Freitag, 18. April 2014

[Rezension] Günter Neuwirth - Christina Kayserling 02: Neumondnacht



Leseprobe



Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 280 Seiten
Verlag: Molden Wien; Auflage: 1 (7. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3854853262
ISBN-13: 978-3854853268
Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 2,8 cm

Inhalt gem. Molden-Verlag:
Nach ERDENKINDER der zweite Roman mit der Kriminalbeamtin aus Steyr, Christina Kayserling. 
Diesmal sind die Ermittlungen besonders „delikat“: Der Tote wird in einer Wurst- und Fleischlagerhalle gefunden, und er ist deren Besitzer: ein Fleischlieferant, der kurz zuvor in einen wütenden Disput mit dem Chefkoch eines Nobelrestaurants verwickelt war. So scheint es ziemlich klar, wer als Hauptverdächtiger gilt. Doch sehr rasch stellt die Polizistin fest, dass der Tote genug Feinde hatte, um die Ermittlungen in alle Richtungen ausdehnen zu müssen. Auf dem Weg nach oben war er wenig rücksichtsvoll, sein eigener Sohn hat ihn gehasst, und welche Rolle spielt eigentlich die zweite Ehefrau des Toten, deren psychische Probleme kein Geheimnis sind? Dann schiebt sich allmählich die militante Gruppe der „Anti- Fleisch-Liga“ ins Bild, Tierschützer, für die ein Menschenleben vielleicht keinen besonderen Wert hat. Günther Neuwirth schafft es, Menschen aus Fleisch und Blut darzustellen, denen man jedes Wort glaubt – bis man merkt, dass man dem Autor schon wieder in die Falle gegangen ist und dass Schein und Wahrheit zwei verschiedene Dinge sind.

Zum Buch:
Herbert Felden, Fleischlieferant, wird eines Morgens tot in seinem Fleischlager aufgefunden. Zerstückelt durch eine Maschine, die eigentlich nur für Tiere zur Fleischherstellung gedacht ist.
Christina Kayserling nimmt die Ermittlungen auf und muss sehr bald erkennen, dass es nicht nur 1 Person gibt, die sich mit dem Toten überworfen hat. Herbert Felden ging nie feinfühlig durchs Leben, so dass er viele Feinde hatte. Die Auswahl reicht von einem Koch, mit dem er sich am Abend seines Todes gestritten hat, seinem Sohn, Tierschützer und nicht zu vergessen seine Frau, die psychische Probleme hat.
Keine leichte Aufgabe für die Kommissarin, sich durch diesen Wust an Lügen und Betrügereien durchzuarbeiten, um den wahren Mörder zu finden ...

Das ist bereits der 2. Fall mit der Kommissarin Christina Kayserling, für mich war es jedoch das 1. Buch von ihr. Dieses stellte sich für mich jedoch nicht als Problem dar, denn man kommt sehr gut in das Buch hinein, auch wenn man den anderen Teil nicht kennt. Dieser Krimi kann separat gelesen werden, ohne das Zusammenhänge fehlen.

Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass Herbert Felden nicht zu den angenehmen Menschen zählte. Für ihn gab es nur Profit, und er tat alles, diesen zu erhöhen.
Wer minderwertiges Fleisch verkauft und die Tiere in unwürdiger Weise hält, ruft natürlich die Tierschützer auf den Plan. 
Dieses Thema beherrscht unter anderem diesen Krimi und macht den Leser nachdenklich. Sehr gut werden die Beweggründe der Tierschützer aufgezeigt, so dass man mit ihnen sympathisieren kann.
Ein Koch, der was auf sich hält, legt sich mit Herbert Felden an, denn das Fleisch, das ihm geliefert wurde, weigert er sich, zu verarbeiten. Will er jedoch seine Stelle nicht verlieren, muss er das Fleisch, das er für stinkend hält, nehmen und auch noch für eine Gesellschaft, die Herbert Felden gerade an dem Abend gibt, verarbeiten. Mit Todesverachtung setzt er dieses dann um.
Mit seinem Sohn gerät er ebenfalls an dem Abend zusammen, der Geld für die Behandlung seiner kranken Mutter fordert. Mutter und Sohn sind dem Fleischlieferanten jedoch ziemlich egal, so dass es zu einem äußerst unerfreulichen Gespräch kommt.
Auch mit seiner derzeitigen Ehe steht es nicht zum besten, seine um viele Jahre jüngere Frau hat nicht geringe psychische Probleme.

Aber auch noch andere "Freunde" können sich nicht ganz mit dem Geschäftsgebaren von Herbert Felden identifizieren. So ist die Liste der Verdächtigen groß und nicht nur einmal möchte man sagen, geschieht ihm ganz recht.

Christina Kayserling und ihr Polizeiteam ermitteln in alle Richtungen und halten den Leser bei der Stange, denn es ist lange nicht ersichtlich, wer der Mörder sein könnte.
Ich habe mich während der Lektüre immer mal wieder umentschieden und war dann doch über die Auflösung überrascht.
Spannung wird schon von Beginn an aufgebaut, die sich auch konstant das Buch über hält. Dadurch, dass jedoch in so viele Richtungen ermittelt wurde, blieben Spannungshöhepunkte jedoch leider aus.

Die Charaktere waren gut gezeichnet, so dass man sie und ihre Beweggründe gut nachvollziehen konnte.

Auch wenn ich die Arbeit der Tierschützer ein wenig beobachte, fand ich es interessant, es auch einmal in einem Buch als Thema wiederzufinden.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und ließ sich gut lesen. 

Alles in allem ein gut gemachter Krimi mit aufgeworfenen aktuellen Themen.


Bewertung:




Zum Autor:

(Text übernommen von Styriabooks.at)
Günter Neuwirth, geboren 1966, wuchs in Wien auf. Nach dem Studium der Philosophie und Germanistik zog es ihn nach Graz. Der Autor wohnt und arbeitet am Waldrand der steirischen Koralpe. Nach Liebeleien mit der Jazzmusik und dem Kabarett lebt er nun für die Literatur, seine Familie und den Gemüsegarten. Bei Molden erschien 2012 der Öko-Krimi „Erdenkinder“, zuletzt bei Styria Premium der Roman „Das Nadelöhr“.

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim



http://moldenverlag.styriabooks.at/


bedanken, der mir das Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Keine Kommentare: