben-Verlag (April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3864433495
ISBN-13: 978-3864433498
Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,8 x 1,2 cm

Inhalt gem. Sieben-Verlag:
Cassie, Dr. Cassandra Leda, steht vor den Trümmern ihres Lebens. Ihr Ehemann hat sie für seine Sekretärin verlassen, ihre PR-Firma dümpelt vor sich hin und ihre Familie überzieht sie mit klugen Ratschlägen.
Als vier neue Kunden ihr Büro aufsuchen, scheint sich das Blatt zu wenden. Bis sich herausstellt, dass es sich um Zeus, Hades, Poseidon und Hermes persönlich handelt. Die griechischen Götter möchten sich in der Bundesrepublik ansiedeln und benötigen Cassies Beratung. Was zunächst eine nervenzehrende Herausforderung scheint, erweist sich bald als Segen und ihre Firma floriert. Doch während der fantastisch aussehende Apollon Cassie den Kopf verdreht, ahnt der attraktive Journalist Lennart, dass seltsame Dinge in der PR-Agentur vor sich gehen und lässt Cassie nicht mehr aus den Augen ...

Zum Buch:
Der Olymp ist irgendwie auch nicht mehr das, was er mal war. 2000 Jahre haben die Götter und Göttinnen geschlafen und erkennen die Welt nicht mehr wieder. Hermes, der Götterbote macht sich auf den Weg und bringt Neuigkeiten mit, was sich in den Jahren so getan hat.
Nun ist guter Rat teuer, was sollen sie machen, sie brauchen Menschen, die ihnen huldigen und Opfer bringen. Griechenland kommt ja als Zuhause nicht mehr in Frage, da pleite, wie ein paar andere Länder auch. Europa sollte es schon sein, Island beherbergt zu viele Kobolde und Elfen, Italien ist auch pleite, Schweiz zu teuer und und und. Da einigen sie sich auf ein Land, was eine Frau als Chefin hat und kommen doch prompt auf Deutschland.
Sie sind Götter und wollen dies selbstverständlich auch bleiben. Also brauchen sie jemanden, der sich um sie kümmert und die PR für sie macht.

An dieser Stelle kommt Dr. Cassandra Leda, kurz Cassie genannt, ins Spiel. Sie hat ihren Job gekündigt und eine PR-Firma gegründet, der leider die Kunden fehlen, bis zu dem Tag, an dem vier Götter vor ihrer Tür stehen und sie anheuern...

Unterricht in der griechischen Mythologie, was will man mehr. 
Die Götter des Olymp haben 2000 Jahre geschlafen und wollen nun in Deutschland ein Zuhause finden, bekannt und gehuldigt werden. Allen voran Zeus, der Göttervater mit seiner Gattin Hera, die ein klein wenig eifersüchtig ist, dies aber nicht an ihrem Mann auslässt, sondern bisher immer die Frauen hat büßen lassen.
Jeder dieser Götter hat seine Eigenart oder Schrulligkeit, die er auslebt. Jeder hat ein Hobby oder eine Vorliebe für etwas, das es jetzt gilt, von Cassy aufzuspüren, um dem jeweiligen Gott oder der Göttin einen Vorschlag zu machen, wie es mit ihm weitergehen kann. Eine gar nicht so leichte Aufgabe, nachdem sie wirklich realisiert hat, dass das wirklich Gottheiten sind, die da plötzlich vor ihr stehen.
Selbst ihr persönlicher Favorit, Apollon, der Gott des Lichts, ist mit anwesend und prompt verliebt sie sich auch noch in ihn. 
Cassy steigt tief in die griechische Mythologie ein, um "ihre" Götter besser kennenzulernen und muss dabei feststellen, dass diese alles andere als harmlos sind.
Mit einem Bein steht sie immer am Abgrund und gewiss, dass sie bei einem falschen Wort zur Spinne oder sonstiges Getier verwandelt wird.

Ein Journalist versucht, ein Interview mit ihr zu machen und irgendwie kommen ihm Cassys Kunden, die bei ihr ein und ausgehen, nicht ganz koscher vor. Cassy befindet sich nur noch auf einer Gratwanderung.

Ein ausgesprochen erfrischendes Buch der Autorin Chris Lind. Ich habe von ihr zwar schon ein paar Bücher gelesen, aber das ist mal etwas völlig anderes.
Die Autorin hat sich an die griechische Mythologie herangewagt und die Götter in die heutige Zeit verfrachtet. Natürlich geht es nicht ganz ohne Konflikte aus. Obwohl eines ihrer Problemgötter - Dionysos, Gott des Weines - habe ich mich über ihn und seine Einfälle am meisten erfreut. Da funktionierte mein Kopfkino wieder.
Cassy ist eine ausgesprochen sympathische Protagonistin. Sie hat es nicht leicht, führt eine Agentur ohne Kunden und hat ihre Familie im Nacken, die ihr bei jeder nur erdenklichen Gelegenheit mitteilt, wie deplatziert sie dort ist. Aber Cassy steht das durch. Auch das Durcheinander, das die Götter in ihr Leben bringen. All die Götter halten sie ordentlich auf Trab, ihr Blick geht mehr als einmal am Tag zum Handy, um die nächste Horrornachricht zu lesen.
Aber auch privat bringt der ganze Götterrummel nicht nur Freude in ihr Leben.

Gustav Schwab und seine Götter lassen grüßen. Sein Buch hatte ich vor Jahren verschlungen und nun konnte ich mich auf eine Wiederbegegnung mit den Göttern erfreuen. In die heutige Zeit gebracht mit all seiner Schnelllebigkeit und seinen Neuerungen erleben nicht nur die Götter viel neues und aufregendes.
Es hat mir Spaß gemacht, Cassy dabei zu beobachten, wie sie mit den Göttern umgegangen ist.

Zum Ende des Buches gibt es noch Zusammenstellungen über die Götter und deren Schicksale.
Ich freue mich jedenfalls schon auf den Folgeband, denn nachdem die griechischen vor der Tür standen, kann man sich dann auf die nordischen Götter freuen.
Ich bleibe gespannt und empfehle das Buch gern weiter.


Bewertung:


Zur Autorin:

(übernommen vom Sieben-Verlag)
Chris Lind liebt Bücher, seitdem ihre Oma ihr „Peterchens Mondfahrt“ vorgelesen hat. Ihre ersten Leseerinnerungen sind die griechischen Heldensagen, russische Märchen, Karl May und Jules Verne, was ihre Vorliebe für Phantastik in den unterschiedlichsten Spielarten erklärt.
Die Idee, nicht nur zu lesen, sondern Geschichten zu erzählen, kam Chris passend zur Jahrtausendwende. Inzwischen hat sie vier Romane unter Pseudonym veröffentlicht. 
Mit ihrer Heldin Cassandra Leda teilt sie die Anfangsbuchstaben des Namens und die Suche nach einem Job, der zu ihr passt. Nicht zu vergessen: das Zusammenleben mit Katzen und den Wohnort Kassel.
Im Unterschied zu Cassandra hat Chris jedoch bisher noch keinen griechischen Gott kennengelernt, aber dafür den besten Ehemann von allen. 
Chris hat ein wunderbares Gedächtnis für abstruse Fakten, aber kann sich weder Namen noch Telefonnummern merken. 
Wenn sie nicht liest oder schreibt, spielt Chris Doppelkopf, joggt, sieht US-amerikanische Serien und sammelt Comics oder verbringt Zeit mit ihren fünf Katern, die darauf bestehen, Nebenrollen in ihren Büchern zu spielen.
Ihre Liebe zu Büchern hätte sie fast zur Germanistin werden lassen, aber letztlich hat sie sich für Sozialwissenschaften entschieden und verdient ihr Geld als freiberufliche Forscherin.



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin


sowie dem 

bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.


Von Christiane Lind / Chris Lind / Laura Antoni wurden gelesen und rezensiert:



Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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