Samstag, 4. Oktober 2014

[Kinderbuch-Rezension] Inken Weiand - Ich bin eine Prinzessin


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 98
ISBN: 978-3-885-09106-6
Erscheinungstermin: 25. August 2014
Format: Hardcover

Verlag: Ruhland


Klappentext gem. Ruhland:
Unsere Vorstellungskraft kann etwas ins Leben rufen, das wirklich ist, aber noch nicht existiert, sie kann unser Wesen fortschreiben. Sie kann uns beschützen und uns retten.
So geschieht dies in Inken Weiands neuem preisgekrönten Roman über Mellani, die mit ihren beiden jüngeren Geschwistern unter schwierigen Bedingungen aufwächst. Die Eltern sind ohne Arbeit, betrinken sich regelmäßig und neigen zu Gewaltausbrüchen. Die Kinder kennen kein heiles Familienleben. Aus Angst schlägt Mellani alle Hilfsangebote aus und flüchtet sich in ihre innere Welt, in ihre Bilder, in denen sie eine Prinzessin ist. Als die Situation eskaliert, sind es eben diese Bilder, die Mellani den Weg weisen.


Rezension:
Mellani geht in die 5. Klasse und führt ein Leben, wie es zu viele Kinder tun müssen. In der Schule kommt sie mehr schlecht als recht zurecht, es fehlt ihr ständig an Arbeitsmaterialien, sie trägt alte, zerschlissene Kleidung und wirkt im Ganzen sehr ungepflegt. Auch ihre schulischen Leistungen lassen sehr zu wünschen übrig, aber wenn sie gefragt wird, ob alles in Ordnung ist, bestätigt sie dies immer.

Die häusliche Realität sieht jedoch ganz anders aus. Beide Elternteile sind arbeitslos und leben von Hartz IV. Der Vater ist schwerer Alkoholiker, der sowohl ihre Mutter, wie auch Mellani schlägt. Auch die Mutter trinkt, jedoch nur, wenn sie Sorgen hat, was jedoch angesichts der häuslichen Situation auch oft der Fall ist. Wenn sie getrunken hat, wird auch sie gelegentlich handgreiflich gegenüber Mellani. Komplettiert wird die Familie durch Mellanis jüngeren Bruder und ihre jüngere Schwester. Sie zu beschützen, dass hat sich Mellani zur Aufgabe gemacht. Denn sollte irgendwie nach Außen dringen, wie es in der Familie wirklich aussieht, dass droht Mellani und ihren Geschwistern das Kinderheim und von diesem hat ihr Vater ihr schon so manches erzählt, sodass Mellani alles tun würde, um sich und ihren Geschwistern dieses Schicksal zu ersparen.

Ihr Leben ist Tag ein Tag aus geprägt von täglicher Gewalt und Sorgen um ihre jüngeren Geschwister. Oft liegt es in Mellanis Verantwortung, für ihre jüngeren Geschwister zu sorgen, sie in Sicherheit zu bringen, wenn der Vater wieder betrunken nach Hause kommt und sie sorgt dafür, dass ihre Geschwister was zu Essen bekommen, denn auch daran mangelt es häufig Zuhause. Um dies alles zu überstehen und immer für ihre Geschwister da zu sein, zieht Mellani sich häufig in ihre Fantasiewelt zurück, in der sie eine Prinzessin ist, denn Prinzessinnen sind immer glücklich, werden geliebt und ihnen widerfährt nie etwas Böses. Doch die Realität rückt kontinuierlich näher ...


"... Nur die Prinzessin selber, die kümmert sich vor allem um ihre Leute. ..." (S. 8) Der Plot wurde sehr einfühlsam und einprägsam erarbeitet. Von der ersten Seite an kann man sich als Leser mit der Figur der Mellani identifizieren. Besonders gut gefallen hat mir, dass in diesem Buch von den Figuren eigentlich nur Mellanis Name genannt wird, denn es ist ihre Geschichte, die hier erzählt wird. Die Figuren, allen voran Mellani, wurden sehr tiefgründig und authentisch erarbeitet. Den Schreibstil empfand ich als sehr realistisch erarbeitet und dennoch, leicht verständlich, auch für Kinder, gehalten. Abschließend kann ich sagen, dass es sich hier um ein erschütterndes und dennoch hoffnungsvolles Kinderbuch handelt, welches für Kinder ab 6 Jahren geeignet ist.

Bewertung


 
Die Autorin:
Inken Weiand, Jahrgang 1968, hat bereits eine Vielzahl an Romanen und Kurzgeschichten veröffentlicht. Der Roman „Ich bin eine Prinzessin“ wurde 2012 mit dem Kinder- und Jugendliteraturpreises des Landes Steiermark ausgezeichnet. Weiand lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Bad Münstereifel. (übernommen von Ruhland)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.

 

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.


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