Samstag, 7. März 2015

[Rezension] Andreas Renoldner - Müllmänner



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 208
ISBN: 978-3-222-13497-5
Erscheinungstermin:
28. Januar 2015
Preis: 1
4,99 EUR
Format:
Taschenbuch
Verlag: Styria Krimi


Klappentext gem. Styria: 
Auch wenn sich ein Mörder noch so gewitzt anstellt, kann ein unglücklicher Zufall dafür sorgen, dass er auf der Liste der Verdächtigen landet. Wenig später steht der Kripomann vor seiner Tür, bittet um Einlass und ein Gespräch. Es beginnt ein Zweikampf, in dem es um Vertuschung, Ablenkung, geschickte Tarnung und bald auch um emotionale Strategien geht, hat doch der Kripomann im Zuge der Befragungen eine biografische Schwachstelle gezeigt. Hier hakt der Müllmann, ein arbeitsloser Sammler der Dinge, ein.
Annabell musste sterben, dessen ist er sich sicher. Doch in diesem abgründigen Spiel macht er Fehler. So mancher Zweifel des Kripomannes kann zerstreut werden, doch als ein dritter Spieler eingreift, verstrickt sich der Täter immer tiefer in Widersprüche. Erzählt aus der Perspektive des Mörders entwirft Andreas Renoldner das Psychogramm eines Mannes, der das Wort Schuld nicht zu kennen scheint.


Rezension:
Leo ist ein sehr eigener Mensch. Der arbeitslose Lagerist ist ein leidenschaftlicher Sammler - er sammelt wirklich alles, was ihm auf seinen Touren durch die Stadt über den Weg läuft, sogar ein abgetrennter Taubenflügel ist nicht vor ihm sicher. Ansonsten bestreitet er seinen Lebensunterhalt mit kleineren Diebstählen, aber was ist schon Geld? In einem Park wird er von Annabell angesprochen. Schlussendlich geht sie mit Leo - welcher sie tötet. Die Entsorgung ist recht einfach - wozu gibt es immerhin Müllmänner?

Knifflig wird die ganze Sache, als Leos Freund Peter ihm von einer Frau erzählt, die er ebenfalls kennengelernt hat und von der er hin und weg ist. Leo wird schnell klar, dass es sich bei der Frau, die Peter kennengelernt hat und bei seiner Annabell um ein und dieselbe handelt. Peter, dem seine Frau vor zwei Jahren davongerannt ist (wegen des Geldes natürlich), glaubt fest daran, in dieser neuen die Frau für sein Leben gefunden zu haben - und Leo lässt ihn in dem Glauben.

Als Irene, eine Angestellte eines Bestattungsinstitutes, ihre Freundin und Kollegin Isabella als vermisst meldet, interessiert das den Kripobeamten Edwin erst einmal wenig, denn es ist Montag und da machen doch viele blau. Diese Einstellung ändert sich allerdings, als auf der Mülldeponie die Leiche eben jener Isabella gefunden wird - in Einzelteilen. Vorbei ist es nun mit einem pünktlichen Feierabend für den Kripobeamten, jetzt muss er tun, was von ihm verlangt wird und wofür er angestellt wurde - ermitteln und den Mörder schnappen und tatsächlich kommt er diesem durch Zufall recht schnell auf die Spur. Nur wird es ihm gelingen, diesen auch zu überführen?


Welch kranker Geist! Ich muss gestehen, ich bin mit dem Plot des Buches nicht wirklich warm geworden. Sicherlich finde ich die Grundidee an sich nicht schlecht, doch die Ausführung entsprach leider so gar nicht meinen Erwartungen. Die Handlung war ziemlich vorhersehbar und gefühlt hätten ein paar Figuren mehr in dem Buch nicht geschadet. Die Figuren an sich konnten bei mir in keiner Weise Sympathien wecken. Die Figur des Leo empfand ich als ausgesprochen verwirrend mit seiner Sammelwut und Fischphobie, ebenso mit seinen Wochentagsgefühlen und Goldfischratten. Auch der Kripobeamte konnte meine Sympathien nicht erringen, denn dieser hat meines Erachtens wenig Lust, sich um seine Arbeit in vollem Umfang zu kümmern und würde lieber eine ruhige Kugel schieben. Den Schreibstil empfand ich als nicht ganz einfach zu lesen, wobei dies jedoch mehr der eher ungewöhnlichen Wortwahl des Protagonisten Leo zu verdanken war. Abschließend kann ich sagen, dass dieses Buch leider meinen Erwartungen an ein Psychoduell zwischen Täter und Ermittler ala "Wer zuerst zwinkert verliert" nicht erfüllen.

Bewertung
  
Der Autor: 
ANDREAS RENOLDNER, geb. 1957 in Linz, mehrere Berufsausbildungen, 10 Jahre Biobauer, seit 2006 in Wien. 12 Romane veröffentlicht (etwa bei STYRIA), zuletzt: „Endstation Wendeplatz“. 23 Hörspiele, zuletzt „Hochstand“, WDR, „Alles muss anders werden“, ORF. Linzer Geschichtenschreiber, Staatsstipendien für Literatur, Kulturpreis für Literatur des Landes Oberösterreich. (übernommen von Styria)

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.






Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Verlagsgruppe



bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte


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