Donnerstag, 5. Juni 2014

[Interview] Das Katzenpersonal befragt Manu Wirtz

Und wieder ist es mir gelungen, eine Autorin mit meinen Fragen zu löchern ^^ Ich liebe es einfach, mehr zu erfahren, als geschrieben steht und immer wieder wurmen mich Fragen, die ich so gerne loswerden möchte. Von daher bin ich sehr glüchlich, dass sich MANU WIRTZ bereit erklärt hat, sich meinen Fragen zu stellen.

Folgende Bücher hat Manu Wirtz bereits geschrieben bzw. an den Anthologien mitgewirkt:








Manuela, stellst du dich uns kurz vor?


Liebe Freunde, ich in Manu Wirtz und lebe in der Eifel. Dort hat es auch mit meinem ersten Katzenkrimi angefangen. Mein Mann erzählte mir vor Jahren eine Anekdote aus seinem Nachbardorf, und ich hatte die Story als Hintergrund genommen, um daraus einen Krimi zu schaffen. Zur Unterscheidung von den anderen Eifelkrimis ließ ich allerdings eine Katze den Mordfall lösen. Das war der Beginn meiner Katzenkrimi-Reihe.
Von Beruf bin ich selbstständige Grafikdesignerin. Mein Schwerpunkt sind Buchgestaltung, Werbung und PR. Ich gestalte auch meine eigenen Bücher, das ist inzwischen mein Markenzeichen.


Mit welchem Buch erwachte deine Liebe zur Literatur?


So genau kann ich das nicht mehr sagen. Es waren, glaube ich, romantische Liebesgeschichten. Als junges Mädchen habe ich die Angeliqué-Bücher meiner Mutter verschlungen. Später entdeckte ich Abenteuer und Thriller für mich. Ich habe als Jugendliche gerne schon mal die Nacht durchgelesen, bis es hell wurde.

Welches Buch befindet sich aktuell auf deinem Nachttisch?


Ich lese gerade "Hannahs Narben" von Kerstin Ruhkieck aus der The Infinite Pain Trilogy. Ich habe das Cover gestaltet und bin jetzt sehr gespannt darauf, die komplette Story zu lesen.

Wie schwer ist es deiner Meinung nach, sich als Autor auf dem deutschen Buchmarkt zu integrieren?


So paradox das jetzt klingt, es ist heutzutage schwer und leicht zugleich. Leichter ist es, weil es mit den Möglichkeiten des Print-on-Demand und Selfpublishings so einfach und preisgünstig geworden ist, sein eigenes Buch zu veröffentlichen, auch ohne Verlag. Schwer ist es, sich gegen den jährlichen Ausstoß von rund 80.000 Neuerscheinungen (nur deutschsprachig!!) zu behaupten. Wer keinen Verlag im Rücken hat, der das Marketing übernimmt, muss sich selber darum kümmern. Das gilt auch oft für Autoren, die ihre Bücher über Kleinverlage herausbringen, dort fehlt es einfach an Manpower und Arbeitszeit, sich intensiv um Presse, Lesungen, Mailings, Buchbesprechungen, etc. zu kümmern. Dem Autor/in bleibt es dann überlassen, selbst für sein Buch aktiv zu werden, Homepages oder Blogs zu pflegen, im Social Web Aufmerksamkeit erwirken, Buchhandlungen aufzusuchen und Lesungen zu akquirieren. Das Marketing für ein Buch nimmt eine Menge Zeit in Anspruch.

Wie wichtig ist dir der Leserkontakt und das direkte Feedback deiner Leser?


Sehr wichtig!! Die Rezensionen in Blogs und Versandportalen sind ein guter Hinweis. Aber am meisten bekommt man bei Lesungen eine direkte Rückmeldung und kommt mit den Lesern ins Gespräch. Das ist enorm hilfreich.

Neben der Schriftstellerei – wie viele Bücher liest du so als Privatperson im Jahr?


Schwer zu sagen. Ich lese meistens Abends erst zur Entspannung (selbst Thriller können entspannend sein ;-) ) und komme vielleicht auf 2-3 Bücher im Monat, das schwankt.

Weißt du im Buchladen immer genau was du willst oder stöberst du stundenlang, um dann doch wieder viel zu viele mitzunehmen?


Einkaufen gehe ich immer gezielt, egal ob im Supermarkt, bei Kleidung oder auch Bücher. Ich gehöre nicht zu den Stöber-Typen :-)

Haben deine eigenen Bücher ein eigenes Regal nur für sich (z. B. eine Vitrine im Wohnzimmer)


Nein, sie sind voll integriert

Wie sieht dein normaler Tagesablauf aus?


Lange genug schlafen und in Ruhe frühstücken, ich bin wie ein Dieselmotor und brauche meine "Anwärmzeit". Dann setze ich mich an meinen PC und arbeite. Am frühen Nachmittag gibt es eine Stunde Pause mit Imbiss. Weiter geht es bis zu den Abendnachrichten. Dann habe ich auch schon das Essen gekocht. Ich lümmele gerne nach dem Essen auf der Couch herum. Spät Abends setze ich mich nochmal vor den PC und bin dann vor allem im Netz unterwegs.

Was wünschst du dir für die Zukunft?


Das mir die Ideen nie ausgehen. Ich komme mit fast allem klar, auch wenn es mal schwierige Zeiten gibt (die ich weiß Gott schon erlebt habe). Aber es ist sehr wichtig für mich, den Optimismus und Glauben an sich selbst aufrecht zu erhalten.

Du hast selbst eine Katze namens Jule. Was hat sie mit der literarischen Jule aus deinen Büchern gemeinsam?


Eigentlich nur das Aussehen. Jule hat eine getigerte Oberseite und eine weiße Bauch- und Brustseite und Pfoten. Auch der berühmte Farbfleck auf der Nase und "Schnüss" existiert und sie hat wunderschöne hellgrüne Augen. Ansonsten ist sie eher eine "Schissbuzz" wie es hier in der Eifel heißt, ein kleiner Feigling und geht Auseinandersetzungen mit den Nachbarkatzen gerne aus dem Weg.

Passend dazu: Wie viel Marieke (Jules Mensch in deinen Büchern), steckt in Manu Wirtz?


Auch da gibt es Anlehnungen im Aussehen. Vor allem Jonas-oben-ohne-Fell hat sein Aussehen von meinem Mann geerbt.

In deinem aktuellen Jule-Roman „Katzenfeuer“ spielt das Thema Verlust eine entscheidende Rolle. Wie kamst du darauf, wo doch die ersten beiden Geschichten um Jule eher wirtschaftliche Motive vermuten lassen?


Ich suchte nach einem Motiv für die Verbrechensserie und da lagen "Liebe" und "Rache" am nächsten. Der Verlust der Liebe, der auf der Täterseite eine Brandserie auslöst und die Rache eines der Opfer. Da sind starke Emotionen im Spiel, die dem Buch eine hohe Dramatik geben.

Dürfen wir noch mehr Geschichten/Bücher rund um deine Katzenprotagonistin Jule erwarten?


Bestimmt, aber wahrscheinlich erst in 2015. In diesem Jahr wird von mir ein historischer Katzenkrimi erscheinen. Er spielt im 1. Jhd. im Germanien zur Zeit der römischen Besatzung.

Was kannst du uns über zukünftige Projekte verraten?


Im Sommer 2014 erscheint von mir als Herausgeberin die Anthologie "Die Löffel-Liste", in der 13 Autoren/innen ihre Lebenswünsche in der Fantasie ausgelebt haben. Es sind ganz tolle Kurzgeschichten, ich hatte mich beim Lesen richtig einfangen lassen von ihnen. Die Qualität und Sprache der Geschichten ist sagenhaft, liebevoll ausgearbeitete Details, als Leser hat man das Gefühl, in den Geschichten dabei zu sein.
Dann im Herbst kommt der historische Katzenkrimi, Titel "Murilega" vom Ammianus Verlag. Vor dem Hintergrund, dass Hauskatzen von den römischen Legionären aus Ägypten nach Europa "importiert" wurden, erzähle ich einen Krimi, in der eine der ersten Hauskatzen auf rheinland-pfälzischem Gebiet mithilft, eine Münzfälscherbande zu entlarven.
Ebenfalls im Herbst erscheint das Sachbuch "60 plus Hund", ein Hunderatgeber vom Verlag Oertel & Spörer, der sich vor allen an die ältere Generation richtet, die sich gerne noch einen Hund anschaffen möchte.
Für 2015 sind zwei Krimis in Vorbereitung.


Herzlichen Dank an Manu Wirtz für die Beantwortung der Fragen.

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