Donnerstag, 24. September 2015

[Rezension] Antonia Michaelis - Das Institut der letzten Wünsche



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 496
ISBN: 978-3426653654
Erscheinungstermin: 1. April 2015
Preis: 19,99 EUR 
Format: Hardcover
Verlag: Knaur


Klappentext gem. Knaur:
Die verträumte Mathilda arbeitet für eine Organisation, die sterbenden Menschen ihre letzten Wünsche erfüllt. Ein letztes Mal Schneeflocken spüren mitten im Hochsommer, Maria Callas live erleben oder in einem stillgelegten Vergnügungspark Riesenrad fahren – alles kein Problem, kleine Tricks inbegriffen. Das ändert sich, als Mathilda Birger begegnet. Er wünscht sich, vor seinem Tod noch einmal seine frühere Freundin Doreen und ihr gemeinsames Kind wiederzusehen. Mathilda soll sie für ihn suchen – nur will sie Doreen eigentlich gar nicht finden, denn sie hat sich auf den ersten Blick in Birger verliebt.


Rezension:
Die 25-jährige Mathilda Nielsen hat einen eher ungewöhnlichen Job. Vor einem Jahr schmiss sie ihr Medizinstudium und hat im "Institut der letzten Wünsche" angefangen. Seitdem ist es ihr Job, aber auch ihre Berufung, Menschen, die auf absehbare Zeit sterben, ihren letzten Herzenswunsch zu erfüllen. So kommt es auch schon einmal vor, dass die junge Frau mit einem Pony in der U-Bahn unterwegs ist. Mathilda ist Single und geht voll in ihrem Job auf, der ihr zum Glück ermöglicht, ihren treuen Begleiter Eddie, fast immer an ihrer Seite zu haben. Das Institut wird geleitet von Ingeborg Wehser, einer ehemaligen Oberärztin auf der Onkologie, die nicht mehr mitansehen konnte, wie wenig Rücksicht auf die letzten Wünsche von Sterbenden genommen wird.

Gewöhnlich kommen nicht die Sterbenden selbst zum Institut, sondern deren Angehörige, die gerne den letzten Wunsch (sei es eine Heißluftballonfahrt, ein letztes Weihnachtsfest, Schnee im Sommer, etc.) ihrer Angehörigen erfüllt haben möchten. Dann kommt eines Tages Birger Raavenstein ins Institut. Er wird sterben, ihm bleibt nicht viel Zeit und er hat nur den einen Wunsch: Seine ehemalige Freundin Doreen Taubenfänger wiederfinden und wissen, was aus ihr und dem gemeinsamen Kind geworden ist. Das Kind müsste jetzt 15 Jahre alt sein, doch Doreen hatte Birger von einem Tag auf den anderen verlassen, sodass er noch nie sein Kind gesehen hat. Birger ist Anwalt und stellt Mathilda für ihre Suche ein unbegrenztes Budget zur Verfügung, wenn sie bloß Doreen und ihr Kind findet.

Mathilda macht sich mit Feuereifer auf die Suche, lässt Plakate über die ganze Stadt verteilen und sogar die Meldung im Radio senden, doch Doreen meldet sich nicht. Ein von Mathilda beauftragter Detektiv findet lediglich heraus, dass es eine Person namens Doreen Traubenfänger nicht gibt und nie gegeben hat. Wie soll Mathilda nur diese Frau finden, wenn noch nicht einmal der Name stimmt und will sie Doreen überhaupt finden? Denn eigentlich, sie muss es sich selbst gestehen, mag sie die Zeit, die sie mit Birger verbringt und sie verliebt sich, wider besseres Wissen, in den todkranken Mann, der eigentlich so gar nicht in ihre Welt zu passen scheint ...


Was wäre dein letzter Wunsch? Der Plot wurde authentisch und abwechslungreich erarbeitet. Besonders gut haben mir die Beschreibungen der Orte, an denen das Buch spielt, gefallen, denn viele von denen (in Berlin) kenne ich persönlich, so zum Beispiel das Café Tasso, aber auch den Plänterwald und die Gegend der Räumlichkeiten, wo sich das Institut selber befindet. Die Figuren wurden  facettenreich und realistisch erarbeitet, wobei mein Herz hier sehr für die resolute Ingeborg schlug, die bereit ist, auch mal das Gesetz zu umgehen, um einen Klienten einen letzten Wunsch zu erfüllen. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch wirklich schöne Lesestunden bereitet hat.

Bewertung

Von Antonia Michaelis bereits gelesen und rezensiert: (Es ist erst alles sichtbar, wenn der Adblocker für diese Seite ausgestellt wird)
 
Die Autorin:
Antonia Michaelis, 1979 geboren, begann bereits als Kind zu schreiben. Sie ist eine renommierte Autorin von zahlreichen Büchern und Theaterstücken für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ihr Roman „Der Märchenerzähler“ wurde für den Deutschen Jugendbuchpreis und den Buxtehuder Bullen 2012 nominiert. Antonia Michaelis lebt mit ihrer Familie in einem Dorf nahe der Insel Usedom. (übernommen von Droemer-Knaur)

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich gerne beim Verlag




bedanken, der mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Keine Kommentare: