Mittwoch, 28. Mai 2014

[Rezension] Karen Thompson Walker - Ein Jahr voller Wunder



Leseprobe



Eckdaten:
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: btb Verlag (13. Mai 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442753635
ISBN-13: 978-3442753635
Originaltitel: The age of miracles

Inhalt gem. btb:
Das kalifornische Ehepaar Joel und Helen sitzt mit seiner Tochter Julia gerade am Frühstückstisch, als die Neuigkeit über sie hereinbricht: Die Erdrotation verlangsamt sich spürbar. Und auf einmal ist alles anders. Als sich Julia Hals über Kopf zum ersten Mal verliebt. Und Julias Vater mit dem Gedanken spielt, seine Frau für Julias Klavierlehrerin zu verlassen, die sich nicht von der allgemeinen Panik anstecken lässt. Und Julias Mutter gegen ihre Depressionen ankämpft. Was geschieht mit einer Familie, wenn sich plötzlich das Gefüge um sie herum verschiebt? Was könnte verhängnisvoller sein als der Zerfall einer Ehe? Was bewegender als die Gefühle eines verunsicherten Teenagers? Denn selbst wenn die Erde, wie manche voraussagen, vor ihrem Ende steht – das Leben muss doch weitergehen ...

Zum Buch:
Von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr so wie es war.
Als im Radio morgens angesagt wird, dass die Welt sich langsamer dreht, ist davon noch nichts zu bemerken. Scheinbar hat es keine Folgen und Veränderungen sind noch nicht wirklich spürbar. Aus den anfänglichen 56 min, die ein Tag länger war als normal werden bis zu 72 Stunden.
Die Tage sind länger hell, die Nächte länger dunkel. An einen normalen Tagesrhythmus ist nicht mehr zu denken.
Die Gesellschaft spaltet sich, es gibt die Menschen, die nach der Echtzeit leben und die nach der Uhrzeit.
Julia und ihre Eltern haben sich für die Uhrzeit entschieden, sie tun so, als wäre der Rhythmus des Tages immer noch 24 h lang. 
Probleme sind vorprogrammiert.
Pflanzen sterben, die nicht mehr genug Sonne abbekommen, andere sterben, weil sie zuviel davon bekommen.
Das Magnetfeld der Erde verschiebt sich, das Verhalten der Menschen ändert sich ebenfalls.
Die Menschen kämpfen ums Überleben ...

Was für ein Albtraum. 
Wer hat sich nicht schon wenigstens einmal gewünscht, der Tag würde mehr als nur 24 h haben. Man bekommt nichts auf die Reihe und hat das Gefühl, bei mehr Stunden würde es passen.
Wenn man sich aber wissenschaftlich mit den Nebeneffekten auseinandersetzt, was passieren würde, wenn es wirklich mehr als 24 h sind, würde man diesen Wunsch nicht äußern.

Die Autorin hat recherchiert und einen Roman um dieses Thema geschrieben. Die Erde dreht sich langsamer und langsamer und noch langsamer. Das Ergebnis ist katastrophal für die Erde, mehr noch aber für das Leben, das auf ihr wohnt, Flora und Fauna sterben langsam.
Es wird eine düstere Welt gezeichnet, die man nicht wirklich kennenlernen möchte, zumindest ich nicht.
Eingetaktet auf den gewöhnten 24 h-Rhythmus geht das normale Lebensgefühl den Bach runter. Im Dunkeln zur Schule und wieder nach Hause zu gehen, im hellen ins Bett und wieder im hellen aufwachen, nicht nur der Biorhythmus geht dabei abhanden.

Die Geschichte der Verlangsamung wird aus der Sicht von Julia erzählt. Auf mich wirkte es so, als wäre sie 80 Jahre alt (was sie jedoch nicht ist) und würde ihre Erinnerungen erzählen. Ruhig und bedächtig. So konnte sie viele Dinge beschreiben, die sie zum letzten Mal gesehen, gegessen, getan hatte. Angefangen hatte jedoch alles, als Julia 11 Jahre alt war. 

Auf mich wirkte der Roman bedrückend und beängstigend. Dieses eine Jahr, das beschrieben wurde, war alles, nur kein Jahr der Wunder. Zumindest nicht in dem Sinne, wie ich bislang Wunder definiert hätte. Vor allem als etwas Positives.
Wenn ich es aber mit der Definition von Wikipedia sehe, passt der Titel jedoch ganz genau zum Buch. Dort wird ein Wunder mit einem Ereignis in Raum und Zeit beschrieben, welches menschlicher Vernunft und Erfahrung mit den Gesetzen von Natur und Geschichte widerspricht.

Sehr gelungen finde ich das Cover des Buches, das genau eine Szene im Buch widerspiegelt.

Das Genre des Buches würde ich eher in Richtung Dystopie ansetzen, einem Genre, dem ich persönlich leider nicht allzuviel abgewinnen kann.

Es ist ein Buch, in dem es neben den Veränderungen der Umwelt hauptsächlich um die Veränderungen der Menschen untereinander geht. Die Frage, wie man mit der Situation umgeht, vor allem, was mache ich mit dem Rest meines Lebens, gebe ich alles auf und lebe, wie es mir gefällt? 

Ein Buch, bei dem einige Fragen offen bleiben und das zum Nachdenken anregt.

Bewertung:




Zur Autorin:

(Text vom btb-Verlag)
Karen Thompson Walker, Anfang dreißig, geboren und aufgewachsen in San Diego, Kalifornien, hat an der UCLA und an der Columbia University studiert. Sie schrieb "Ein Jahr voller Wunder" in den Morgenstunden, bevor sie ihrer Arbeit als Lektorin in einem Verlag nachging. Karen Thompson Walker lebt mit ihrem Ehemann in Brooklyn, New York.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. 

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

1 Kommentar:

Sunangel hat gesagt…

Das Buch klingt sehr toll! Danke für die Rezension. Es ist auf meine Wunschliste gewandert :-)
Lg Sonja