Samstag, 26. Juli 2014

[Rezension] Joachim Steidel - Wer nie nachts durch die Kirmes flog



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 178 Seiten
Verlag: Oldigor Verlag; Auflage: 1., verb. Aufl. (28. Mai 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 395815011X
ISBN-13: 978-3958150119
Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,4 x 1,2 cm

Inhalt gem. Amazon:
Siebzehn Jahre Nürburgring immer mit Vollgas unterwegs. Und dann einfach das letzte Mal aus dem Cockpit steigen und zur Nürburg hochfahren? Sicher, das wäre stilecht, aber geht das überhaupt, von 180 auf null? Auf der Suche nach Antworten macht der Autor eine Entdeckung, die sein Leben verändert. Dieses Buch erzählt die faszinierende Reise eines Arztes und VLN-Rennfahrers zu sich selbst. Inkl. 10 Seiten Hochglanzfotos!

Zum Buch:
Zu diesem Buch bin ich gekommen wie Maria zu ihrem Kind.
Ich kann mit der Rennfahrerei so gar nichts anfangen, nicht mal, wenn Michael Schuhmacher im Cockpit sitzt.
Trotzdem habe ich dem Buch eine Chance gegeben und es gelesen.

Joachim Steidel ist nicht etwa ein aufstrebender Jüngling, der die Rennstrecken der Welt erobern will, er ist bereits ein gestandener Mann, als er mit den Rennen anfängt. Er ist promovierter Arzt, der sich in seiner Freizeit ins Auto setzt und Rennen fährt - auf dem Nürburgring.
Begonnen hat alles 1998 und lässt ihn seitdem nicht mehr los. Er ist infiziert, vom Rennfahrervirus.
2012 zieht sein Körper die Bremse, die Burn-Out Bremse. Im Zusammenhang mit dieser Diagnose beginnt er mit dem Buch und lässt den Leser an seinem Leben und Gedanken zur Rennfahrerei teilhaben.

Er stellt sich Fragen. Eine davon ist, ob er nicht mit dem Geld, das er in dieses Hobby steckt, nicht etwas hätte machen können, was nachhaltiger ist.
Es ist definitiv ein ausgesprochen teures Hobby.

Im Buch erfährt man unter anderem auch, welche Autos er gefahren ist. Für Autokenner sicher interessant, für mich waren es nur Namen wie Porsche, BMW, Honda, die man halt so kennt.
Er lässt den Leser auch am gemeinschaftlichen Zusammenhalt der Rennfahrer teilhaben. Viele verlor er aus den Augen, mit anderen ist er noch heute enge befreundet.
Besonders schmerzen sicher die Verluste, die er an Freunden erleiden musste, die bei Rennen tödlich verunglückten.

Joachim Steidel erzählt von seinen Anfängen, seinen Sponsoren, seinen Freunden, aber auch von seiner Faszination, die die Rennen mit sich bringen. Er fährt selbst 24h-Rennen und schreibt dazu ein paar Gedanken:
"In den Nächten am Nürburgring, wenn ich einsam in meinem Wagen Runde für Runde die Nacht durchpflüge, bin ich Teil von etwas Geheimnisvollen, denn die Nacht scheint beseelt. Mächtige Baumgruppen stehen wie längst vergessene Götter vor dem dunklen Himmel und weisen mir den Weg." (Seite 59/60)
Die Rennfahrerei hat seine guten und auch negativen Seiten. An diesen lässt der Autor Joachim Steidel den Leser teilhaben.
Er schafft alle, denn seine Frau steht an seiner Seite, offiziell. Inoffiziell hätte sie schon gern, dass er kürzer tritt und auch zur Ruhe kommt.

Obwohl das Thema Rennfahrerei mich eher kalt lässt, konnte ich mich der Faszination des Buches nicht entziehen.
Ehrlich und offen erzählt Joachim Steidel über seine Zeit als Rennfahrer, seine Erfolge und Misserfolge.
Um Spaß am Rennen zu haben und diesem Hobby zu erliegen, muss man nicht Michael Schuhmacher heißen und das zeigt er eindeutig mit diesem Buch. 

Bewertung:



Zum Autor:
(Text übernommen aus dem Buch):
Der promovierte Allgemeinmediziner und Geriater Joachim Steidel wurde 1957 in Recklinghausen geboren, wo er heute auch lebt. Aufgewachsen in Marl, praktiziert er in eigener Praxis seit 1988 in Herne. In seiner Freizeit fährt er seit 1998 Tourenwagenrennen auf den Nürburgring. 2012 begann er mit regelmäßigen Auszeiten zur Burn-Out Prophylaxe. Die Arbeit an diesem Buch entwickelte sich dabei zu einem kreativen Ventil.


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim

bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.




Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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