Samstag, 25. Juli 2015

[Rezension] Katja Montejano - Das große Schweigen



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 256
ISBN: 978-3-954-51657-5
Erscheinungstermin:
16. Juli 2015  
Format: Taschenbuch
Verlag: emons


Klappentext gem. emons:
»Atme, so lang du noch kannst!« – diese bizarre Nachricht erreicht die ehemalige Kripobeamtin Primerose Bouillé kurz nach dem Mordanschlag auf ihren Vater, einen Berner Staranwalt. Es ist für sie der Anfang eines Alptraums. Ein gnadenloser Killer beginnt ein grausames Spiel und tötet Schlag auf Schlag ihre Freunde. Als Primerose erkennt, dass auch ihr Leben bedroht ist, trifft sie eine einsame Entscheidung...

Rezension:
Es scheint ein ganz normaler Arbeitstag in der Anwaltskanzlei Bouillé & Partner AG zu sein. Wie immer herrscht geschäftiges Treiben und wichtige Termine stehen an und bekanntlich haben Anwälte ja nie Zeit. Dennoch möchte Ruth Schneider gerne den Chef Ferdinand Bouillé sprechen, hat sie doch früher für dessen Vater Jacques gearbeitet. Eigentlich hat Ferdinand dafür so gar keine Zeit, aber dennoch nimmt er sich diese, um die Frau anzuhören. Tatsächlich will Ruth Schneider nur eines von Ferdinand - die Adresse von seinem Vater. Als Ferdinand nicht gewillt ist, ihrem Anliegen zu entsprechen, greift die alte Frau ihn an und verwundet ihn schwer. Anschließend stürzt sie sich aus dem Fenster.

Primrose ist Ferdinands Tochter und eher das, was man als unkonventionell bezeichnen kann. Die 37-jährige war Polizistin gewesen, hat diesen Job aber an den Nagel gehängt und arbeitet in der Kanzlei ihres Vaters als Detektivin, wobei dies eher nicht ihre wirkliche Tätigkeit beschreibt, denn im Großen und Ganzen schafft sie Informationen ran und das nicht immer legal. Noch dazu trägt sie als Frau eine Glatze, wodurch sie immer auffällt. Aber so auffällig ihr Äußeres ist, so hat sie doch ganz konventionelle Wünsche - den Mann fürs Leben finden und eine Familie gründen, wobei sie weiß, dass sie dafür nicht mehr viel Zeit hat. Noch dazu hat Primrose so ihre privaten Sorgen. Vor zehn Jahren beging ihre Mutter Selbstmord und erst am Abend zuvor hat ihr Vater ihr eröffnet, dass er eine ihr Unbekannte heiraten will. Bisher hatte es Primrose immer geschafft, die jeweiligen Freundinnen ihres Vaters zu vergraulen, aber hier wird sie vor vollendete Tatsachen gestellt. Vater und Tochter hatten daraufhin einen großen Streit und seitdem hat sie nichts mehr von ihm gehört, was recht ungewöhnlich ist, da ihr Vater in solchen Situationen gewöhnlich um des lieben Friedens willen einlenkt.

An diesem Morgen steht jedoch ihr Ex-Freund Oliver Riss vor der Tür. Die Trennung war für Primrose sehr schwer gewesen, denn Oliver hatte sie betrogen und ist jetzt mit dieser Affäre verheiratet und sie erwartet auch noch Zwillinge. Doch Oliver ist nicht als Ex-Freund zu ihr gekommen, sondern in seiner Funktion als Kriminalbeamter, um sie vom Mordanschlag auf ihren Vater zu informieren. Primrose ist am Boden zerstört, kann sie sich doch nicht erklären, wer einen Grund gehabt hätte, ihren Vater zu ermorden. Im Spital trifft sie auf Luc Merz, ihren eigenen Nachfolger bei der Polizei, der mit den Ermittlungen betraut wurde. Dieser kann ihr sagen, dass es sich bei der Täterin tatsächlich um die 66-jährige Ruth Arzner handelte, doch auch er kann sich keinen Reim auf das Motiv machen. Primrose beschließt, mit ihren eigenen Leuten zu ermitteln und tatsächlich scheint mehr hinter dem Anschlag zu stecken, als es auf den ersten Blick erscheint, denn fast unmittelbar nach dem Anschlag erhält sie Droh-SMS von einer unbekannten Nummer. Mit Luc macht sie einen Deal - beide ermitteln mit ihren eigenen Leuten und berichten von den jeweiligen Ergebnissen. Doch dann wird ein weiterer Mensch in Prims Umfeld ermordet - und dies ist erst der Anfang eines blutigen Feldzuges ...


ATME, SOLANGE DU NOCH KANNST! (S. 41) Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Erst nach und nach stellt sich heraus, warum es zu diesen Morden kam und dass das Motiv dafür lange in der Vergangenheit zu suchen ist. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Besonders ins Herz geschlossen habe ich die Figur der Primrose und des Luc, denn beide haben mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen und dennoch setzen sie alles daran, hinter das Geheimnis zu kommen, denn beide wissen, solange das nicht geklärt ist, kann jeder von ihnen der nächste sein. Den Schreibstil kann ich nur als fesselnd beschreiben, ich konnte und wollte das Buch einfach nicht aus der Hand legen, ich war förmlich wie im Rausch und musste wissen, wie es sich auflöst und ganz ehrlich, ich wäre auf diese faszinierende Täter-/Opferkonstellation nicht gekommen. Jetzt hoffe ich natürlich, dass es bald weitere Bücher der Autorin geben wird.

Bewertung

Von Katja Montejano bereits gelesen und rezensiert:



Die Autorin:
Katja Montejano wurde 1967 in Aarau (Schweiz) geboren und lebt mit ihrem Ehemann und Hund in Zofingen. Nach Abschluss einer Banklehre war sie in diversen Kreditinstituten und Unternehmen tätig. Seit 2001 arbeitet sie als Übersetzerin in der Informatikabteilung einer größeren Bankengruppe.

Ihre Leidenschaft zur Spannungsliteratur hat sie dazu bewogen, selber Geschichten und Thriller zu schreiben. (übernommen von Pax et  Bonum)


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich gerne bei

Katja Montejano 

bedanken, die mir das Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

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