Freitag, 11. September 2015

[Lesung] Prof. Dr. Michael Tsokos las und führte uns durch die Rechtsmedizin

In der letzten Woche bekamen wir eine Einladung der besonderen Art.
Patricia Kessler vom Droemer Knaur Verlag fragte an, ob wir nicht bei einer Vor-Vorstellung des Buches "Zerschunden" von Prof. Dr. med. Michael Tsokos dabei sein wollen.


 
ET: 01.10.2015                      Prof. Dr. Michael Tsokos

Tatort der Lesung war die Rechtsmedizin der Charité mit Führung durch die selbige.
Wie ihr euch vorstellen könnt, gab es keine lange Überlegung und wir sagten zu.




Dort angekommen, begrüßten uns die Bücher und kleine Häppchen sowie Getränke, die zumal auch noch lecker waren.



Die Bücher standen bei uns beiden schon seit Bekanntwerden der Neuerscheinung auf unseren Wunschlisten, so dass wir unser Glück gar nicht fassen konnten, dass wir es nun schon in den Händen halten können (Kerry ging, nachdem sie ihr Exemplar hatte, umgehend in ein intensives "Bücherkuscheln" über und konnte den Rest den Abends ihre Finger nicht mehr von dem Buch lassen).
Selbstverständlich ließen wir uns unsere neuen Schätze auch gleich noch vom Autoren persönlich signieren.

Michael Tsokos beim Veredeln der Bücher

Im Anschluss und als alle teilnehmenden Personen (es waren geladen ein paar Blogger und Presseleute) anwesend waren, wurden wir von Prof. Tsokos und anschließend auch von Patricia Kessler begrüßt.

Prof. Dr. Michael Tsokos

Patricia Kessler vom Verlag Droemer Knaur

Wir wurden als erstes gebeten, doch Bescheid zu geben, wenn jemandem schlecht werden sollte, bei dem, was wir hören und sehen sollten. Soweit wir es mitbekommen haben, ging es allen gut.

Der Rundgang begann mit in einer Vitrine verewigten Mordinstrumenten, in Alkohol getränkten Organen und anderem. 


Prof. Tsokos zeigte uns Mordinstrumente, die man mal eben so nimmt, wenn man eigentlich keine Waffe zur Hand hat. Im Notfall macht es eben auch mal ein Aschenbecher.

Das war schon eine imposante Zurschaustellung.

Von dort ging es direkt in den Seziersaal. 

Der Gedanke, dass dort vielleicht Gerüche vorzufinden seien, die einem nicht egal sind, verflüchtigte sich sofort nach Eintritt in den Saal. Nichts außer reine frische Luft gab es dort, die durch eine Klimaanlage, zumindest ist es unsere Vermutung, dort eingespeist wurde. Ausgesprochen angenehm. Nun, kein Ort, an dem man länger als nötig verweilen möchte, aber auch kein Ort, vor dem man sich ekeln würde.




Gleich nebenan steht der Computertomograph, den wir uns selbstverständlich auch ansehen durften. Ein ausgesprochen beeindruckendes Gerät - bestückt mit einem Toten. 
Dieser war echt, echter ging nicht, aber außer einem Fuß war von ihm nichts zu sehen, denn er war in Folie eingepackt.
In Deutschland gibt es 35 Niederlassungen der Rechtsmedizin und nur 4 davon sind im Besitz von Computertomographen, wozu Berlin auch gehört.

hinter dem Bogen liegt eine Leiche

Nachdem wir den Raum verlassen hatten, wurde an dem Toten eine Computertomographie vorgenommen. Die Ergebnisse konnten wir zum Teil am Computer im Nebenraum verfolgen.
Eine Kollegin von Prof. Tsokos, Frau Dr. Luisa Backhaus, betätigte den Computer und erklärte uns, was wir sahen und beantwortete ebenso geduldig all die Fragen, die aufkamen.


Auswertungen der Computertomographie, die wirklich beeindrucken





Während einer Computertomographie werden ca. 8000 Fotos gemacht, in recht kurzer Zeit, wie wir feststellen durften. Die Umsetzung der gemachten Fotos in Bilder auf dem Bildschirm, mal nur das Skellet, mal mit Haut oder Knorpel ist beeindruckend. Die Veränderungen der Perspektiven auf Knopfdruck ist unglaublich und für einen Laien wirklich unvorstellebar.
Um die Bilder zeigen zu können, wurde von uns die Identität des Toten auf den Bildern gelöscht.
Es handelte sich um einen noch recht jungen Mann, der Selbstmord durch Erhängen beging.

Gegenüber des Seziersaales die Tiefkühltruhen oder auch Gefrierfächer für die Toten.

Im Anschluss bekamen wir Einblicke ins Labor mit seinen modernen Geräten und Maschinen.



Hier werden die Gewebeproben untersucht, Blut, Haare und anderes, um der genauen Todesursache auf die Spur zu kommen.
Aber auch Untersuchungen werden hier durchgeführt, die Klarheit darüber schaffen können, ob ein Mensch unter Drogen steht, Alkoholiker ist, Medikamente nimmt oder nicht. 
Gemäß Prof. Tsokos hätte der Flugzeugabsturz der Germanwings-Maschine, der durch den Co-Piloten wegen Selbstmordabsichten ausgelöst wurde, eventuell verhindert werden können, wenn die Piloten sich regelmäßig einer Haaranalyse unterziehen müssten.
Seines Wissens gibt es aber in Berlin keine Firma, die solche Analysen in Auftrag gibt.

Im Anschluss konnten wir Einblick nehmen auf das Behandlungszimmer der Gewaltschutzambulanz. Schon im Flur wurde ersichtlich, dass dort auch Kinder anzutreffen sind, welche etwa 30 % der Patienten ausmachen.

Bereich der Gewaltambulanz

Erschreckend, dass es solche Bereiche geben muss, aber manchmal oftmals auch die letzte Hilfe für die Betroffenen. Besonders beeindruckt waren wir, wie hell und freundlich der Untersuchungsraum ausgestattet war, was sicherlich vor allem den Kinder, welche mit Verdacht auf häusliche Gewalt, ein sicheres Gefühl gibt, als ein karger weißer Raum.

Nach der Führung durch den Bereich der Rechtsmedizin durften wir nun auch noch Prof. Michael Tsokos zuhören, denn er las kurze Passagen aus seinem neuen Buch "Zerschunden".


Seine Protagonisten

Eine der Toten aus seinem Buch

Das Buch basiert auf einen wirklichen Kriminalfall, wie überhaupt 80% des Buches aus Ereignissen der Realität zusammengesetzt sind.

 

Abschließend wurden noch reichlich Fragen an den Autoren gestellt. Fragen, wie es dazu kam, dass er auch noch Bücher schreibt, ob er schon neue Ideen für ein Buch hat oder was bei einer Schusswunde in den Kopf gesünder sei, ob die Kugel drin bleibt oder den Kopf wieder verlässt, beantwortete er geduldig. Es wurden unglaublich viele Fragen gestellt, eine interessanter als die andere.

Eines ist ihm auf jeden Fall gelungen, uns als Leser zu gewinnen und uns auf das Buch neugierig zumachen.

Wir bedanken uns an der Stelle ganz herzlich bei Frau Patricia Kessler vom Verlag Droemer Knaur für die Einladung und bei Prof. Dr. Michael Tsokos, der die Veranstaltung in den Hallen der Rechtsmedizin erst möglich gemacht hat.

Kleeblatt und Kerry

1 Kommentar:

Sabine Büchersüchtig hat gesagt…

Danke, dass ihr eure Leser zu dieser außergewöhnlichen Lesung mitgenommen habt. :)
Das war sicherlich ein unvergesslicher Abend.

Liebe Grüße von
Sabine