Dienstag, 4. November 2014

[Rezension] Maya Shepherd - Radioactive: Die Verstoßenen (Band 1)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 280
ISBN: 978-1-481-15615-8
Erscheinungstermin:
3. Dezember 2012
Preis: 9
,98 EUR
Format: Taschenbuch

Verlag:
CreateSpace Independent Publishing


Klappentext gem. mayashepherd.blogspot.de:
Nach dem Dritten Weltkrieg gleicht die Erde einem Trümmerfeld. Die letzten überlebenden Menschen haben sich in Sicherheitszonen verbarrikadiert, um sich vor der radioaktiven Strahlung zu schützen. Ein Überleben ist nur nach strengen Regeln und Gesetzen möglich. Es gibt weder Eigentum noch einen eigenen Willen. Die Legionsführer nehmen den Menschen jede Entscheidung ab.

In dieser Welt ist kein Platz für Gefühle. Die Menschen leben nur noch um zu funktionieren, deshalb tragen sie Nummern statt Namen. D518 ist eine von ihnen. Geboren in dieser zerstörten Welt, hat sie nie ein anderes als dieses von Kontrolle bestimmte Leben kennengelernt. Dies ändert sich schlagartig, als sie von Gegnern der Regierung entführt wird. Alles, woran sie bisher geglaubt hat, stellt sich als eine Lüge heraus.


Rezension:
Ihr Name ist E518, sie gehört der 5. Generation an, sie ist wie alle anderen und doch ist sie anders. Einen Tag muss sie noch durchhalten als "Rote", dann sind alle Tests und Bewertungen abgeschlossen und sie erfährt, welche Tätigkeit die Gesellschaft ihr für den Rest ihres Lebens zugewiesen hat. Doch die Ernüchterung kommt am nächsten Tag - sie wird der Kategorie D zugeordnet und wird von nun an D518 sein. Die "Ds" sind diejenigen der Gesellschaft, die bei den Tests die wenigsten Punkte erreicht haben und somit die niedersten Arbeiten ausführen müssen. D518 ist am Boden zerstört - sicherlich hat sie nicht damit gerechnet, ganz nach oben befördert zu werden, aber ein D? Zumal es keine realistische Chance gibt, diesem Schicksal zu entkommen, denn wer einmal einer Gruppe zugeordnet wurde, bleibt in dieser bis zum Rest seines Lebens. Doch Auflehnen geht nicht, sonst läuft sie Gefahr zu "G" klassifiziert zu werden und dies bedeutet, sie würde eine Verstoßene und müsste die Sicherheitszone verlassen und in der kargen Außenwelt ihr Dasein fristen, bis sie durch die vorherrschende radioaktive Verstrahlung dermaßen geschädigt wäre, dass sie daran stürbe.

D518 fügt sich ihrem Schicksal und verbringt ihre Tage fortan mit der Nahrungsberechnung. In D523, einer jungen Frau, die auch anders zu sein scheint, als die anderen, findet sie so etwas wie eine Freundin, doch Freundschaft ist in der Gesellschaft nicht erlaubt, denn alle sind gleich, keiner ist besser oder schlechter als der andere. Während einer Nachtschicht stürmen Verstoßene die Sicherheitszone und nehmen einige der Bewohner als Gefangene, so auch D518. Erst später kommt heraus, dass es sich um keine Gefangennahme handelte, sondern dieser Vorstoß in die Sicherheitszone nur gewagt wurde, um D523 zu befreien. D518 und die Übrigen wissen, dass sie in der Außenwelt zum Tode verurteilt sind, doch unter den Gefangenen ist auch ein kleines Mädchen und dieses zu beschützen hat sich D518 zur Aufgabe gemacht, denn abgesehen von D523 wären alle übrigens tatsächlich Gefangene gewesen und so ein kleines Kind hat unter Verstoßenen so gut wie keine Chance zu überleben.

Doch D518, die schon immer anders war und dies bisher immer geheim halten musste, denkt gar nicht daran im Lager der Verstoßenen, die sich auch noch "Rebellen" nennen, auf ihr Ende zu warten. Nur knapp misslingt ein Fluchtversuch von ihr, doch mit dieser Tat, die sie eindeutig als "anders" kennzeichnet, ruft sie die Aufmerksamkeit des Rebellenanführers auf den Plan und dieser beschließt, trotz aller Widerstände, die junge Frau in die Rebellengemeinschaft zu integrieren. Wider erwartend wird auch das kleine Mädchen dazu "ausersehen" und dieses gewöhnt sich erstaunlich schnell an das Leben in Freiheit. Für D518 ist es nicht ganz so einfach, doch mit der Unterstützung einiger Rebellen schafft auch sie es, so etwas wie ein "Leben außerhalb des Systems" zu führen. Es gibt jedoch jemand unter den Rebellen, der ihr das Leben so schwer wie möglich macht. Warum nur? Was sie jedoch noch nicht ahnt, man hat Pläne mit ihr und diese sind brandgefährlich ...


Der 1. Band der Radioactive-Reihe! Der Plot wurde ausgesprochen spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir die Darstellung der gesellschaftlichen Strukturen dieser Dystopie gefallen, diese wirkte erschreckend real, ich konnte sie mir jederzeit vor Augen führen. Faszinierend empfand ich, dass sich dieses System anscheinend über einen kurzen Zeitraum dermaßen gefestigt haben muss, dass niemand daran rütteln würde und schon eine "Sonderbehandlung" befürchten muss, wenn er nur daran denkt. Auf jeden Fall hat die Autorin hier einen erschreckend realistischen Dystopierahmen erschaffen, der mich persönlich einfach in seinen Bann geschlagen hat. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Entzückt war ich, dass ich der Protagonistin D518 immer wieder in den Kopf schauen, an ihrem Denken und Fühlen teilhaben durfte und ganz ehrlich, das Mädel ist echt clever, von ihr dürfen wir noch Großes erwarten. Auch die Nebencharaktere wurde einzigartig und mit einem hohen Wiedererkennungswert erarbeitet, sodass diese, obwohl es nicht wenige sind, dennoch alle eigene Persönlichkeiten darstellen, von denen man auf Anhieb manche sofort in sein Herz schließt, während man bei anderen eher etwas vorsichtiger ist. Den Schreibstil kann ich nur als erschreckend realistisch und berauschend beschreiben, ich konnte und wollte das Buch nicht aus der Hand legen, ich musste einfach wissen, wie es endet, ja schlimmer noch, gleich im Anschluss sind die übrigen Bände der Reihe umgehend auf meiner Wunschliste gelandet, denn ganz ehrlich, das ist eine Story, die einen packt und nicht mehr loslässt.

Bewertung

Die Autorin: 
Als ich am 18.August 2012 meinen Debütroman "Schneerose" als Selfpublisher veröffentlichte, hatte ich keine große Erwartungen. Ich wollte meine Geschichte mit deutschsprachigen Lesern teilen und hoffte auf ehrliche Meinungen, um mein Werk und mein Schreibtalent besser einschätzen zu können. Vielleicht gefällt es ja nur mir und die Mehrheit der obejektiven Leser schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und zerreißt mein "Baby" in der Luft. Aber so kam es nicht. Mich erreichten fast ausschließlich positive Reaktionen und ich fühlte mich, als sei ich frisch verliebt. Bei jeder neuen Rezensionen freute ich mich wie eine Schneekönigin.
Die nächste Buchidee war in Form von "Radioactive" bald geboren. Ich habe schon immer gerne geschrieben. In der Grundschule waren es Märchen und in der Jugend Songs und Drehbücher. Aber richtig Freude habe ich erst durch das Schreiben von Romanen entwickelt. Es gibt kaum ein schöneres Gefühl als festzustellen, dass die Leser die eigenen Geschichte und die darin vorhandenen Charaktere genauso sehr lieben wie man selbst.
Heute schreibe ich hauptberuflich und in vielen ruhigen Momenten kann ich mein Glück darüber immer noch nicht fassen. Ich bin endlich bei dem angekommen, was ich liebe. (übernommen von mayashepherd.blogspot.de)

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei
 



bedanken, die mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

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