Freitag, 2. Mai 2014

[Rezension] Roman Rausch - Die letzte Jüdin von Würzburg



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: rororo (2. Mai 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499268035
ISBN-13: 978-3499268038
Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,6 x 4,4 cm

Inhalt gem. Rowohlt:
Straßburg 1349: Als eine der wenigen aus der jüdischen Gemeinde entkommt die junge Jaelle lebend einem Pest-Pogrom. In Männerkleidern rettet sie sich nach Würzburg, wo sie den Berater des Bischofs kennenlernt, den mächtigen Michael de Leone. Der findet Gefallen an dem jungen „Johan“ und nimmt ihn in seine Dienste. 
Rabbi Moshe, Haupt der jüdischen Gemeinde, wittert eine Chance. Mit Jaelle hätte er Augen und Ohren an den Entscheidungen des Bischofshofs. Er ahnt: Dort wird ein ungeheurer Komplott gegen die Juden geschmiedet. Widerstrebend lässt sich Jaelle auf den gefährlichen Auftrag ein, eigentlich hat sie anderes im Sinn. In Würzburg sollen ihre letzten Verwandten leben. Sie macht sich auf die Suche. Und deckt ein sorgsam gehütetes Geheimnis auf.

Zum Buch:
Die 17-jährige Jüdin Jaelle entkommt im Jahr 1349 nur knapp einem Pest-Progrom. Ihr Vater konnte ihr noch kurz vor seinem Tod ans Herz legen, nach Würzburg zu fliehen, dort würde es jemanden geben, der ihr helfen würde.
Nur leider war Jaelle nie so emsig, sich die Namen zu merken.
So flieht sie nun, als Mann verkleidet und sich Johan nennend, nach Würzburg und hofft auf ihr Glück. 
Unterwegs begegnet sie Michael de Leone, der ihr anbietet, nachdem er gehört hat, dass sie Lesen und Schreiben kann, bei ihm als Schreiber zu arbeiten, was sie ablehnt. 
Michael de Leone ist Berater des Bischofs und hat Macht.
Jaelle sucht im Judenviertel von Würzburg ihre Verwandten und trifft dort auf Rabbi Moshe und seiner Frau. Die beiden nehmen sich Jaelle an und raten ihr, als Spion für die Juden die Stelle bei Michael de Leone anzutreten.
Dieser wiederum möchte sie als Spion im Judenlager nutzen, um zu erfahren, wie die Stimmung ist.
Die Juden werden in Würzburg durch den Bischof geschützt, aber bald kippt die Stimmung im Land um ...

Die Juden sind im 14. Jh. vielen Anfeindungen ausgesetzt. Ihnen wird Brunnenvergiftung angedichtet, die Verbreitung der Pest, Frosteinbrüche im Weinbau und vieles mehr, für was einfach irgendjemand zur Rechenschaft gezogen werden muss. Die Verleumdungen nehmen zu, zumal viele Bürger durch Geldanleihen bei den Juden bei diesen hoch verschuldet sind und nicht nur vereinzelte Bürger, sondern es reicht weit bis ins Bischofstum, ja selbst bis zum Kaiser und Papst hoch.
Schon aus diesem Grund sind Juden nicht gern gesehen und werden angefeindet.
Der Kaiser sieht die Juden als sein Eigentum, was er großzügig "verleiht". So gibt es beispielsweise in Würzburg ein Judenviertel, das vom Bischof geschützt wird.
In vielen Städten wie Straßburg und Erfurt wird brutal gegen die Juden vorgegangen, für einen offiziellen Anlass musste nicht lange gesucht werden, denn die Pest war schon allgegenwärtig.

In genau diese Zeit fällt der historische Roman des Autors Roman Rausch.
Geschichtlich sehr gut recherchiert, bringt er dem Leser die furchtbare und grausame Zeit der Judenverfolgung im 14. Jh. nahe.
Die historisch belegten Personen Michael de Leone und Albrecht II. als Bischof machen die Geschichte glaubwürdig. Auch wenn Jaelle eine fiktive Person ist und andere Nebendarsteller ebenso, bringt es dem Leser doch eine glaubhafte Darstellung der jüdischen Geschichte im Würzburger Raum des 14. Jh. nahe.

Es ist eine rührende Geschichte um die Jüdin Jaelle. Als einzige Überlebende aus dem Progrom von Straßburg flüchtet sie nach Würzburg, in der Hoffnung, dort vor Übergriffen auf die Juden sicher zu sein.
Sie geht mutig ihren Weg, ist allseits beliebt, auch unter dem Deckmantel als Johan. Eine Protagonistin, die man ins Herz schließen muss, die nie aufgibt.

Dieser Roman bietet einen Blick in ein Kapitel unrühmlicher deutscher Geschichte, die sich Jahrhunderte später wiederholen sollte.
Trotz des ernsten Themas ein Roman, der sich gut lesen lässt und den ich geschichtsinteressierten Lesern gern weiterempfehle.     

Bewertung:





Zum Autor:
(Text vom Rowohlt-Verlag)
Roman Rausch, 1961 in Würzburg geboren, arbeitete nach dem Studium der Betriebswirtschaft im Medienbereich und als Journalist. Für seine Trilogie um den Kommissar Johannes Kilian wurde er 2002 auf der Leipziger Buchmesse mit dem Book on Demand Award ausgezeichnet. Heute lebt er als Autor und Schreibcoach in Würzburg und Berlin.

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag

bedanken, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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