Samstag, 23. August 2014

[Rezension] Christoph Werner - Marie Marne und das Tor zur Nacht


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 248
ISBN: 978-3-955-10037-7
Erscheinungstermin: 18. Februar 2014 (1. Auflage)
Format: Hardcover

Verlag: Osburg

Klappentext: gem. Osburg
»Schlafen Sie nicht, wenn Sie müde sind! Schlafen Sie, wenn Sie Lust dazu haben!«
Mit diesem Slogan wirbt eine mysteriöse New Yorker Firma. Wer schlafen für vergeudete Zeit hält, kann in ihren Filialen eine patentierte Brille aufsetzen und einen besonderen Traum träumen – danach bleibt er wach! Drei Tage, fünf Tage, zwei Wochen. Doch der ewige Tag verwandelt die Menschen. Bei Maries Vater geht etwas schief. Er bleibt in seinem Traum gefangen. Die Dreizehnjährige setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um ihn zurückzuholen. Als Marie begreift, dass sie damit die ganze Welt in eine globale Katastrophe stürzt, versucht sie zu retten, was zu retten ist. Ein Albtraum! Mit jeder verstreichenden Minute wächst das Chaos auf der Erde.


Rezension:
Die 13-jährige Marie Marne ist an sich ein glückliches Kind. Sie kommt aus einem intakten Elternhaus, in welchem es keinerlei finanzielle oder familiäre Probleme gibt. Lediglich ihr Vater, ein erfolgreicher Filmmusiker, hat nicht so viel Zeit, wie es sich die 13-jährige wünscht. Erst vor wenigen Jahren gelang ihm der Durchbruch und seitdem ist Hannes mehr am Arbeiten denn je. So fallen auch die Vater-Tochter-Pläne grundsätzlich verkürzt aus.

Die Gesellschaft der Zukunft hat sich verändert. Wer es sich leisten kann, kauft sich ADI-Träume der Firma All Day Industries. Ein jeder Mensch hat einen eigenen ADI-Wert. Dieser Wert sagt aus, wie lange Zeit man wach bleiben kann, wenn man sich einen ADI-Traum gekauft hat. Die Durchschnittswerte liegen zwischen 3 - 14 Tagen, sprich, wer in wenigen Minuten einen ADI-Traum hat, kann entsprechend lange wach bleiben und entweder sein Leben genießen oder arbeiten. Hannes ist regelmäßiger ADI-Traum-Nutzer. Auch an einem eigentlichen Vater-Tochter-Tag kauft er sich einen solchen Traum und Marie, die noch keine 18 ist, muss außerhalb der Filiale warten. Jonas, ein Auszubildender, nimmt sie zum Zeitvertreib für Marie mit in die Filiale und testet zum Spaß Maries ADI-Wert. Dieser liegt bei bisher noch nie dagewesenen 113 Tagen - eine Sensation. Marie selbst kümmert das überhaupt nicht, denn sie hält nicht viel von diesen ADI-Träumen und ist sowieso noch nicht alt genug, um einen zu kaufen.

Dr. Puck, Inhaber von All Day Industries, hingegen interessiert sich sehr für Marie und ihren ADI-Wert, denn er hat Pläne, die er bisher nicht in die Tat umsetzen konnte, weil es bisher niemanden gab, der einen Auftrag für ihn in der Traumwelt erledigen konnte, da einfach niemand auf der Welt einen entsprechenden ADI-Wert aufweisen konnte. Marie scheint die Lösung zu sein. Er schickt seinen Mitarbeiter Mr. Phisto, um Kontakt mit dem Mädchen aufzunehmen. Marie ahnt von all dem noch nichts, bis Hannes an seinem 50. Geburtstag plötzlich und unerwartet erkrankt. Keiner der aufgesuchten Ärzte kann sich seine Symptome erklären, nur Marie ahnt, dass das Ganze irgendwas mit ADI zu tun hat. Nach und nach wird Marie klar - sie muss mit Mr. Phistos Hilfe in die Traumwelt eindringen und dort verschiedene Aufgaben bewältigen, nur so kann es für ihren Vater Rettung geben. Doch was bezwecken all diese Abenteuer, die Marie bestehen muss?


Nur noch schlafen müssen, wenn man will? Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Schon allein den Grundgedanken des Plots, sich durch kurzfristige Schlafphasen Zeit zu erkaufen, empfinde ich als ausgesprochen faszinierend. Sollte es so etwas im realen Leben geben, wäre das für mich mit unter durchaus eine Überlegung wert. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet, jedoch hätte ich mir durchaus noch einige Nebenfiguren mehr gewünscht, um der Geschichte mehr Vielfalt und Dichte zu geben. Marie Marne an sich ist ein ausgesprochen toughes Mädchen, doch manchmal habe ich mich gefragt, wie kann sie teilweise so charakterstark sein und anderseits so naiv sein? Irgendwie stimmte bei ihr diese Harmonie nicht ganz. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass sich das Buch förmlich von selbst gelesen hat.


Bewertung

Der Autor:
Christoph Werner, Jahrgang 1964, hat als Theaterregisseur in allen Genres gearbeitet. Tourneen durch Europa, Amerika und Asien haben ihn und seine Compagnie international bekannt gemacht. Er war Intendant des Schauspielhauses in Halle und Intendant des internationalen Festivals »Theater der Welt«. Seit 19 Jahren leitet er das Puppentheater in Halle (Saale). Er veröffentlichte die Erzählbände Josefs Geschichte und Glücklicher Tod eines Rebellen. Christoph Werner lebt in Halle, ist verheiratet und hat drei Kinder. (von Osburg übernommen)

 

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich beim Verlag




bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat. 


 

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