Donnerstag, 17. September 2015

[Rezension] Peter Merten - Cornell, der Barde



Vorab ein paar Eckdaten:  
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2480 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 260 Seiten

Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: 
B0156PA7KG


Klappentext gem. Amazon:
Cornell, dessen Vergangenheit durch einen Unfall in einem grauen Nebel liegt, wird von einer Fremden beschuldigt, den Tod ihres Vaters herbeigeführt zu haben. In Wirklichkeit wäre er ein Leibwächter und kein Barde, selbst sein Name wäre die Lüge eines alten Mannes.
Die Wahrheit ist schwer zu entdecken, vor allem wenn man sich nicht erinnern kann, was einmal war, und alles, was man bislang als eigene Lebensgeschichte betrachtet hat, sich als Lügen herausstellen.
Nach und nach findet Cornell heraus, wer er wirklich ist, doch der Mensch, der ihm dann im Spiegel begegnet, ist niemand, dem man gern die Hand schüttelt.
Hin und her gerissen zwischen dem Wunsch, ein einmal gegebenes Versprechen einzulösen und der immer stärker werdenden Versuchung, das Leben als fahrender Sänger fortzusetzen, muss er sich irgendwann entscheiden, wer weiterleben wird: der Krieger oder der Lautenspieler.


Rezension:
Die ersten Jahre seines Lebens wuchs Torvil Aratei wohlbehütet bei seiner Tante Thalita auf. Seine Mutter starb kurz nach seiner Geburt und einen Vater hat er auch nicht, aber er war glücklich und zufrieden mit seinem Leben. Doch seine Tante hat große Sorgen. Vor einigen Tagen war ein Mann namens Slavik an ihrem Haus und fragte nach dem Weg ins nächste Dorf. Seit diesem Zusammentreffen merkt Thalita, dass sie krank ist, ja, es ihr immer schlechter geht und sie befürchtet, dass sie nicht mehr lange leben wird. Doch was wird aus dem kleinen Torvil?

Kurz darauf erscheint ein weiter Mann namens Herzmann bei Thalita und unterrichtet sie darüber, dass er Torvil mitnehmen und ihm im Namen des Fürsten von Lendorial ausbilden wird. Thalita ist entsetzt, kann aber in ihrem geschwächten Zustand nichts dagegen tun - zumindest bleibt ihr der Trost, dass Torvil bis zu ihrem Ende bei ihr sein wird, denn erst danach wird Herzmann aufbrechen. Tatsächlich stirbt Thalita kurz darauf und Herzmann bringt den kleinen Torvil zur Burg Weißfels. Hier wird er in der Kampfkunst und der Magie ausgebildet und schlussendlich fällt er selbst sein Urteil über eine endgültige Berufung: er wird ein Assassin werden. Mit Anfang 20 ist Torvils Ausbildung abgeschlossen und er hat sich bereits bewehrt. Sein neuer Auftrag wird es sein, einen Richter und vor allem dessen Tochter zu beschützen. Doch dann wird Burg Weißfels angegriffen ...

Vier Jahre später ist der Barde Cornell auf dem Weg von Heetland nach Burnyk. Die Seefahrt bekommt ihm nicht, was er immer noch nicht so recht glauben mag, denn immerhin ist er der Sohn eines Fischers, doch so genau weiß er das alles gar nicht mehr, denn dies weiß er nur auf Grund der Erzählungen seines Lehrers Dalio. Auf dem Schiff gibt es auch einen Matrosen namens Rauk, der Cornell immer wieder ärgert, ihm zur Not jedoch zu Hilfe eilt. Auch andere Passagiere sind auf dieser Reiserute auf dem Schiff unterwegs, so auch Cevena Karacan. Als sie den Barden erblickt, weiß sie sofort, um wen es sich handelt. Sie stellt ihn zur Rede, doch Cornell weiß nicht, wovon sie spricht. Behauptet diese junge, durchaus gutaussehende Frau doch tatsächlich, er wäre in Wirklichkeit ein gewisser Torvil Aratei und er würde am Tod ihres Vaters Schuld tragen. Nun soll besagter Torvil mit ihr in den Kampf gegen Malakit, den Fürsten von Lendorial und mutmaßlichen Mörder ihres Vaters, ziehen und diesen ein für alle mal verjagen. Cornell will von all dem nichts wissen - immerhin ist er nur ein Barde, dem es Freude macht, anderen Geschichten zu erzählen und ihnen Lieder vorzutragen - oder ist er doch nicht Cornell und weiß es nur nicht?


Noch einmal nach Artesian! Der Plot wurde erlebnis- und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gelungen fand ich die Idee, aus einem ausgebildeten Krieger einen friedfertigen Barden zu machen, ohne dass dieser in seinem neuen Leben überhaupt auf die Idee gekommen wäre, er wäre jemals etwas andere gewesen, wenn ihm nicht eine Person aus seiner Vergangenheit begegnet wäre. Die Figuren wurden authentisch und facettenreich erarbeitet. Der Protagonist Cornell schaffte es sofort, mich von sich zu überzeugen und auch seine gegensätzlichen Leben fand ich sehr gut in der Figur vereint, wobei man den wahren Cornell erst besser kennenlernt, je mehr er sich an einen Teil seiner wenig ruhmreichen Vergangenheit erinnert und dennoch, ich fand ihn wirklich großartig erarbeitet, mich hat er voll und ganz überzeugt. Aber auch die Figur der Cevena fand ich sehr gelungen in Szene gesetzt, denn diese junge Frau, die einst zu einer mächtigen Familie gehört, ist auch nach dem Sturz derselben nicht bereit aufzugeben und zumindest etwas Rache zu nehmen, denn die Toten könnte sie mit allen Racheplänen der Welt nicht wieder zum Leben erwecken. Den Schreibstil empfand ich als ausgesprochen mitreißend erarbeitet, sodass es gar nicht so einfach war, das Buch zwischenzeitlich aus der Hand zu legen.


Bewertung: 

Von Peter Merten bereits gelesen und rezensiert:



Der Autor über sich:
Meine Großmutter väterlicherseits war tatsächlich eine talentierte Märchenerzählerin und mein Großvater mütterlicherseits ein ständiger Quell Antworten auf alle Fragen, die Kinder stellen.
Ich will noch immer Geschichten erzählen, die den kalten Dingen ein Herz und den stummen Dingen eine Stimme geben.
Das aktuelle Projekt trägt den Arbeitstitel ‚Sonnenflecke’. (übernommen von HP)

Zur Homepage des Autoren kommt ihr hier.



Wie ich zu dem Buch kam:  
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich bei



Peter Merten

bedanken, die mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

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