Dienstag, 15. September 2015

[Hörbuch-Rezension] Sally Koslow - Ich, Molly Marx, kürzlich verstorben


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl der Printausgabe: 368
ISBN: 978-3867174107
Erscheinungstermin: 19. Juni 2009
Format:
CD
Länge: 270 min
Verlag: Der Hörverlag


Klappentext: gem. Amazon
""Molly schwebt als Geist über ihrem eigenen Begräbnis und ist gar nicht zufrieden. Das hatte sie sich anders vorgestellt! Ein bisschen erbaulicher hätte es schon sein dürfen – und was machen eigentlich die vielen Leute hier, mit denen sie zu Lebzeiten kein einziges Wort gewechselt hat? Eins steht für Molly jedenfalls fest: Sie will noch nicht endgültig ins Jenseits verschwinden. Hinzu kommt, dass sie sich an die genauen Umstände ihres Todes nicht erinnert. Sie hatte einen Unfall, aber wie kam es dazu? Offenbar ging nicht alles mit rechten Dingen zu, denn ein Detektiv ermittelt … Anja Klings Stimme klingt anrührend, witzig und frisch: Wer hätte gedacht, dass es so viel Spaß machen kann, mit einer Toten herumzuziehen?""


Rezension:
Die 35-jährige Molly Marx ist tot. Im Leben hatte sie alles, so schien es. Sie war Mutter einer entzückenden Tochter, verheiratet mit Barry, einem Schönheitschirurgen, hatte eine tolle Wohnung am Central Park in New York und einen Liebhaber und dennoch wurde ihre Leiche in einem Park gefunden. Mord, Selbstmord, Unfall?

Obwohl Molly tot ist, ist sie dennoch nicht fort. Sie wohnt derzeit ihrer eigenen Beerdigung bei und ganz ehrlich, irgendwie hatte sie sich diese völlig anders vorgestellt, aber gut, eigentlich ging sie das ja nichts mehr an. Ihr himmlischer Berater Bob steht ihr in dieser schwierigen Zeit bei, denn sie kann nach wie vor am Leben ihrer Liebsten teilnehmen, kann von einem Ort zum anderen gehen und auch die Gedanken ihrer Mitmenschen hören - das einzige, was sie nicht kann, ist das Leben der Menschen zu beeinflussen.

Doch wie kam es dazu, dass sie mit gerade einmal 35 Jahren sterben musste. Immerhin hatte sie eine kleine 4-jährige Tochter, die sie doch aufwachsen sehen wollte. Sicherlich kann sie sie immer noch aufwachsen sehen, allerdings entspricht das nicht ihren Vorstellungen davon. War es womöglich ihre eigene Schuld, dass sie so früh starb? Sicherlich, sie war jetzt nicht unbedingt die mustergültige Ehefrau, doch sie war eine liebevolle Mutter - hat das Schicksal denn kein Erbarmen? Doch was soll´s, wenn sie schon nicht mehr unter den Lebenden weilt, so kann sie wenigstens ihre Geschichte erzählen ...


Der Tod ist erst der Anfang! Der Plot wurde humorvoll und erarbeitet. Ich habe bei dem Buch mit allem gerechnet, allerdings nicht damit, dass mir die Tote aus ihrem Leben berichtet, ihre Fehltritte offen zugibt und es auch im Tod nicht lassen kann zu lästern was das Zeug hält. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei hier natürlich Protagonistin Molly klar im Vordergrund steht. Sie weiß, dass sie kein mustergültiges Leben geführt hat und dennoch berichtet sie mit viel Humor und teils sarkastisch aus diesem, denn mal ehrlich, sie ist tot, wen juckt es da noch, was sie getan, gesagt oder gemacht hat? Die Sprecherin, Anja Kling, schaffte es mit einer gelungenen Mischung aus Humor und Sarkasmus, jedoch auch mit einer Spur Melancholie, mich an dieses Hörbuch zu fesseln, sodass ich gebannt Mollys Erzählungen aus ihrem Leben gelauscht hat, die mich schlussendlich zu der alles entscheidenden Frage brachte: Warum musste Molly Marx sterben?


Bewertung

Die Autorin:
Sally Koslow wurde in North Dakota geboren, studierte Englisch an der University of Wisconsin und hat für verschiedene Zeitschriften und Magazine gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Manhattan. (von dtv übernommen)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.


Die Sprecherin:
Anja Kling, geboren 1970 in Potsdam, moderierte bereits nach ihrem Abitur das Mädchenmagazin "Paula" im DDR-Jugendfernsehen und nahm zeitgleich Schauspielunterricht. In den 1990er Jahren war sie in etlichen TV-Serien zu sehen und erhielt 1995 die Goldene Kamera als beste Nachwuchsschauspielerin. Es folgten Auszeichnungen wie die 'Goldene Nymphe' 1998 und der internationalen Kritikerpreis für 'La Piovra 8', sowie der Bambi und der deutschen Comedypreis für '(T)Raumschiff Surprise' (2004). Auf der Leinwand war Anja Kling unter anderem in Ben Verbongs 'Es ist ein Elch entsprungen' (2005), 'September' (2003) von Max Färberböck, 'Wo ist Fred' (2006) und den 'Hanni & Nanni' (2010 und 2012) Filmen zu sehen.  (von Randomhouse übernommen)

  
Wie ich zu dem Buch kam: 
Auch bei diesem Hörbuch handelt es sich um eine Leihgabe der örtlichen Bibliothek.

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