Freitag, 7. August 2015

[Rezension] Hermien Stellmacher - Cottage mit Kater




Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 253 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: Originalausgabe (6. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3458360883
ISBN-13: 978-3458360889
Größe und/oder Gewicht: 11,9 x 2 x 19 cm

Inhalt gem. Insel-Verlag:
Ein beschwingter Cornwall-Roman über einen Neuanfang und eine anhängliche Katze
Schwere Zeiten für die Krimiautorin Nora: die Mutter gestorben, der Lebensgefährte auf und davon. Da kommt ihr die Einladung in ein Cottage an der Küste Cornwalls gerade recht. Endlich alles hinter sich lassen, Spaziergänge durch leuchtend bunte Blumenwiesen, Sonnenuntergänge am Strand und in Ruhe schreiben – wunderbare Aussichten! Doch wieder einmal macht das Leben ihr einen Strich durch die Rechnung. Ein kleiner Kater, den sie von einer Klippe rettet, weicht ihr fortan nicht mehr von der Seite. Immer wieder schmuggelt er sich heimlich ins Haus und wirbelt ihren Alltag durcheinander. Mit dem neuen Manuskript geht es auch nicht wie erhofft voran. Es ist zum Verzweifeln!
Aber da ist noch Phil, der nette, gut aussehende Nachbar, der immer wieder seine Hilfe anbietet.

Zum Buch:
Die Krimiautorin Nora ist ausgepowert. Ihre Mutter starb gerade erst, ihr Freund, von dem sie sich in schweren Stunden Beistand erhoffte, hat das Weite gesucht und ihren Abgabetermin für den neuen Krimi musste sie bereits 2x verschieben, so dass das Verständnis des Verlages ebenfalls ausgereizt war.
Da kommt ihr doch das Angebot ihres schwulen Freundes Paul gerade recht, der für ein halbes Jahr nach Kanada geht und ihr in Cornwall sein Cottage solange überlassen will.
Kurzerhand bricht sie alle Brücken in Berlin ab und macht sich auf den Weg nach Cornwall, ins kleine Städtchen Cadgwith.
Ihr nächster Nachbar ist Phil, Kameramann, viel unterwegs und ebenfalls schwul. Und doch hat er etwas an sich, das sie schwach werden lassen könnte. Naja, träumen wird man ja wohl dürfen.
Während eines Spazierganges rettet sie einem kleinen Kater das Leben, der ihr fortan mehr oder weniger auf Schritt und Tritt folgt. Die Sache hat nur einen Haken. Nachdem sie von der Katze ihrer Mutter nur negative Erinnerungen hat, mag sie keine Katzen, auch wenn sie noch so niedlich aussehen. Irgendjemanden muss dieser kleine Kater, den sie zwischenzeitlich Smuggler getauft hat, doch gehören. Sie tut alles, um die wahren Besitzer zu finden...

Eines hat sie in Cornwall auf jeden Fall, die Ruhe, um ihren Krimi zu Ende schreiben zu können. Aber irgendwie will es nicht so richtig flutschen. 
Sie wird abgelenkt, in erster Linie natürlich von ihrem neuen unfreiwilligen Mitbewohner, Smuggler, von den Gedanken an ihren Nachbarn, der am anderen Ufer grast und demzufolge nichts für sie ist und von der Vergangenheit.

Sie hat eine schwere Vergangenheit hinter sich gelassen, die Krankheit und der Tod ihrer Mutter und ihre Schuldgefühle lassen sie nicht los. Sie ist noch dabei, das aufzuarbeiten und muss sich selbst einreden, dass es vorbei ist. Aber die emotionale Aufarbeitung braucht Zeit und die will sie sich dort geben.

Mit ihrem Krimi ist sie auch nicht so recht glücklich, hat sie sich doch zu sehr auf die Forderungen des Verlages eingelassen.
In Phil, ihrem Nachbarn hat sie einen Freund gefunden. Er ist hilfsbereit, hat immer ein offenes Ohr und hilft ihr auch bei ihrem Buch, wenn es nicht mehr weiter geht. Schade nur, dass er schwul ist, Nora könnte sich mehr mit ihm vorstellen.

Ja, und dann ist da noch ein kleiner Kater, der sich nicht mehr vertreiben lässt. Nora macht gute Miene zum bösen Spiel, in der Hoffnung, dass sich auf ihre Suchanzeige bald der eigentliche Besitzer melden würde. Aber niemand meldet sich und sie hat den kleinen Racker am Hals. Natürlich schleicht er sich langsam in ihr Herz rein, wie sollte es auch anders sein. Er ist liebenswürdig, sorgt für sie, indem er lebende Mäuse ins Haus bringt und diese sich selbst überlässt (Soll Nora doch damit machen, was sie will), fordert sein Fresschen, natürlich ist das vom Tisch leckerer als das aus der Dose und beansprucht ganz selbstverständlich den Platz in der Kiste, in dem sie ihre lose Blattsammlung des Manuskripts hat. Also ein ganz normales kleines Katertier, das genau das macht, was so ein kleines Katerchen eben macht ... Dummheiten.
Viele der Szenen erinnerten mich an meine Kater, die den Schalk ebenfalls im Nacken haben. Da die Autorin auch zwei Kater hatte, wusste sie natürlich, wovon sie schreibt, sie musste die eigenen Tiere nur beobachten und wiedergeben. Das hat sie mit Bravour geschafft, denn ich habe mich köstlich amüsiert und wissend mit dem Kopf genickt.

Auch versteht sie es, die cornische Landschaft dem Leser so nahezubringen, dass man das Gefühl hat, man sieht es mit eigenen Augen, selbst wenn man noch nie vor Ort war.

Es ist ein heiterer Roman, in dem auch die ernsten Töne nicht fehlen. Verlust- und Existenzängste gehören genauso zum Buch, wie Tierliebe, Freundschaft und Liebe. Ein breites Spektrum liegt dem Leser vor, ohne eines jedoch überzustrapazieren.

Die Protagonisten sind liebenswürdig und sympathisch und man schließt sie sehr schnell ins Herz. Allen voran natürlich Smuggler, den nicht nur Katzenliebhaber mögen werden.

Ich habe mich mit dem Buch bestens unterhalten, habe gegrinst, mit Nora gelebt, geliebt, gearbeitet und gelitten und habe sie und Smuggler sehr gern auf ihrem Weg begleitet.
Für mich ist es ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle und ich hätte gern mehr davon.                                                                      

Bewertung: 


Zur Autorin:
(Text vom Insel-Verlag)
Hermien Stellmacher, geboren 1959, wuchs in Amsterdam auf. Im Alter von 15 Jahren zog sie nach Deutschland. Sie illustrierte zahlreiche Kinder- und Jugendbücher. Seit einigen Jahren schreibt sie hauptsächlich für Erwachsene, zum Teil unter dem Pseudonym Fanny Wagner. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Katern in einem kleinen Dorf in der Fränkischen Schweiz.







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An dieser Stelle möchte ich mich recht bei der Autorin

Hermien Stellmacher 

bedanken, die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

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