Mittwoch, 21. Mai 2014

[Rezension] Helena Marten - Der Zitronengarten








Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Diana Verlag (19. Mai 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453291433
ISBN-13: 978-3453291430
Größe und/oder Gewicht: 22,1 x 14,1 x 4,3 cm

Inhalt gem. Diana:
Zwei Schwestern, eine alte Familienfehde, eine italienische Reise
Frankfurt und Italien 1764: Nach dem Tod des Vaters kämpft die junge Luisa mit aller Kraft um ihr Erbe, denn sie fürchtet um ihre Stellung im Familienunternehmen Montanari & Figli. Francesca, ihre italienische Halbschwester, von der sie bis vor Kurzem nichts wusste, hat sich ausgerechnet mit ihrem ärgsten Widersacher verbündet. In ihrer Not begibt sich Luisa auf die gefährliche Reise über die Alpen, um sich bei der italienischen Verwandtschaft Hilfe zu holen. Dort wird sie zu ihrer Überraschung mit einer alten Familienfehde konfrontiert …

Zum Buch:
Frankfurt 1764: Bei der Testamentseröffnung ihres Vaters ist Luisa entsetzt. Sie erbt gemeinsam mit ihrer Halbschwester Francesca gemeinsam die Mühle in Niederursel. Nur bis dahin wusste sie überhaupt nichts von einer Halbschwester.
Die Verwaltung des Handelsgeschäftes obliegt bis zur Rückkehr ihres Bruders Roberto, ihrem Onkel. Ob jedoch ihr Bruder noch lebt, weiß niemand, denn vor etwas mehr als 2 Jahren verschwand er nach einem Streit mit seinen Eltern spurlos. Ihre Mutter glaubt nicht an den Tod ihres Sohnes, obwohl sie damit ziemlich allein dasteht. 
Luisas Onkel schickte seinen Sohn Pier-Luigi nach Frankfurt, um die Geschäfte in die Hand zu nehmen und das tut er, sehr einnehmend.

Sardinien 1764: Francesca ist mit dem Rebellen Rinaldo verheiratet und sie haben eine 4-jährige Tochter. Sie befinden sich auf der Flucht und werden eines Nachts bedrängt. Francesca und ihrer Tochter Graziella gelingt es, zu fliehen. Sie müssen ohnmächtig zusehen, wie der Stall mit Rinaldo, in dem sie sich versteckt hatten, in Rauch aufgeht.
Francesca flüchtet zu Verwandten, ihrem stürmischen Temperament zufolge müssen sie sich dort jedenfalls auch bald aus dem Staub machen. Sie besinnt sich auf ihre Familie in Frankfurt und will nunmehr mit ihrer Tochter zu ihrem Vater.
Dort erfährt sie, dass ihr Vater tot ist und muss spüren, dass sie bei Luisa und deren Mutter nicht gern gesehen ist. Der Einzige, der sich ihrer annimmt, ist Pier-Luigi. Er intrigiert gegen Luisa und deren Mutter und zieht Francesca aus seine Seite.
Doch dann passiert etwas, das sie alle zusammenhalten lässt ...

Was für eine großartige Geschichte, die das Autorenduo hier vorlegt.

Es ist eine Geschichte, die mit einer Testamentseröffnung beginnt und mit Überraschungen aufwartet.
Luisa ist geschockt, als sie erfährt, dass sie eine Halbschwester hat und kann nicht verstehen, dass sie noch nie von ihr gehört hat.
Genauso wenig kann sie verstehen, dass ihr Vater seine Firma lieber in die Hände seines Bruders gibt als ihr, die sie doch genau über alles Bescheid weiß und gemeinsam mit ihrem Vater gearbeitet hatte.
Aber Luisa ist eher der Typ, der ruhig ist und alles hinnimmt, wie es kommt. Obwohl sie ihrer Mutter berichtet, dass nach Erscheinen ihres Cousins Pier-Luigi einiges im Argen liegt und nicht mit rechten Dingen zugeht, hört niemand auf sie, bis es fast zu spät ist.
So sehr ich die Protagonistin Luisa mochte, das konnte ich nicht wirklich nachvollziehen, was sie so alles einfach nur erduldet hat.
Aber aus der eher ruhigen und schüchternen Luisa entwickelt sich eine Frau, die für andere einsteht und später auch ihr Glück finden wird.

Francesca, die Halbschwester von Luisa, ist ein völlig anderer Typ als diese. Selbstbewusst, laut, impulsiv, lässt sie ihre Meinung offen heraus, ob es gerade passt oder nicht. Ihr schnelles und unüberlegten Aufbrausen bringt sie auch mehr als einmal in Bedrängnis. Francesca bildet sich immer ein, eine gute Menschenkenntnis zu besitzen, muss aber leider feststellen, dass sie auch mal daneben liegen kann, was sie in höchste Gefahr bringen wird.

Es ist ein Buch über drei fantastische Frauen, die ihren Weg gehen, der steinig und holprig ist. Luisa, Francesca und ihre Mutter haben nicht alle das gleiche Ziel, aber wenn es hart auf hart kommt, können sie über ihren eigenen Schatten springen.
Vorurteile, die zu Beginn ihres heftigen Aufeinanderpralls gemacht werden, müssen revidiert werden.

Das Buch hält mit fortschreitender Geschichte immer neue Überraschungen bereit, einige hat man vielleicht schon selbst im Hinterkopf gehabt, aber andere sind nicht voraussehbar. Und das buchstäblich bis zur letzten Seite.

Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, es war unterhaltsam, spannend, informativ.
Ein Buch, in dem vieles vereint ist. Liebe, Freundschaft, Intrigen, Mord, Hass, Rache, aber auch die Hoffnung kommen nicht zu kurz.
Die Geschichte nimmt einen von der ersten Seite an gefangen und lässt einen nicht mehr los, bis man alle Zusammenhänge erfasst hat.
Ich hatte mit diesem Buch unterhaltsame und fesselnde Stunden und empfehle es sehr gern weiter.

Bewertung:



Zur Autorin: 
(übernommen von Diana)
HELENA MARTEN ist ein Pseudonym, hinter dem sich zwei Autorinnen verbergen. Beide leben in Frankfurt am Main und sind in der Verlagsbranche tätig. "Der Zitronengarten" ist nach "Die Porzellanmalerin" und "Die Kaffeemeisterin" ihr dritter gemeinsam verfasster Roman.


Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich beim 


bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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