Mittwoch, 3. September 2014

[Interview] und [Gewinnspiel] Das Katzenpersonal befragt Leonie Winter alias Wiebke Lorenz

Nachdem Kleeblatt das Buch von Leonie Winter alias Wiebke Lorenz "Unter Umständen verliebt" gelesen hatte, war ihr klar, dass sie auch ein Interview mit der Autorin machen möchte. Wiebke hat sich nicht gescheut und all die neugierigen Fragen beantwortet.

  



Wiebke, würdest du uns ein wenig verraten, wer du bist?
Klar! 
Also, ich heiße Wiebke Lorenz, wurde 1972 in Düsseldorf geboren und lebe seit 1996 in Hamburg. Hier habe ich nach meinem Studium in Trier (Germanistik, Anglistik, Medienwissenschaft) und Köln (Drehbuch) eine Ausbildung zur Zeitschriftenredakteurin absolviert und auch einige Jahre bei verschiedenen Magazinen gearbeitet (u. a. Petra, Für Sie, Maxi). 
1998 erschien mein erster Roman mit dem schwungvollen Titel „Männer bevorzugt“ im Rowohlt-Verlag, seitdem sind noch zahlreiche andere gefolgt. Nebenbei habe ich weiter als Journalistin gearbeitet, allerdings freiberuflich, u. a. für Cosmopolitan, stern.de und BILD. Dann habe ich auch ein bisschen fürs Fernsehen geschrieben, zum Beispiel einen Sat.1-Film mit dem ebenfalls schwungvollen Titel „Welcher Mann sagt schon die Wahrheit?“ Für den Titel kann ich nichts, die Geschichte entstand nach einem Roman von mir, der eigentlich „Liebe, Lügen, Leitartikel“ hieß.
Den meisten Lesern bin ich wohl eher unter meinem Pseudonym „Anne Hertz“ bekannt. Unter diesem Namen schreibe ich seit zehn Jahren zusammen mit meiner Schwester Frauke Scheunemann heitere Frauenromane. Und weil mir das so großen Spaß macht, habe ich noch weitere Pseudonyme, zum Beispiel „Jana Sonntag“ (u. a. „Mein wunderbarer Brautsalon“), Lena Gold (u. a. „Voll auf Ex-Kurs“) und Leonie Winter. Als Leonie Winter ist von mir gerade der Roman „Unter Umständen verliebt“ (Goldmann) erschienen.
Tja, und unter meinem „echten“ Namen Wiebke Lorenz veröffentliche ich mittlerweile Psychothriller wie „Allerliebste Schwester“ und „Alles muss versteckt sein“. Momentan arbeite ich an meinem neuen Thriller, der im März 2015 im Diana Verlag erscheinen wird. Und ein neuer Anne Hertz ist natürlich auch in der Mache, hier wird also fleißig getippt.
Ich lebe ich mit meiner kleinen Tochter Luzie (19 Monate) und meinem Freund Matthias (der beste Mann, wo gibt) in Hamburg-Hoheluft, gehe in meiner Freizeit gern joggen und, äh, shoppen, lese wie eine Geisteskranke und bin ein großer Musik- und Irland-Fan.
Reicht das erst einmal?

Wann und warum hast du angefangen Bücher zu schreiben?
Das war nicht wirklich geplant, eher im Gegenteil. Eigentlich wollte ich mal Musik studieren, genauer gesagt Cembalo und Querflöte. Als ich siebzehn Jahre alt war, suchte die „Neuß-Grevenbroicher-Zeitung“ – ein Regionalableger der „Rheinischen Post“ – jemanden, der Konzertkritiken schreiben wollte. Das habe ich versucht, und es hat gut geklappt. Und war mit fünfzig Mark pro Artikel für eine Schülerin auch echt gut bezahlt. So bin ich dann zum Schreiben gekommen, denn schon bald stellte ich fest, dass mir das mehr Spaß machte als die Musik. 
Also nahm ich eine Kursänderung vor und beschloss, Journalistin zu werden und fing nach einem kurzen Ausflug als Werbetexterin in einer Frankfurter Agentur mein Literaturstudium in Trier an. Ende 1995 entdeckte mein damaliger Freund eine kleine Geschichte, die ich mal aus Spaß und Dollerei geschrieben hatte, auf meinem Computer. Und er war so begeistert davon, dass er mich bat, daran weiter zu schreiben.
Das habe ich gemacht, weil ich dazu irgendwie mehr Lust hatte als auf die Magisterarbeit, die ich zu der Zeit eigentlich gerade schreiben musste – und drei Monate später war mein erster Roman „Männer bevorzugt“ fertig. Die Magisterarbeit habe ich dann zwar auch noch geschrieben, aber mehr so auf den letzten Drücker mit Hängen und Würgen (dementsprechend ist die Note dann ausgefallen ...). 
Meinen Roman habe ich dann vielen, vielen, viiiiiiiieeeeelen Verlagen angeboten, bis Rowohlt ihn schließlich genommen hat. Ich war ABSOLUT selig! Und weil das Buch gut lief, habe ich gleich das nächste geschrieben. Und dann noch eins und noch eins und noch eins – und auf einmal war ich „aus Versehen“ Schriftstellerin.

Mit welchem Buch erwachte die Liebe zur Literatur?
Mit einem, das ich geschrieben habe oder gelesen? Ich nehme mal die zweite Alternative  Ich habe als Mädchen wahnsinnig gern die Fantasy-Romane von Wolfgang und Heike Hohlbein gelesen. Und „Krabat“ von Ottfried Preussler. Die Jugendromane von John Christopher („Leere Welt“) fand ich auch ganz großartig. Später, so mit Anfang zwanzig, habe ich mich dann in die Bücher von Anne Tyler verliebt, u. a. „Die Reisen des Mr. Leary“.

Gibt es Autoren, die du besonders magst bzw. die dir als Vorbild dienen?
VIELE! Also, Anne Tyler finde ich immer noch toll, John Christopher auch. Im heiteren Bereich verehre ich Conni Lubek, im literarischen Tina Uebel. Ich fand „Das Rosie-Projekt“ klasse und „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“, dann noch „Totenfrau“ von Bernhard Aichner und die Bücher von Ursula Posznanski. Meike Winnemuth („Das große Los“) halte ich für eine absolut begnadete Autorin und, und, und ... Ich kann es wirklich nicht sagen, mir begegnen ständig neue Vorbilder, weil ich ständig lese 

Neben der Schriftstellerei – wie viele Bücher liest du als Privatperson im Jahr?
Uff, also, vierzig sind es mit Sicherheit. Dazu dann noch etwa fünfzehn bis zwanzig Hörbücher, die ich beim Joggen höre.

Wie überbrückst du eine Schreibblockade?
Laufen gehen, spazieren, mit Freundinnen treffen oder telefonieren, mit Luzie spielen. Ich zwinge mich nicht, das bringt meiner Erfahrung nach nichts, sondern versuche, den Kopf frei zu bekommen – dann sind auf einmal auch wieder die Ideen da. Wenn ich irgendwo hänge, habe ich es schon oft erlebt, dass mir die Lösung über Nacht – also quasi im Schlaf – kam. Dann bin ich morgens aufgewacht und wusste auf einmal, wie es weitergeht, mein Unterbewusstsein scheint nachts brav weiter zu ackern 

Wie sieht dein normaler Tagesablauf aus?
Wir stehen gegen acht Uhr auf, machen Luzie für die Kita fertig und bringen sie um neun Uhr hin. Dann gehe ich entweder laufen oder daddel gemütlich noch ein bisschen rum, zwischen 10 und 15 Uhr sitze ich dann meistens am Schreibtisch. Dann hole ich Luzie aus der Kita und bin mit ihr bis etwa 19.00 Uhr unterwegs oder wir spielen zu Hause. Danach gibt’s Abendessen und es geht für die Kleine ins Bett, dann kommt entweder noch eine späte Schreibschicht oder Matthias und ich sinken ermattet aufs Sofa 

Wie gehst du mit negativer Kritik um?
Ich versuche, sie gelassen an mir vorbeischwimmen zu lassen. Klappt mal besser, mal schlechter. Wenn man etwas tut, was öffentlich ist, muss man damit leben, das ist einfach so. Wer das nicht kann, sollte nicht veröffentlichen, sondern sich einen anderen Job suchen. Es ist UNMÖGLICH, dass das, was man tut, JEDEM gefällt.

Wie wichtig ist dir der Leserkontakt und das direkte Feedback deiner Leser?
Sehr wichtig! Zum einen macht es viel mehr Spaß, wenn man nicht so ins „Leere“ schreibt, sondern weiß, für wen man das tut – zum anderen bekomme ich da wichtiges Feedback, aus dem ich eine Menge lernen kann.

Wie bereitest du dich auf einen Roman vor? Du hast eine Idee und dann?
Dann fange ich an, die Charaktere und die gesamte Geschichte von Anfang bis Ende fertig zu entwickeln. Dazu spiele ich die Handlung komplett im Kopf durch, brainstorme quasi mit mir selbst. Außerdem arbeite ich viel mit der Dramaturgin Alexandra Heneka zusammen, gemeinsam mit ihr entwickele ich fast alle meine Geschichten. Und Freunde müssen auch hin und wieder herhalten, um mit mir über die Story nachzudenken.

Für wie viel kommende Bücher hast du schon Ideen im Kopf?
Hm, ich würde sagen, etwa acht bis zehn.

Wiebke, du schreibst Unterhaltungsliteratur, allein und gemeinsam mit deiner Schwester sowie Thriller. Das ist ein gewaltiger Kontrast. Welches Genre liegt dir persönlich mehr?
Was mir ziemlich leicht fällt, ist die Unterhaltungsliteratur, das entspricht wohl meinem Grundnaturell. Als rheinische Frohnatur, die ich nun mal bin, muss ich mich immer ein bisschen ausbremsen, um nicht einen Spruch nach dem nächsten rauszuhauen (und damit anderen Leuten gehörig auf den Keks zu gehen). 
Die Thriller schreibe ich auch gern, aber an denen sitze ich viel, viel länger, sowohl beim Entwickeln der Geschichte also auch beim Schreiben. Aber sie sind eine tolle Herausforderung!

Wie entstand die Idee zu dem Buch „Unter Umständen verliebt“?
Na ja, die Idee dazu kam mir, als ich selbst schwanger war. So einfach ist das. Und dann fängt es in meinem Kopf an, vor sich hinzutickern 

Wenn du das erste Mal das gedruckte Exemplar deines Buches in der Hand hast, liest du es dir noch einmal durch und unter welchen Gesichtspunkten liest du es? 
Ich lese es meist nicht mehr ganz, sondern blättere es durch und lese hier und da ein bisschen, wie bei einer Stichprobe. Dabei gucke ich einfach, ob es mir noch gefällt und ich damit zufrieden bin. Und natürlich gucke ich, wenn ich eine Lesung habe, welche Passagen sich zum Vortragen eignen. Aber ansonsten lese ich lieber Bücher, die ich nicht selbst geschrieben habe, das ist wesentlich spannender 

Haben deine eigenen Bücher ein eigenes Regal nur für sich (z. B. eine Vitrine im Wohnzimmer)
Sie sind ziemlich unübersichtlich, kreuz und quer in die rechte Seite meines Regal im Arbeitszimmer gestopft oder liegen noch in Kartons rum, die oben AUF dem Regal stehen. Manchmal stehe ich davor und denke: „Hm, deine Bücher könntest du auch mal ein bisschen liebevoller präsentieren und hier aufräumen.“ Aber man kommt ja zu nix ...

Welches Buch befindet sich aktuell auf deinem Nachttisch?
Da ich immer parallel lese, gleich mehrere. 
Bücher: „Der Circle“ von Dave Eggers, „Krähenmädchen“ von Erik Axl Sund, „Kein Friede den Toten“ von Harlan Coben und „Und Eva sprach ...“ von meiner Freundin Jana Voosen, das ich netter Weise vorab bekommen habe. Hörbuch: „Herr aller Dinge“ Andreas Eschbach.

Was wünschst du dir für die Zukunft?
Ein Geschwisterchen für Luzie! Wenn es noch einmal klappt, ich bin ja nicht mehr ganz taufrisch  Wenn nicht, dann einfach nur ein paar Millionen auf meinem Konto, hä, hä.



Liebe Wiebke, vielen Dank für die unterhaltsame Beantwortung der Fragen. Wir wünschen dir weiterhin viele gute Ideen für deine Bücher und die Erfüllung aller deiner Träume.

Mehr über die Autorin Leonie Winter / Wiebke Lorenz erfahrt ihr auf ihrer Autorenseite

Gewinnspiel:
Zusätzlich zum Interview gibt es auch ein Gewinnspiel, bei dem ich 1 Exemplar des vorgestellten Buches verlosen darf.

           

Der Goldmann-Verlag stellte es mir freundlicherweise zur Verfügung.
Wenn ihr das Buch gewinnen wollt, müsst ihr nur eine Frage beantworten, bei der es keine falsche Antwort gibt.

Nennt uns einen Grund, warum genau ihr das Buch gewinnen möchtet.


Um am Gewinnspiel teilzunehmen, beantwortet bitte im Kommentar die Frage und sendet mir zusätzlich eine Mail mit eurer vollständigen Adresse an folgende Mail-Adresse: kleeblatt58 (at) gmail.com (ohne Leerzeichen und Klammern und at als Zeichen) Solltet ihr ein Pseudonym haben, dann gebt es in der Mail bitte mit an, so dass ich euch zuordnen kann.

Hier noch das Kleingedruckte:
1.) Eine Teilnahme ist nur möglich, wenn ihr über 18 Jahre alt seid, ansonsten ist eine Einverständniserklärung der Eltern nötig.
2.) Die Adressen werden nur für das Gewinnspiel verwandt und im Anschluss gelöscht.
3.) Es wird nur innerhalb Deutschlands versendet oder ihr erklärt euch bereit, die Portokosten zu übernehmen. Jeder Teilnehmer aus dem Ausland erklärt sich durch die Teilnahme am Gewinnspiel mit dieser Passage einverstanden.
4.) Bei Verlust auf dem Postweg wird keine Haftung übernommen.
5.) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
6.) Der Gewinner bestätigt mir bitte den Erhalt des Buches

Ihr dürft das Gewinnspiel gern teilen auf Facebook, Twitter, Google+ und natürlich auf euren Blogs. Neue Leser sind jederzeit willkommen.

Einsendeschluss ist Sonntag, der 07.09.2014 - 20:00 Uhr

Die Auslosung erfolgt noch am selben Tag über Random.org, ebenso die Bekanntgabe der glücklichen Gewinner, wenn nichts dazwischen kommt.

Kommentare:

Sabine Kupfer hat gesagt…

Hallo,

super Interview :)
Ich liebe die Anne Hertz Bücher und die Thriller von Wiebke Lorenz. Daher bin ich auch immer wieder gespannt was Frau Lorenz so unter ihren ganzen Pseudonymen fabriziert. Ein Roman von Leonie Winter habe ich noch nicht gelesen... wird also Zeit :)

LG
SaBine

schneckenpost0909 hat gesagt…

Hallo,

vielen Dank für das schöne Interview! Das Buch würde ich gerne gewinnen, weil ich mir lustige Lesestunden mit so manchem Lacher davon verspreche.
LG von Elke

Yvonn hat gesagt…

Hallo zusammen,
ich würde das Buch gerne gewinnen, weil der Titel sich so vielversprechend anhört und ich schon ganz neugierig auf die Geschichte bin.
Hab schon mehrere Anne Hertz Bücher gelesen und fand sie total klasse. Deshalb bin ich jetzt auch auf ein Buch das "nur" von Wiebke geschrieben wurde, gespannt ;-)
LG Yvonn

Sonjas Bücherecke hat gesagt…

Hallo,

ich würde das Buch sehr gerne gewinnen, weil ich von der Autorin bisher noch kein Buch gelesen habe und ich gerne neue Autoren kennenlerne.

Ich liebe diesen Blog mit den tollen Katzenbilder, bin ja selbst so eine "Katzenmama".

Wünsche dir einen schönen Abend.
LG Sonja

Anonym hat gesagt…

Toi toi toi für diese wundervolle Verlosung! Die Autorin ist mir sehr sympathisch und ich bin neugierig auf ihr Buch, deswegen drücke ich mir extra fest die Daumen. Gruß Merlinda. donnerblume153450@gmail.com

my-reading-world hat gesagt…

Vielen Dank erst einmal für das schöne Interview :)

Leider kenne ich die Autorin noch nicht und mit diesem Buch würde ich es sehr, sehr gerne ändern, deswegen bin ich die richtige für dieses Buch ;)

LG Serpina
myreadingworld@gmail.com

Anonym hat gesagt…

Ich kenne die Autorin nicht und freue mich immer, für mich neue Autorinnen und ihre Bücher kennenzulernen. Das Interview hat mich neugierig gemacht.