Montag, 10. November 2014

[Lesung] Don Winslow stellt sein Buch "Missing. New York" vor

Was für eine Woche. Drei Lesungen, wovon wir nur eine gemeinsam besuchen konnten.
Noch nicht mal Mittagszeit, aber wir sind schon zur Matinee-Lesung mit keinem Geringeren als Don Winslow eingeladen. Der Verlag Droemer-Knaur hat uns freundlicherweise auf die Gästeliste gesetzt, was uns natürlich sehr gefreut hat.

Don Winslow stellte seinen neuen Roman "Missing. New York" im Deutschen Theater Berlin vor.

Deutsches Theater Berlin

 

Begleitet wurde Don Winslow von Philipp Schwenke, der ihn interviewte und übersetzte und von Schauspieler Daniel Hoevels, der die deutschen Passagen las.

v.l.. Philipp Schwenke, Don Winslow, Daniel Hoevels

Bevor gelesen wurde, beantwortete Don Winslow erst einmal ein paar Fragen. So erfuhren wir, dass er sich vorgenommen hatte, einen Roman aus der Ich-Perspektive zu erzählen, Das ließ sich für ihn am besten mit einer Suche verbinden, einer Suche nach einer Person, einem Kind.
Auf die Frage, wie er dieses Thema recherchierte, erzählte er, dass er seine Recherche zum großen Teil aus seinem eigenen Background nehmen konnte. Er hatte, bis er sein 5. Buch geschrieben hatte, als Privatdetektiv gearbeitet. Weitere Informationsquellen waren die Zentrale für verschwundene Kinder und das FBI-Handbuch zum Vorgehen nach der Meldung eines vermissten Kindes.

Dann lasen abwechselnd Don Winslow und Daniel Hoevels Abschnitte aus dem Buch.

 
lesend: Don Winslow und Daniel Hoevels

Im Anschluss wurden weitere interessante Fragen gestellt, die Don Winslow alle beantwortete. So erfuhren wir, dass 2013 in den USA 100.000 Kinder vermisst wurden und es zwar eine nationale Datenbank für gestohlene Autos gibt aber keine für vermisste Kinder.
Webseiten, auf denen z.B. offen Menschenhandel getrieben wird, dürfen nicht geschlossen werden, weil das unter dem Recht der Redefreiheit fällt.

Zur Person Don Winslow erfuhren wir noch, dass auch seine Schwester Schriftstellerin ist. Sie schreibt romantische Romane und er ist der Meinung, dass ihr Genre und seins die beiden sind, auf die man herabsieht.
Bevor er Privatdetektiv wurde, hatte er Afrikanistik studiert. Da es in den USA aber nur 5 Jobs dafür gibt, war seine Chance von Anfang recht gering, einen der begehrten Jobs zu bekommen. So bewarb er sich als Safari-Guide und da er halbwegs eine Giraffe von einem Zebra unterscheiden konnte und sich ein wenig im Land auskannte, bekam er diesen Job. Seine Worte "Safari-Guide is the best job in the world".
Damit aufgehört hatte er, als er seiner Frau im afrikanischen Busch einen Heiratsantrag machte und sie nicht unbedingt ihre Familie im Zelt aufwachsen sehen wollten.

Es gab auch noch die Gelegenheit, vom Publikum Fragen zu stellen, die sehr gut genutzt wurde.

Aber auch diese Stunde mit Don Winslow ging im Nu vorbei, so dass es nur noch eins zu tun gab, sich das Buch signieren zu lassen.

 

Wir hatten einen schönen Vormittag mit einem total sympathischen und lockeren Autoren, der uns sehr gefallen hat.
Die Rezension zum vorgestellten Buch wird am Dienstag auf unserem Blog erscheinen.

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