Dienstag, 11. November 2014

[Rezension] Don Winslow - Frank Decker 01: Missing. New York



Leseprobe



Eckdaten:
Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Droemer TB (1. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426304287
ISBN-13: 978-3426304280
Originaltitel: Missing. New York
Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 3,2 x 20,9 cm

Inhalt gem. Droemer:
Die siebenjährige Hailey spielt im Garten, als das Telefon klingelt und ihre Mutter kurz ins Haus geht. Eine Minute später kommt sie zurück. Und ihre Tochter ist verschwunden. Zwei Wochen später verschwindet ein weiteres Mädchen – diesmal wird die Leiche gefunden, der Täter gefasst und auch mit dem Mord an Hailey belastet. Akte geschlossen. Aber Frank Decker, dessen Job es ist, Verschwundene aufzuspüren und zurückzuholen, hat Zweifel. Er glaubt, dass Hailey lebt, irgendwo versteckt – während die Uhr tickt. Ein vager Hinweis führt ihn nach New York. Sanft wenn möglich, hart wenn nötig, folgt er Schritt für Schritt der Spur, die ihn in die Hölle lotsen wird.

Zum Buch:
Frank Decker, ein Cop, der seinen Beruf liebt, dessen Ehe aber gerade auf dem Nulllevel steht, bekommt einen Fall übertragen, bei dem ein Mädchen verschwunden ist. 
Eine halbe Stunde ist bereits vergangen, als die Mutter der vermissten Hailey sich an die Polizei wendet. Alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel werden eingesetzt, um das Mädchen zu finden, erfolglos.
Kurze Zeit später verschwindet ein weiteres Mädchen, das nur tot aufgefunden werden konnte. 
Frank Decker lässt der Fall Hailey keine Ruhe, zumal er ihrer Mutter versprochen hatte, das Kind zu finden. Er kündigt seinen festen Job und macht sich allein auf die Suche, denn er kann und will nicht akzeptieren, dass Hailey tot ist. Er verfolgt jede kleine Spur, bis er nach einem Jahr an dem Punkt steht, wo er sich fragen muss, ob er weitermachen oder aufgeben soll und akzeptieren, dass es vorbei ist ...

Für mich war Don Winslow bislang ein Autorenname, der mir zwar geläufig war, von dem ich aber noch nichts gelesen hatte. Das sollte sich mit dem Auftakt dieser neuen Reihe um den Ermittler Frank Decker ändern.
Frank Decker ist Cop mit Leib und Seele und hat noch eine Karriere vor sich. Diese und seine Aussicht auf die Pension lässt er fallen, als er sich intensiv um den Fall des kleinen Mädchen Hailey kümmert. Hailey ist ein Mischlingskind und die Vermutung liegt nahe, dass nach farbigen Kindern nicht unbedingt hartnäckig gesucht wird.
Aber Frank Decker lässt das Schicksal dieses kleinen Mädchens nicht in Ruhe, er ermittelt privat weiter. Er glaubt auch nach einem Jahr intensiver Suche fest daran, dass Hailey noch lebt, irgendwo da draußen ist und nur noch von ihm gefunden werden muss.
Er geht jedem noch so kleinen Hinweis nach und versucht das scheinbar unmögliche. Bis er eines Tages eine Zeugenaussage bekommt, die seine Ermittlungen in eine völlig andere Richtung bringen.

Dem Autor ist es gelungen, mich von Anfang an mit seinen Ermittlungen in seinen Bann zu ziehen.
Von Beginn an wird Spannung erzeugt, die sich rasant steigert. Es gibt keinen abflauenden Spannungsbogen, im Gegenteil, er wird zügig angezogen.

Frank Decker ist ein sympathischer Protagonist, der auf der Seite der Opfer steht und wirklich alles versucht, um ihnen zu helfen, auch wenn es letztendlich ans eigene Geld geht. Er steht zu dem, was er macht und verschließt die Augen nicht vor Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten, die sich ihm in den Weg stellen. Er ist der Ermittler, den man sich wünschen würde, wenn man einen braucht. Einen, der sich in den Fall verbeißt und nicht locker lässt, bis er am Ziel ist.

Der Autor hat für die Recherche zum Buch einen großen Teil aus seinem eigenen Background nehmen können. Er hatte selbst eine Zeit als Privatdetektiv gearbeitet. Weitere Informationsquellen waren die Zentrale für verschwundene Kinder und das FBI-Handbuch zum Vorgehen nach der Meldung eines vermissten Kindes. Die Recherche ist umfassend und glaubwürdig umgesetzt worden.

Die Gestaltung des Covers finde ich sehr gelungen. Durch Zufall entdeckte ich, dass Titel und Autorenname fluoreszierend sind, denn sie leuchten im Dunkeln, nachdem sie eine Weile dem Licht ausgesetzt waren. Das war schon irgendwie eigenartig und für mich völlig überraschend, als das Buch im Flur vor sich hin leuchtete.

Für mich ist dieses Buch der Einstieg in die Welt des Don Winslow, denn ich weiß mit Sicherheit, dass es zwar mein erstes Buch von ihm gewesen ist, jedoch nicht mein letztes.

Ich empfehle dieses Buch sehr gern weiter.

Bewertung:



Zum Autor:

(Text übernommen vom Droemer-Verlag)
Don Winslow wurde 1953 in der Nacht zu Halloween in New York geboren. Seine Mutter, eine Bibliothekarin, und sein Vater, ehemaliger Offizier bei der Navy, bestärkten ihn schon früh in dem Wunsch, eines Tages Schriftsteller zu werden, vor allem die Geschichten, die sein Vater von der Marine zu erzählen hatte, beflügelten die Fantasie des Autors.
Das Sujet des Drogenhandels und der Mafia, das in vielen von Don Winslows Romanen eine Rolle spielt, lässt sich ebenso mit seinen Kindheitserfahrungen erklären: Seine Großmutter arbeitete Ende der 60er für den berüchtigten Mafiaboss Carlos Marcello, der den späteren Autor mehrere Male in sein Haus einlud.
Jeden Morgen um fünf setzt er sich an den Schreibtisch. Mittags läuft er sieben Meilen, in Gedanken immer noch bei seinen Figuren, um dann am Nachmittag weiterzuarbeiten. Winslow sagt von sich, dass er bislang nur fünf Tage durchgehalten habe, ohne zu schreiben. Es ist eine Sucht, die bis heute ein Werk hervorgebracht hat, dessen Qualität, Vielseitigkeit und Spannung Don Winslow zu einem der ganz Großen der zeitgenössischen Spannungsliteratur machen.
Don Winslow wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Krimi Preis (International) 2011 für "Tage der Toten". Für die New York Times zählt Don Winslow zu einem der ganz Großen amerikanischen Krimi-Autoren.
Don Winslow lebt mit seiner Frau und deren Sohn in Kalifornien.

Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich beim
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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