Freitag, 6. März 2015

[Rezension] Emma Temple - Die Nebel von Connemara



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (10. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492303617
ISBN-13: 978-3492303613
Originaltitel: Das offene Fenster
Größe und/oder Gewicht: 12 x 2,5 x 19,3 cm

Inhalt gem. Amazon:
Eine tragische Liebe, die zur Legende wurde. Ein Geheimnis, das in den Nebeln von Connemara verborgen ist. Eine düstere Vergangenheit, die ihre Schatten bis in die Gegenwart wirft, und eine junge Deutsche, die an der malerischen Westküste Irlands erkennt, was das wahre Glück sein könnte ... Clara steigt ins Auto und fährt einfach los, ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen zu haben. Selbst als sie auf der Fähre nach Irland ist, weiß sie noch immer nicht, wohin die Reise sie führen wird. Da trifft es sich, dass sie auf der Überfahrt den sympathischen Iren Sean kennenlernt, der verspricht, ihr alles über seine Heimat zu verraten, wenn sie ihn in seinen Heimatort in Connemara begleitet. Clara willigt ein und erlebt auf der Fahrt quer durch ein magisches Irland wunderschöne Tage. Als die beiden schließlich in Carna ankommen, beschließt Clara, noch ein paar Tage in dem verschlafenen Nest zu bleiben. Doch als sie eines Abends ein blinkendes Licht auf der nicht weit entfernt liegenden Insel Feenish sieht, ahnt sie nicht, dass sich ihr Schicksal schon bald entscheidend wenden wird. Denn die Insel ist seit Jahrzehnten unbewohnt, die von Wind und Wetter zerstörten Häuser nur noch Ruinen – und das Licht dürfte dort nicht sein …

Zum Buch:
Clara, die, nur mit ihrem Auto bestückt, aus Deutschland geflohen ist, begegnet auf der Fähre nach Irland Sean, einem Iren, der auf dem Weg nach Hause ist.
Da sie kein bestimmtes Ziel hat, sondern selbst neugierig ist, wohin es sie verschlägt, geht auf den Vorschlag ein, mit Sean zu dessen Heimatort Carna in Connemara zu fahren. Unterkunft bekommt sie von seiner Mutter, die dort ein kleines Hotel betreibt.
Abends von ihrem Fenster aus sieht sie ein Licht auf der nahegelegenen Insel Feenish. Aber wie kann das sein? Wurde nicht gesagt, die Insel wäre unbewohnt? Welches Geheimnis verbirgt sich dahinter?
Und was hat Clara bis nach Irland geführt? ...

Dieser Roman der Autorin Emma Temple liest sich wie eine Liebeserklärung an Irland. Speziell an die Westküste Irlands hat es ihre Protagonistin Clara verschlagen. Auch für mich die anziehendste und schönste Gegend des Landes.

Bevor Clara und Sean in Carna, seinem Heimatort landen, zeigt er ihr die schönsten Seiten der Westküste. Durch wortgewandte Beschreibungen der Örtlichkeiten, die die beiden besucht haben, fühlte ich mich zurückgesetzt und selbst wieder vor Ort. Da ich selbst das meiste besucht habe, kann ich gut einschätzen, wie genau sie diese wiedergegeben hat, egal, ob es sich dabei um die Cliffs of Moher, den Poulnabrone Dolmen, den Burren oder die Araninseln handelte. So exakt und genau kann man das alles nur zu Papier bringen, wenn man das Land liebt.

Auch Clara ist fasziniert von dem, was Sean ihr von seinem Land zeigt.
Aber ihn zieht es immer wieder weg, er arbeitet in ganz Europa und kommt nur noch zu Besuch zu seiner Mutter, bis es ihm wieder zu eng wird.

Clara, die sich besinnen will, wie es mit ihr weitergehen soll, erkundet die Gegend und kommt so auch auf die Insel Feenish, von der sie ein Licht hat blinken sehen. Aber als sie auf der Insel ist, befinden sich dort nur noch Ruinen, alles verlassen, kein Haus, das noch ein Dach hat.
Da begegnet ihr ein Fremder, der ihr zeigt und erzählt, wer wo dort gelebt hat.
Als Clara später von dem Fremden erzählt, will ihn keiner kennen. Nur Seans Mutter hat einen Verdacht, den sie aber erst selbst nicht wahrhaben will.
Wie es scheint, sieht Clara Dinge, die es nicht gibt. Sie erlebt Ereignisse, die ihr wirklich vorkommen und die sie schon fast bis an eine Einweisung in die Psychiatrie gebracht haben.

Als sie Sean davon erzählt, glaubt er ihr, denn nicht umsonst nennt man Irland auch das Land der Gnome und Kobolde. Ein Land, das an Märchen und Sagen glaubt, an Wechselbälger und Feen. 

Doch dann wird Clara unverhofft mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, nun ist guter Rat teuer.

Ein bezaubernder Roman mit sympathischen Protagonisten, der den Leser mitreißt und ihn bekannt macht mit Irland und seinen Eigenheiten. 
Clara muss sich nicht nur mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen, sie ist es auch, die ein altes Geheimnis aufdeckt, das seit 100 Jahren ungelöst ist.
Mit ihren bildhaften Beschreibungen hat die Autorin Emma Temple mich völlig überzeugt, wie auch von ihrem flüssigen Schreibstil. Ich mochte das Buch gar nicht aus der Hand legen, so hat mich die Geschichte gefesselt.
Ich liebe Geschichten, in denen es um alte Geheimnisse aus längst vergangener Zeit geht und die sich nur langsam lösen lassen.
Genau das habe ich in diesem Buch gefunden und noch viel mehr. Erinnerungen an Reisen, die ich nach Irland gemacht habe und wieder einmal die Sehnsucht gespürt, doch mal wieder hinzureisen.

Ein Buch, das ich nur zu gern weiterempfehle. 


Bewertung:





Zum Autor:
(übernommen vom Piper-Verlag)
Emma Temple ist das Pseudonym der deutschen Autorin Katrin Tempel. Sie wurde 1967 in Düsseldorf geboren und wuchs in München auf. Während ihres Studiums der Geschichte und der Politik entdeckte sie ihre Liebe zu Neuseeland und verbrachte ein Jahr auf einer Farm in der Nähe von Christchurch – ein Ort, zu dem sie immer wieder zurückkehrt. Nach dem Studium war sie zunächst Journalistin, seit ein paar Jahren arbeitet sie an ihren Romanen und Drehbüchern. Sie lebt heute mit ihrer Familie an der Weinstraße.

Auf diesem Wege möchte ich mich recht herzlich beim Verlag


bedanken, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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